Windpark Ba-Ge-We: Grüne befürworten Bau unter strengen Regeln
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Nachrichten Windpark am Deister als Touristen-Attraktion?
Region Gehrden Nachrichten Windpark am Deister als Touristen-Attraktion?
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00:24 28.05.2018
Die Landtagsabgeordnete Imke Byl und Wennigsens Klimaschutzbeauftragter Detlev Krüger-Nedde erläutern ihre Standpunkte zum Thema Windenergie. Quelle: Marcel Sacha
Wennigsen

Der geplante Windpark zwischen Barsinghausen, Wennigsen und Gehrden erhitzt seit Monaten die Gemüter. Die Grünen nehmen bei diesem Thema eine besondere Funktion ein. Schließlich bilden sowohl der Natur- als auch der Klimaschutz zwei große Säulen des Programms der Partei. Aus Sicht einiger Windpark-Kritiker oder auch des Naturschutzbundes stehen diese zwei Ziele beim Thema Windenergie jedoch im Widerspruch zueinander. In einer öffentlichen Fraktionssitzung haben die Wennigser Grünen vor rund 35 Gästen nun ihren Standpunkt hinsichtlich des umstrittenen Projektes am Fuße des Deisters erläutert. Als Gastredner waren unter anderem Eike Müller von der Klimaschutzagentur der Region sowie die Landtagsabgordnete Imke Byl anwesend.

Grundsätzlich begrüßen die Grünen die Planungen des Bremer Investors WPD, in dem ausgewiesenen Vorranggebiet einen Windpark zu errichten. Allerdings fordern sie dabei die strikte Einhaltung aller relevanten Grenzwerte, die den Schutz der Gesundheit von Mensch, Tieren und Natur gewährleisten sollen. Zudem wollen sie vertraglich festlegen, dass die Kommunen mit einem Gewerbesteuersatz in Höhe von 90 Prozent beteiligt werden. Gesetzlich vorgeschrieben sind 70 Prozent.

„Wenn wir den Klimaschutz und den Ausbau regenerativer Energien vorantreiben wollen, müssen wir alle unseren Teil dazu beitragen“, sagte Angelika Schwarzer-Riemer, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat. Die Sorgen vieler Bürger, durch Lärm oder Schallwellen gesundheitliche Beeinträchtigungen davonzutragen, könne sie jedoch nachvollziehen, betonte sie. „Deshalb werden wir auch die Ersten sein, die aufschreien werden, falls die Werte nicht eingehalten werden“, sagte Schwarzer-Riemer.

Auch während der Fraktionssitzung wurde erneut deutlich: Die Mehrheit der Kritiker stört in erster Linie die geplante Höhe der Anlagen von etwas mehr als 240 Metern. Einen Windpark dieser Größenordnung gibt es auf dem deutschen Festland bislang nicht. Daher seien auch Studien, die eine Gesundheitsgefährdung ausschließen, nicht aussagekräftig, sagte Sebastian Rüdiger aus Degersen. Langzeituntersuchungen gebe es folgerichtig noch gar nicht. „Ich habe den Eindruck, dass wir die Versuchskaninchen für diese Studien sein sollen“, sagte er. Sollte es bei den anvisierten 240 Metern bleiben, fordern die Wennigser Grünen von WPD eine „bedarfsgerechte Nachtabschaltung“, damit die Anlagen im Dunkeln nicht dauerhaft blinken.

Unter den Anwesenden befand sich auch Amirah Adam, die Tourismusbeauftragte der Gemeinde Wennigsen. Sie sieht durch die Windräder vor allem den Deister als Naherholungsgebiet gefährdet und rechnet nach eigenen Angaben mit Einbußen, sollten die Anlagen tatsächlich gebaut werden. Ratsfrau Barbara Krüger hingegen könne sich sogar vorstellen, den Windpark als Tourismus-Attraktion zu vermarkten, erklärte sie. Grundsätzlich sollten die Bürger ihrer Meinung nach allerdings nicht immer nur ihren eigenen Mikrokosmos mit Eigenheim und Deisterblick im Auge haben, sondern das „große Ganze“, insbesondere den Klimawandel. Dies sei auch eine Frage der Generationengerechtigkeit, sagte die 24-jährige Landtagsabgeordnete Imke Byl. Schließlich sei die „Klimakrise“ die „größte Herausforderung unserer Zeit“.

Von Marcel Sacha

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