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Region Hemmingen Nachrichten Gerätehäuser werden zu Baustellen
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17:42 06.02.2018
Für das Gerätehaus in Harkenbleck ist das geplante neue Feuerwehrfahrzeug zu klein. Quelle: Andreas Zimmer
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Hemmingen

 Die Stadtfeuerwehr Hemmingen ist leistungsfähig und sehr gut aufgestellt. Das geht aus dem aktualisierten Feuerwehrbedarfsplan hervor, den der Ausschuss für Feuerschutz am Montagabend einstimmig befürwortet hat. Demnach werden die gesetzlichen Mindestanforderungen in allen sechs Ortsfeuerwehren „übererfüllt“. Allerdings sind alle Gerätehäuser in die Jahre gekommen. 

Priorität haben drei Stadtteile. In Arnum sollen die Arbeiten am Um- und Neubau des Gerätehauses Anfang Juni 2018 beginnen. Neben dem Lidl-Markt an der Weetzener Landstraße in Hemmingen-Westerfeld soll ein gemeinsames Gerätehaus mit der Wilkenburger Ortsfeuerwehr errichtet werden. Es war noch ein zweiter Standort im Gespräch: an der Max-von-Laue-Straße/Heinrich-Hertz-Straße im Gewerbepark. In Harkenbleck würde ein neues Feuerwehrfahrzeug nicht in das dafür zu kleine Gerätehaus passen. Die Fahrzeuge sind im Lauf der Zeit immer größer geworden. Deswegen ist dort ein Um-, An- oder Neubau vorgesehen.

Den Plan hat die Firma Luelf & Rinke Sicherheitsberatung aus Viersen bei Düsseldorf zusammen mit Vertretern der Hemminger Feuerwehr, des Feuerschutzausschusses und der Stadtverwaltung erstellt. Frank Schmitz, Berater bei der der Firma, stellte den mehr als 170 Seiten umfassenden Plan am Montagabend im Rathaus vor. „Sie sind eine schlagkräftige Feuerwehr“, sagte er. Bei Großeinsätzen könnte sie aber an ihre Grenzen stoßen, wobei dann Hilfe in den benachbarten Kommunen bereit steht. 

In den fünf Jahren Laufzeit des Feuerwehrbedarfplans sollen insgesamt mindestens sieben Ersatzfahrzeuge ersetzt werden, darunter drei Großfahrzeuge. Schmitz erklärte: „Ersatzteile sind schwierig zu bekommen.“ Deswegen seien die Fahrzeuge „rechtzeitig vor einem Defekt“ auszutauschen. 

Laut Bedarfsplan gibt es in der Hemminger Stadtfeuerwehr zu wenig Maschinisten, was aber an der geringen Platzzahl bei den übergeordneten Lehrgängen liegt. Nur wenige Feuerwehrleute haben zudem einen Führerschein für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen. Im Plan heißt es dazu: „Daher sind künftig Fahrzeuge unter dieser Gewichtsgrenze zu beschaffen oder kurzfristig eine deutliche Verbesserung dieser Qualifikation umzusetzen.“ Um mehr Ehrenamtliche zu gewinnen, soll ein Arbeitskreis „Mitgliederwerbung und Förderung Ehrenamt“ gebildet werden. So könnten Feuerwehrleute beispielsweise Ermäßigungen in öffentlichen Einrichtungen, in Sporteinrichtungen oder in Bussen und Bahnen erhalten.

Bei der Organisation sehen die Planer Verbesserungsmöglichkeiten bei der Dokumentation der Einsätze. Zudem sollen beispielsweise die Zeiten, wann die Feuerwehr am Einsatzort eintrifft, regelmäßig kontrolliert werden.

Alle fünf Jahre soll der Plan fortgeschrieben werden. Kommunalpolitiker und Verwaltung dankten der Feuerwehr und der Firma für die Zusammenarbeit. Bürgermeister Claus Schacht sagte: „Bei den Unsicherheiten zum Beispiel zu Standorten und zur Beschaffung sind die Wege jetzt klarer aufgezeigt.“

Die Feuerwehr in Zahlen

5 Jahre noch, dann scheiden wegen der Altersgrenze, sie liegt bei 63 Jahren, 20 Ehrenamtliche aus der Feuerwehr aus. Zwar könnten mehr als 40 Mitglieder der Jugendfeuerwehr altersbedingt in die aktive Feuerwehr wechseln, doch meist bleibt es bei einem Drittel. Die Gründe dafür sind unter anderem Beginn einer Ausbildung oder des Studium in anderen Städten.

10 Jahre beträgt das Eintrittsalter bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Es gibt sie in allen Hemminger Stadtteilen mit Ausnahme von Wilkenburg.

24 Feuerwehrmitglieder sind weiblich. Dieser Anteil von neun Prozent wird als überdurchschnittlich bezeichnet. 

38 Jahre beträgt das Durchschnittsalter bei der Stadtfeuerwehr.

64 Prozent aller Alarmierungen sind technische Hilfeleistungen. Brände machen ein Drittel aus.

80 Prozent der Feuerwehrleute sind montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr nicht in Hemmingen, weil sie berufsbedingt pendeln müssen. Sogenannte Parallelalarmierungen sorgen dafür, dass die Feuerwehr dennoch einsatzfähig ist.

114 Einsätze hatte die Stadtfeuerwehr durchschnittlich in den Jahren 2012 bis 2016. zi

Von Andreas Zimmer

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