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Nachrichten Krötenzaun: 2500 Amphibien bereits gerettet
Region Hemmingen Nachrichten Krötenzaun: 2500 Amphibien bereits gerettet
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18:13 21.03.2019
Der Zaun zwischen Devese und Ohlendorf soll Amphibien vor den vorbeifahrenden Autos schützen. Quelle: Tobias Lehmann
Devese

Rund 2500 Amphibien haben Nabu-Mitglieder und Helfer diesen Monat bereits über die Kreisstraße 225 zwischen Devese und Ohlendorf transportiert. Das teilt Inge Scherber, Leiterin des Nabu-Ortsverbands Hemmingen, mit. Sie befürchtet allerdings, dass Hunderte zuvor bereits überfahren wurden. „Wir haben die toten Tiere nicht konkret gezählt“, sagt sie. Grund dafür war, dass der Zaun nicht wie geplant Mitte Februar, sondern erst am 1. März aufgestellt wurde. Bei der Region Hannover, die als zuständige Behörde die Genehmigung erteilt, gab es eine Änderung der Zuständigkeiten, was zu einer Verzögerung führte.

Zaun soll bis Ende April stehen bleiben

Üblicherweise überqueren jährlich bis zu 3500 Amphibien die Kreisstraße von Westen nach Osten in Richtung der Gewässer, um dort zu laichen. Sie werden von den Nabu-Mitgliedern und Helfern in den rund 50 am Zaun aufgestellten Eimern gesammelt und auf die andere Straßenseite transportiert. Der Zaun soll bis Ende April stehen bleiben. „Das hängt auch immer vom Wetter ab. Manchmal ist die Wanderung früher zu Ende und manchmal später“, sagt Scherber. Die Tiere seien immer in milden und feuchten Nächten unterwegs. Wenn es hingegen kalt und trocken ist, stoppt die Wanderung.

Möglicherweise wird der Zaun dieses Jahr zum letzten Mal benötigt. Wenn die B3neu fertig gestellt ist, soll die Straße zu einem Wirtschaftsweg zurückgebaut werden. „Das plant die Stadt allerdings erst für 2021“, sagt Scherber. Nach der aktuellen Planung soll die B3neu im Mai 2020 frei gegeben werden. Scherber hofft allerdings, dass der Weg im nächsten Jahr bereits ab Februar für den normalen Verkehr gesperrt wird. „Da die Tiere nachts unterwegs sind, ist landwirtschaftlicher Verkehr tagsüber kein Problem“, sagt sie.

Viele neue Helfer melden sich

Die Hemmingerin bedankt sich ausdrücklich bei den vielen Helfern, die sich dieses Jahr auch durch Berichte in dieser Zeitung gemeldet haben, um die Tiere über die Straße zu transportieren. „Aus Altersgründen haben einige Helfer das bestehende Team verlassen. Doch das konnten die neuen freiwilligen Helfer ausgleichen“, sagt sie. In Niedersachsen sind Amphibienschützer der Nabu-Gruppen an mehr als 140 Standorten aktiv, stellen Fangzäune auf und legen bisweilen auch Ersatzlaichgewässer an.

Der Nabu-Niedersachsen teilt mit, dass nicht an allen Stellen Zäune aufgestellt werden können. Dort weisen dann entsprechende Schilder auf die Amphibienwanderung hin. Der Nabu bittet darum, diese zu beachten und die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. Bei höheren Geschwindigkeiten werden auch Amphibien am Straßenrand getötet. Der Strömungsdruck der Fahrzeuge soll die inneren Organe platzen lassen. Die Prägung der Amphibien auf das jeweilige Laichgewässer erfolgt bereits während der Kaulquappenphase. Die Winterquartiere wie Hecken, Kiesgruben, Wälder und Gärten liegen allerdings meist mehrere hundert Meter von den Gewässern entfernt. Zur Fortpflanzung kehren die Tiere dann an ihr Geburtsgewässer zurück.

Von Tobias Lehmann

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