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Region Gehrden Nachrichten Ein klangvoller Beitrag gegen Gewalt und Mobbing
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00:17 09.02.2018
Gemeinsame Einlage: Beim Workshop zur Gewaltprävention gewinnen die Musiker und Beamten des Polizeiorchesters Niedersachsen mit Musik und Tanz die Aufmerksamkeit der Dritt- und Viertklässler. Quelle: Ingo Rodriguez
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Gehrden

 Mit harmonischen Klängen sensibilisieren, um Kinder frühzeitig auf die gefährlichen Folgen von sozialer Ausgrenzung, Minderheitendiskriminierung und Cyber-Mobbing hinzuweisen: Die Musiker und Beamten des Polizeiorchesters Niedersachsen haben sich am Dienstag einen ganzen Vormittag lang Zeit genommen, um bei den Dritt- und Viertklässlern der Grundschule Am Castrum frühzeitig ein Bewusstsein für die Auswirkungen von körperlicher und seelischer Gewalt zu wecken.

„Schulworkshop Namene“ – so lautet der Arbeitstitel, unter dem die Polizeimusiker seit drei Jahren in Grundschulen Präventionsarbeit leisten. Das Ziel: „In der Gesellschaft altersgerecht und Stück für Stück alltägliche und digitale Formen von Diskriminierung abbauen“, erklärt der Polizeimusiker Mike Meyer. Seine Ehefrau Tanja – Musiklehrerin an der Grundschule Am Castrum – war es, die das Orchester für ein Gastspiel mit Workshop in Gehrden engagieren konnte. „Die Formen von Mobbing in Whats-app-Gruppen von Schulklassen fangen doch immer früher an“, begründete sie ihr Engagement.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Schüler in der Festhalle schon die musikalisch untermalte Geschichte über die Viertklässlerin Namene gehört. In der extra für die Polizeiworkshops geschriebenen und vom Orchester mit Instrumentalpassagen begleiteten Erzählung geht es um ein in Deutschland geborenes Mädchen mit afrikanischen Eltern: Namene. Sie wird wegen ihrer dunklen Hautfarbe und kultureller Besonderheiten von Mitschülern ausgegrenzt und beleidigt – verbal, körperlich, aber auch mit unschönen Handyfotos, die im Internet auftauchen.

Wie sich solche Vorfälle künftig verhindern lassen, erfuhren die Schüler anschließend von den Orchestermusikern der Polizei – in verschiedenen Kleingruppen des Workshops und kindgerecht.  „Bei Auseinandersetzungen auf dem Schulhof solltet ihr Streitschlichter oder Lehrer einschalten, nachmittags auf der Straße könnt ihr an Haustüren klingeln oder in Läden gehen, um Erwachsene zu holen“, riet ein Beamter. Was immer in Notfällen geht: „Am Telefon die Notrufnummer 110 wählen.“

Einen Raum weiter wurden die Kinder vor den Gefahren im Internet gewarnt: „Keine E-Mails oder SMS von unbekannten Absendern öffnen“, sagte ein Polizist. Und: Achtsam mit Veröffentlichungen und Nachrichten umgehen: „Manche Daten werden im Internet nie mehr gelöscht.“ Ein besonders wichtiger Hinweis: „Fotos von Leuten gegen ihren Willen veröffentlichen ist eine Form von seelischer Gewalt und verletzt ihre Rechte.“

Ob diese Warnungen nicht noch etwas früh für Dritt- und Viertklässler kommen? „Es geht um frühzeitige Sensibilisierung. Zu einem späteren Zeitpunkt sind gut gemeinte Ratschläge Jugendlichen möglicherweise völlig egal“, sagte der musikalische Leiter Björn Vüllgraf vor dem großen Finale: einer in einer dritten Kleingruppe einstudierten gemeinsame Tanzeinlage – mit Choreografie, Klatschen, Stampfen und jeder Menge Orchestermusik.

Die laute Forderung nach einer musikalischen Zugabe erfüllte das Orchester unverzüglich – bevor als Symbol für gutes Miteinander Freundschaftsbänder verteilt wurden.

Von Ingo Rodriguez

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