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An besonderen Tagen wie beispielsweise am Tag des Denkmals zeigen die Archäologen in Wilkenburg, wie die Römer einen Graben anlegten.

An besonderen Tagen wie beispielsweise am Tag des Denkmals zeigen die Archäologen in Wilkenburg, wie die Römer einen Graben anlegten.© Christian Behrens

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Wilkenburg

AG plant Besucherzentrum für Römerlager

Wird auf dem Gelände des früheren Römerlagers in Wilkenburg ein Informationszentrum entstehen? Die Römer Arbeitsgemeinschaft (AG) Leine hat einen ersten Entwurf gemacht, auf den am Donnerstag, 2. November, fast 50 Studenten aufbauen können. Sie sehen sich das zweitgrößte Bodendenkmal Niedersachsens an.

Wilkenburg. Sie können aber ganz eigene Ideen für ein Besucherzentrum einbringen und entsprechende Modelle gestalten. Sie werden zudem zur Ruine des Mausoleums in Hemmingen-Westerfeld gehen, der Ruhestätte von Carl von Alten. „Es ist nahe gelegen und als wichtiges Denkmal wert zu überlegen, wie es in ein größeres architektonisches Konzept eingebunden werden kann“, erläutert Dr. Robert Lehmann, Beauftragter bei der Römer AG für wissenschaftliche Projekte. Von Alten spielte als Befehlshaber von englisch-hannoverschen Truppen in der Schlacht bei Waterloo 1815 eine wichtige Rolle.

Das Projekt wird vom Bereich „Entwerfen und Konstruieren“ der Hochschule Ostwestfalen-Lippe geleitet und von der Römer AG Leine unterstützt. Die meisten Studenten kommen aus Detmold. Lehmann zufolge ist es ihr erster Aufenthalt in Wilkenburg, wo 2015 Spuren des ersten Römerlagers in der norddeutschen Tiefebene gefunden worden sind, und am Mausoleum. Die besten Ergebnisse und Modelle der Studenten sollen in einem Rathaus ausgestellt werden – welches, steht Lehmann zufolge noch nicht fest. Die Ergebnisse sollen auch dem Land und der Region Hannover präsentiert werden.

Alles geschieht, obwohl das Verfahren für den in Wilkenburg geplanten Kiesabbau durch die Firma Holcim noch nicht abgeschlossen ist. Lehmann sagt: „Die Kritik der Region lautete, dass es noch keine Vorschläge gibt, wie das Gelände museal genutzt werden kann.“ An diesen werde es nun mit fast 50 an der Zahl nicht mehr mangeln. „Wir möchten der Region aber auch neue Argumente an die Hand geben.“

Im Entwurf der Römer AG für ein Informationszentrum ist unter anderem ein römisches Holztheater vorgesehen. „Dort könnte man Führungen beginnen lassen“, erläutert Lehmann. Die Besucher sollen aber nicht nur etwas sehen können wie einen Spitzgraben mit Wall, einen römischen Altar und eine römische Truhe. Sie sollen auch aktiv werden können, beispielsweise an einem römischen Brot-Feldbackofen und an einer Münzprägestation.

Die Kosten für ihren Entwurf eines Informationszentrums beziffert die AG auf 15.000 Euro. „Wir warten auf ein Signal der Region, dann könnten wir das Zentrum innerhalb weniger Monate errichten.“ Auf rund 3000 Euro schätzt die AG die zusätzliche Ausgabe für einen Aussichtsturm, der als römischer Holzturm rekonstruiert werden soll. Das Vorbild steht im Römerlager im nordrhein-westfälischen Oberaden.

Wer den Studenten bei ihrer Tätigkeit zusehen möchte: Treffpunkt ist um 11 Uhr an der Infotafel 3 am Parkplatz vor den Kleingärten an der Straße Dicken Riede 10 in Wilkenburg. Am Mausoleum wollen die Studenten gehen 13 Uhr eintreffen.


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Hemmingen ist ...

  • ... eine Stadt südlich von Hannover mit sieben Stadtteilen und mehr als 18.000 Einwohnern
  • ... von der Fläche her die kleinste Kommune in der Region Hannover
  • ... Standort eines großen NDR-Sendemasten
  • ... seit Jahre uneins über die geplante Ortsumgehung. Einen Anschluss an die Stadtbahn wird es aber erst geben, wenn die Umgehung fertig ist.
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