Navigation:
Verborgener Abladeplatz für Umweltsünder: Julian Wengler (links) und Robin Tasdak (beide 10) zeigen den Miniwald, in dem regelmäßig Verpackungsmüll, leere Glasbehälter, Plastikflaschen und anderer Abfall entsorgt werden. Julian und Vater Dietmar Grunert (siehe Bildergalerie) präsentieren gemeinsam mit Robin den Müll und illegal entsorgte Flaschen, die sie regelmäßig in der Böschung an der Bundesstraße 65 entdecken - obwohl sich nur wenige Meter weiter an einer Holzbank ein Abfallkorb befindet.

Verborgener Abladeplatz für Umweltsünder: Julian Wengler (links) und Robin Tasdak (beide 10) zeigen den Miniwald, in dem regelmäßig Verpackungsmüll, leere Glasbehälter, Plastikflaschen und anderer Abfall entsorgt werden. Julian und Vater Dietmar Grunert (siehe Bildergalerie) präsentieren gemeinsam mit Robin den Müll und illegal entsorgte Flaschen, die sie regelmäßig in der Böschung an der Bundesstraße 65 entdecken - obwohl sich nur wenige Meter weiter an einer Holzbank ein Abfallkorb befindet.© Ingo Rodriguez

|
Ditterke

Umweltdetektive sind Müllsündern auf der Spur

Nachwuchsdetektive mit ausgeprägtem Umweltbewusstsein: Zwei zehnjährige Jungen aus Ditterke haben beim Spielen eine dicht bewachsene Böschung entdeckt, in der regelmäßig Einwegflaschen, Verpackungsreste und anderer Müll illegal entsorgt werden. Seitdem ist in ihrer Freizeit auch Naturschutz angesagt.

Ditterke. "Das geht doch gar nicht", sagt der zehnjährige Julian entrüstet und tippt mit seinem rechten Fuß prüfend eine achtlos weg geworfene Schnapsflasche an. Dann schiebt er vorsichtig einen größeren Zweig zur Seite und führt seinen Vater Dietmar Grunert gemeinsam mit dem zehnjährigen Robin Tasdak auf eine verborgene Lichtung inmitten einer dicht bewachsenen Böschung. "Heute ist es einmal ziemlich aufgeräumt", sagt Robin.

Es ist nur wenige Tage her, dass die beiden zehnjährigen Kinder aus der Hecke neben einem Feldweg an der Bundesstraße 65 etwa 30 leere Flaschen und andere Glasbehälter gefischt haben, um das illegal entsorgte Altglas mit einem Fahrradkorb vom Ortsrand abzutransportieren. "Wir haben uns Handschuhe geholt und mussten dann gleich zwei Touren fahren, um die Flaschen zu uns auf den Hof am anderen Dorfende zu fahren", sagt Julian. Später habe er das Altglas zur Entsorgung mit seinem Vater zum Wertstoffhof gebracht. "Sektflaschen, Bierflaschen, Sprühfläschchen für Parfum, Gläser für Schokoladenaufstrich" zählt Julian auf. Das habe alles in Zweigen gehangen und verstreut auf dem Boden gelegen. Für die beiden Jungen war der Anblick offenbar sehr besorgniserregend: "Wenn auf das Altglas ein dicker Ast gefallen wäre, hätten sich doch Tiere an den Scherben verschlucken können", begründet Robin den Anlass für die Aufräumaktion.

Für die die beiden Zehnjährigen war dieses Erlebnis und ihr spontanes Engagement für den Umweltschutz offenbar eine Art Initialzündung. Künftig wollen sich die beiden Freunde in ihrer Freizeit regelmäßig dem Naturschutz widmen. "Wir hoffen, dass in das Gebüsch und auch in andere Hecken in Ditterke bald nicht mehr so viele Flaschen und anderer Kram geworfen werden", sagt Julian. Wenn er das nächste Mal so etwas beobachte, werde er die Polizei rufen, sagt der Zehnjährige - und erntet von seinem Kumpel Robin heftiges und zustimmendes Kopfnicken. Man müsse sich doch schließlich sonst um die Umwelt sorgen, sagt Julian. Und warum hat Robin so ein ausgeprägtes Bewusstsein für den Naturschutz? "Ich will später Tierschützer werden", sagt er.

Ihr neues ehrenamtliches Umweltengagement nehmen die beiden Schüler der KGS in Ronnenberg zweifelsohne aber auch jetzt schon sehr ernst. Denn: Um einen Erwachsenen um Hilfe zu bitten, haben die Kinder schließlich sogar "ein gutes Versteck am Ortsrand verraten" - und deshalb Julians Vater zu der bislang unbekannten illegalen Müllhalde an der B 65 geführt. Der Innenarchitekt und Mediendesigner aus Ditterke findet die ungewöhnliche Freizeitbeschäftigung der Jungen "wirklich beeindruckend". Auch er beobachte schließlich immer wieder verärgert, dass auf Spielplätzen und an Feldwegen Verpackungsreste von Fast-Food-Ketten und anderer Müll achtlos weggeworfen werden.


Anzeige

Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Gehrden der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.