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01:40 02.06.2018
Blick auf Hemmingen beim Hochwasser im Januar 2018. Quelle: Harald Schneider
Hemmingen

Die Unabhängigen Hemminger (DUH) hatten für ihr öffentliches Forum am Dienstagabend zwei Themen angekündigt: das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und den Hochwasserschutz. Doch die rund 20 Gäste in der Vereinsgaststätte des SC Hemmingen-Westerfeld haben ausschließlich über das bei vielen Hemmingern zurzeit auch emotional aufgeladene Thema Hochwasser diskutiert. Im Kern ging es in der rund 90-minütigen Veranstaltung um den Begriff Solidarität.

Ein Gast sagte, dass Deutschland zu Recht stolz darauf sein könne, eine Solidargemeinschaft zu sein. Dies sollte auch bei der möglichen Finanzierung eines Deichbaus zum Ausdruck kommen. Der DUH-Fraktionsvorsitzende Wolf Hatje, der die Veranstaltung moderierte, sagte, dass Solidarität immer in alle Richtungen gelten müsse. So gebe es in Hemmingen auch viele Bürger, die von einem Hochwasser nicht betroffen wären, dafür aber wieder ganz andere Interessen haben. Zudem führe kein Weg daran vorbei, die Kosten des Projekts zu bedenken. Der Bau eines Deiches in Hemmingen wird nach der aktuellen Studie rund 20 Millionen Euro kosten. Dabei soll aber eine Förderung des Landes bis zu 70 Prozent möglich sein.

„Wir müssen abwägen zwischen allgemeinem Interesse und individuellem Schutz, den die Allgemeinheit von dem Einzelnen verlangen kann“, sagte Hatje. Der ehemalige SPD-Ratsherr Reinhard Schütze sagte, dass ein Deichbau ein Gewinn für die gesamte Gemeinschaft wäre. „Schließlich werden nicht nur private Häuser geschützt, sondern auch öffentliche Projekte und der Handel“, sagte er. Er fordert die „gewählten Volksvertreter“ dazu auf, sich in der Ratssitzung am 7. Juni für den Deichbau auszusprechen.

Der ehemalige FDP-Ratsherr Klaus Rath hingegen argumentierte, dass aus seiner Sicht der Gewinn zwischen Aufwand und Ertrag zweifelhaft sei. So werde das sogenannte HQ100-Hochwasser, wie es statistisch alle 100 Jahre vorkommt, nach Schätzungen einen Schaden von 40 Millionen Euro verursachen, während allein der Bau des Deichs 20 Millionen Euro kosten und jährliche Pflegekosten in sechsstelliger Höhe verursachen soll. Ein Gast entgegnete, dass die 20 Millionen Euro einmalig investiert werden, während die 40 Millionen Euro möglicherweise mehrfach nötig wären. „Schließlich kann ein HQ100 theoretisch auch innerhalb mehrerer Jahre gleich mehrfach auftreten.“ Ein weiterer Gast stimmte zu und wagte einen Blick in die Zukunft. „In 300 Jahren wird niemand mehr wissen, wer diesen Deich gebaut hat. Aber alle werden noch davon profitieren“, sagte er.

Von Tobias Lehmann

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