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Schwer vorstellbar, aber auf der zurzeit noch wild bewachsenen Fläche soll einmal die Endhaltestelle der Stadtbahn sein. Das Bild wurde vom Parkplatz des Gartencenters Glende aus aufgenommen.

Schwer vorstellbar, aber auf der zurzeit noch wild bewachsenen Fläche soll einmal die Endhaltestelle der Stadtbahn sein. Das Bild wurde vom Parkplatz des Gartencenters Glende aus aufgenommen.
© Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld

Änderungen bei Stadtbahn-Endpunkt geplant

Mehr Platz auf den Hochbahnsteigen der Endhaltestelle der Stadtbahn in Hemmingen-Westerfeld: Sie sollen breiter werden als geplant, unter anderem wegen der Barrierefreiheit. Die Pläne liegen zurzeit aus.

Hemmingen-Westerfeld.  Die Endhaltestelle der Stadtbahn in Hemmingen-Westerfeld wird anders aussehen als bisher geplant. Der Grund dafür sind neue Vorgaben bei der Barrierefreiheit. So sollen die Hochbahnsteige von 2,85 auf 4 Meter verbreitert werden. 

„Die Normen der Barrierefreiheit haben sich gegenüber den ersten Planungen weiterentwickelt“, erläutert Martin Vey, Betriebsleiter der Infrastrukturgesellschaft (Infra) der Region Hannover. „Wir hätten zwar den Bahnsteig so betreiben dürfen wie bisher geplant, aber das wäre keine zeitgemäße Anlage.“ Vor allem für Rollstuhlfahrer sowie Fahrgäste mit Rollatoren und mit Kinderwagen wäre es eng geworden. „Jetzt soll es für alle Fahrgäste komfortabler werden.“ 

Diese Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Vorhaben:

Werden nur die Bahnsteige verbreitert?

Nein, dies wirkt sich auf die gesamte Anlage aus. „Es ist wie bei einer Kaskade“, zieht Martin Vey einen Vergleich zu einem Wasserfall in Form von Stufen. Durch die breiteren Bahnsteige rücken die Gleise zu nah an Bäume heran, diese müssen gefällt werden usw. 

Was bedeuten die geplanten Änderungen genau?

Anstatt 204 Plätze auf der Park+Ride-Anlage soll es nur noch 171 geben, davon 5 behindertengerechte. Sollte der Platz nicht ausreichen, können später östlich der geplanten Anlage weitere 86 Stellplätze entstehen. Die Zahl der überdachten Fahrradbügel soll nun mit 104 aufs Doppelte steigen. Die sogenannten Fahrradgaragen sollen in die Nähe des Eingangs zum südlichen Hochbahnsteig verlegt werden. Dadurch verschieben sich die Standorte für eine Versickerungsanlage und ein Vorklärbecken. Der Boden im Bereich der Gleise und des Hochbahnsteigs, in dem sich Hausmüll befindet, soll nicht bis zu 1,50 Meter tief, sondern in bis zu 3,30 Meter Tiefe ausgetauscht werden. Das hat den Vorteil, dass dann das Regenwasser versickern kann. Die Fläche für die Endhaltestelle wird insgesamt kleiner: 2,23 statt 2,55 Hektar – also so groß wie etwa 3 anstatt 3,5 Fußballfelder. 

Wo ist die Endhaltestelle der oberirdischen Stadtbahn geplant?

Sie soll an der B3 südlich der Weetzener Landstraße entstehen, also gegenüber vom Gartencenter Glende.

Müssen Bäume gefällt werden? Ja, es sind acht Bäume. Die Gleise rücken so nah an die Bäume heran, dass die Kronen der Bäume zur Gleisseite zurückzuschneiden sind. „Die Standfestigkeit solcher halben Bäume wäre nicht gegeben“, heißt es im Erläuterungsbericht. Die Bäume sollen aber ersetzt werden. Ersatzflächen befinden sich in Hemmingen-Westerfeld, Wettbergen und Ronnenberg. Um einen Grünstreifen anlegen zu können, soll es keinen dritten Fahrstreifen auf der Göttinger Landstraße mehr geben.

Was ist mit den Grundstücken, die für das Projekt benötigt werden?

Für sie gilt bereits eine sogenannte Veränderungssperre. Außerdem hat die Infra ein Vorverkaufsrecht.

Gerät der Zeitplan für die Stadtbahnverlängerung nun ins Wanken?

Martin Vey vereint. Die Stadtbahn der Linie 7 werde erstmals Ende 2021 fahren, sagte er. Die Linie verkehrt bis zum Kröpcke in die Innenstadt von Hannover und zurück. Für die Arbeiten auf der heutigen Bundesstraße 3 muss erst die B3-Ortsumgehung freigegeben sein, also im Herbst 2019.

Wann soll der Bau der Endhaltestelle beginnen?

Dazu muss nicht die Freigabe der B-3-neu abgewartet werden. Vey zufolge sollen im Herbst 2018 Bäume gefällt werden.

Wird das gesamte Vorhaben durch die Änderungen teurer?

Nein, es soll Vey zufolge bei 58 Millionen Euro bleiben.

Wie bewertet die Stadt Hemmingen die Änderungen?

Die Stadtverwaltung hat keine Einwände, erläutert Axel Schedler, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung. Auch im Fachausschuss wurden keine Bedenken geäußert.

Was hat es eigentlich mit der Kiss-and-Ride-Anlage auf sich?

Das ist Vey zufolge ein Novum in der Region Hannover. Noch in keiner anderen Stadt sei diese Fläche in der Planung berücksichtigt worden. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Fläche für Kurzzeitparker. Autofahrer sollen dort kurz halten können, um einen oder mehrere Beifahrer ein- oder aussteigen zu lassen.

Wo und bis wann kann ich die Pläne einsehen?

Die Pläne liegen noch bis einschließlich Freitag, 8. Dezember, am Informationsschalter im Hemminger Rathaus aus: täglich von 9 bis 12.30 Uhr und am Donnerstag zusätzlich von 15 bis 16.30 Uhr. Unter der Telefonnummer (0511) 4103112 oder 4103174 kann auch ein anderer Termin vereinbart werden. Bis 8. Dezember sind die Pläne im Internet auf https://planfeststellung.strassenbau.niedersachsen.de/overview einsehbar.

Bis wann kann ich Einwendungen und Stellungnahmen abgeben?

Dies ist bis Freitag, 22. Dezember, möglich: schriftlich bei der Stadt Hemmingen oder an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Stabsstelle Planfeststellung, Göttinger Chaussee 76A, 30453 Hannover.

Wird es einen neuen sogenannten Erörterungstermin geben?

Das hängt jetzt von den Stellungnahmen ab, die bis zum 22. Dezember eingehen. 

Wie oft wurde der Planfeststellungsbeschluss schon geändert?

Seit dem Beschluss vom April 2016 ist es dies die erste Änderung.

Von Andreas Zimmer


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Hemmingen ist ...

  • ... eine Stadt südlich von Hannover mit sieben Stadtteilen und mehr als 18.000 Einwohnern
  • ... von der Fläche her die kleinste Kommune in der Region Hannover
  • ... Standort eines großen NDR-Sendemasten
  • ... seit Jahre uneins über die geplante Ortsumgehung. Einen Anschluss an die Stadtbahn wird es aber erst geben, wenn die Umgehung fertig ist.
  • ... 6x pro Woche Thema in den Leine-Nachrichten, die als Heimatzeitung in Hemmingen der Neuen Presse beiliegen. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.