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Eine Verbindung von der Bockstraße in Arnum (Bild) bis zum Hohen Holzweg ist einer der Vorschläge im Verkehrsentwicklungsplan.

Eine Verbindung von der Bockstraße in Arnum (Bild) bis zum Hohen Holzweg ist einer der Vorschläge im Verkehrsentwicklungsplan.
© Tobias Lehmann

Hemmingen

Straße von Bockstraße zum Hohen Holzweg vorgeschlagen

Wie soll sich der Verkehr in Hemmingen bis zum Jahr 2030 entwickeln? Der Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) liegt noch bis Montag, 8. Januar, öffentlich aus. Einer der Vorschläge ist eine neue Straße von der Bockstraße zum Hohen Holzweg in Arnum.

Hemmingen.  Wie soll sich der Verkehr im Hemminger Stadtgebiet bis zum Jahr 2030 entwickeln? Wer Ideen und Kritik hat, sollte sie jetzt vorbringen. Der Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) liegt nur noch bis einschließlich Montag, 8. Januar, öffentlich aus. 

Ob Fußgänger, Radfahrer oder der motorisierte Verkehr: Der Plan umfasst Verkehrsteilnehmer aller Altersgruppen. Neben dem Linienbus kommt frühestens 2020 ein neues Verkehrsmittel hinzu: die Stadtbahn, die von Hannover bis Hemmingen-Westerfeld verlängert wird. Die Trasse für eine spätere Erweiterung nach Arnum soll frei bleiben.

Eines steht fest: Durch die B3-Ortsumgehung, sie soll 2019 freigegeben werden, verändern sich die Verkehrsströme im Stadtgebiet. Verlaufen sie bisher eher in Nord-Süd-Richtung, wird sich dies nach den Prognosen in die Ost-West-Richtung verlagern. Auf der heutigen B3 wird demnach nur noch die Hälfte des jetzigen Verkehrs fließen. In Arnum, Hemmingen-Westerfeld und Devese ist Schleichverkehr zu erwarten. Weil die Deveser Straße (Devese - Hemmingen-Westerfeld) und der Stadtweg (Devese - Ohlendorf) als Querverbindungen entfallen, wird sich mehr Verkehr auf die Weetzener Landstraße verlagern. Doch sie ist schon jetzt die nach der B3 am stärksten belastete Straße im Stadtgebiet. 

Um sie zu entlasten, könnte die Alfred-Bentz-Straße bis zur heutigen B3 verlängert werden. Sie beginnt am Real-Markt-Kreisel und ist heute eine Sackgasse. Von dort sind es nur rund 200 Meter Luftlinie zur Bundesstraße. Der Verkehr würde dann vom Real-Markt-Kreisel am Aldi-Markt vorbei über die Verlängerung zur heutigen B3 fließen. Ein anderes Szenario wäre den Verkehr vom östlichen Kreisel an der B3-neu-Brücke zur Alfred-Bentz-Straße und weiter zur heutigen B3 zu lenken. Das Verbindungsstück von der Brücke müsste noch ausgebaut werden. Heute ist dort ein Feldweg.

Auch für Arnum machen die Planer, das Büro SHP Ingenieure aus Hannover, etliche Vorschläge, wie sich der Verkehrsfluss verbessern lässt. So könnte es, um die Bockstraße in Arnum auch im Hinblick auf mögliche neue Wohngebiete zu entlasten, eine Direktverbindung von ihr zum Hohen Holzweg in Arnum geben. Dieser ist künftig ein wichtiger Zubringer zur B3-Ortsumgehung. 

Im November 2017 hatte die Stadt den Entwurf des VEP in einer öffentlichen Sitzung zweier Fachausschüssevorgestellt. Einige Zuhörer wollten gleich Fragen stellen, doch sie wurden auf die Bürgerversammlung voraussichtlich im Februar oder März 2018 vertröstet. Der mehr als 100 Seiten umfassende Entwurf sei zu komplex, als das man gleich losdiskutieren könne, argumentierte die Verwaltung. Mit der öffentlichen Auslegung folgt nun der nächste Schritt. Der Ratsbeschluss fällt voraussichtlich im Sommer 2018. 

Der Entwurf kann im Rathaus in Hemmingen-Westerfeld in der Zeit von Mittwoch bis Freitag, 3. bis 5. Januar, von 9 bis 12 Uhr eingesehen werden sowie am Montag, 8. Januar, von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Darüber hinaus ist der Entwurf im Internet auf stadthemmingen.de abrufbar. Über eine Kommentarfunktion können Kritik und Anregungen geäußert werden. Es ist auch möglich eigene Dokumente wie Skizzen oder Fotos hochzuladen. Für nähere Auskünfte ist Telefon (0511) 4103123 zu wählen.

Zeit für öffentliche Auslegung ist zu kurz

Vier Wochen sind zu wenig: Der Arbeitskreis Ortsentwicklung im Bürgerverein Devese kritisiert den seiner Meinung kurzen Zeitraum, in dem der Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) 2030 ausliegt. In einem Offenen Brief an die Verwaltungsspitze schreibt er: „Wir fordern die öffentliche Auslegung auszusetzen bis zu einem Zeitraum nach den angekündigten Stadtteilforen, so dass die Wünsche und Forderungen der Bürger in den VEP-Entwurf eingearbeitet werden und nicht durch zu kurz angesetzte Fristen unberücksichtigt bleiben.“

Der Arbeitskreis macht deutlich: „Es gibt keinen Grund, das öffentliche Verfahren der Auslegung für den VEP noch vor das Verfahren für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Hemmingen 2025 zu legen. Bürgerbeteiligung geht vor Verfahrensdurchführung.“

Die Deveser erneuern ferner ihre Forderung, auf allen Abbildungen und in allen Texten klar zu benennen, welche Flächen zu Devese und welche zu Hemmingen-Westerfeld gehören. „Im ganzen Land berühren sich Bebauungen, ohne dass die gelebte Ortszugehörigkeit der Bevölkerung handstreichähnlich ausgelöscht wird“, heißt es dazu in dem Brief. Der Arbeitskreis kritisiert, dass das Stadtteilverkehrskonzept Devese nur ums alte Dorf kreist und den östlichen Teil Deveses außen vor lässt. Er fordert außerdem den Wirtschaftsweg vom alten Dorf, der sogenannten Fischersiedlung, bis nach Arnum als Rad- und Fußweg zu erhalten.

Der Arbeitskreis schließt sich dem Vorschlag im VEP an, die Deveser Straße, also die Verbindung zwischen Devese und Hemmingen-Westerfeld in Richtung Rathaus, nicht wie geplant zu kappen. Sie sollte wie bisher in beiden Richtungen befahrbar sein. Weitere Gewerbeflächen zwischen der B3-Ortsumgehung und dem heutigen Gewerbegebiet lehnen die Deveser ab. Es gebe Alternativen, zum Beispiel am Gartencenter Glende an der B3.

„Der VEP ist für uns Deveser nicht nur ein Plan für die Verkehrsent- und Abwicklung, sondern bezieht, in die Zukunft blickend, eine Flächennutzungsgestaltung mit ein.“ Der Brief schließt mit dem Satz: „Wir fordern die Verwaltung und die Politik auf, den Zusammenhalt Deveses zu stärken und sich jedem Versuch der territorialen Spaltung unseres Heimatortes zu widersetzen.“ zi

Von Andreas Zimmer


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Hemmingen ist ...

  • ... eine Stadt südlich von Hannover mit sieben Stadtteilen und mehr als 18.000 Einwohnern
  • ... von der Fläche her die kleinste Kommune in der Region Hannover
  • ... Standort eines großen NDR-Sendemasten
  • ... seit Jahre uneins über die geplante Ortsumgehung. Einen Anschluss an die Stadtbahn wird es aber erst geben, wenn die Umgehung fertig ist.
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