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In die Modernisierung der Sporthalle an der Lange Feldstraße sollen mehr als 2 Millionen Euro investiert werden.

In die Modernisierung der Sporthalle an der Lange Feldstraße sollen mehr als 2 Millionen Euro investiert werden.
© Rodriguez

Gehrden

Stadt will für drei Millionen Euro Sporthallen sanieren

Die Stadt Gehrden soll auf Vorschlag der Verwaltung mit der Umsetzung des Sportstättenbedarfsplanes beginnen. Zunächst sollen für rund 3 Millionen Euro zwei Sporthallen saniert werden – wenn der Rat grünes Licht gibt.

Gehrden.  Die Stadt Gehrden will im Entwurf für den Doppelhaushalt 2018/2019 rund 3 Millionen Euro für die Sanierung von zwei Sporthallen berücksichtigen. Mit den beiden Baumaßnahmen sollen die ersten Empfehlungen aus dem Sportstättenbedarfsplan umgesetzt werden. Das hat in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport der Erste Stadtrat André Erpenbach mitgeteilt. Demnach sollen rund 2,1 Millionen Euro in eine Erneuerung –möglicherweise auch einen Neubau – der Sporthalle an der Langen Feldstraße investiert werden. Weitere 900 000 Euro – inklusive möglicher Förderzuschüsse – sollen für eine energetische Sanierung der Sporthalle des Matthias-Claudius-Gymnasiums (MCG) am Knülweg ausgegeben werden. Das setzt aber voraus, dass der Rat der Stadt den Haushalt mit diesen beiden Vorschlägen auch verabschiedet.

Eigentlich war es nur eine Notiz am Rande, als sich Erpenbach in der Ausschusssitzung völlig überraschend mit einer Neuigkeit in die Diskussion über die weitere Umsetzung des Sportstättenbedarfsplans einbrachte. „Es sollen für die Ertüchtigung von zwei Sporthallen Mittel im Entwurf für den Doppelhaushalt bereitgestellt werden“, sagte Erpenbach. Auch für das Delfi-Bad solle es in dem Zahlenwerk für die Jahre 2018 und 2019 Vorschläge geben.

Erpenbach wollte offenbar mit seinem Wortbeitrag beschwichtigen. Die Gruppe Grüne/Linke hatte zuvor einen Antrag zur weiteren Umsetzung des vorliegenden Sportstättenbedarfsplans gestellt. Die Verwaltung solle einen Projektplan mit Zeitleiste erarbeiten, wann die Empfehlungen des Gutachtens umgesetzt werden sollen. Möglichst solle – wie in der Expertise angeraten – auch ein runder Tisch eingerichtet werden, um die Vertreter der Sportvereine an den Beratungen zu beteiligen. „Wir wollen einen  Impuls setzen, damit für alle Beteiligten transparent wird, wie es konkret weitergeht“, begründete Grünen-Ratsherr Patrick Ziemke den Antrag.

Dies lehnten die Vertreter von CDU, SPD und FDP jedoch merheitlich ab. CDU-Ratsherr Klaus Dörffer verwies auf die veralteten Daten, die erst einmal auf Grundlage des demografischen Bedarfs überarbeitet werden müssten. Zudem seien im Bedarfsplan die finanziellen Auswirkungen der Empfehlungen nicht konkret benannt; ferner beschäftige sich die CDU regelmäßig mit möglichen Umsetzungsmaßnahmen. Die Ausschussvorsitzende Heide Rath befand, Zeitleiste und runder Tisch weckten Wünsche, die möglicherweise nicht zu erfüllen seien. Vorwurf der Gruppe Grüne/Linke: Es fehle an Transparenz und Beteiligung der Vereine. 

Hintergrund der Forderung: Seit der Vorstellung des Bedarfsplanes vor mehr als einem Jahr sind keine weiteren Maßnahmen eingeleitet worden. Dabei besteht Handlungsbedarf. Demnach fehlen den Gehrdener Sportlern und Schulen drei Hallen und zwei Sportplätze. Die bestehenden Anlagen seien stark ausgelastet und der Sportbetrieb in den maroden Hallen nur noch eingeschränkt möglich. Konkret sei unter anderem die Sanierung der Sporthalle am Bad notwendig und der Bau eines zweiten Sportplatzes bei der SG Everloh-Ditterke – möglichst als Kunstrasen. Die Sportanlage am Knülweg solle  für den Schulsport erhalten werden.

Die Ankündigung des Ersten Stadtrates sorgte für ein überraschendes Ende der Diskussion: Mit den Investitionen für die Sanierung der Sporthallen könnten zwei Empfehlungen umgesetzt werden, begründete Erpenbach. Wasser auf die Mühlen der Antragsablehner – allen voran von FDP-Ratsherr Hilmar Rump: „Es gibt also schon eine Zeitschiene. Spätestens hätten wir das bei der Einbringung des Haushaltes erfahren; mehr Transparenz kann man doch gar nicht erwarten“, kommentierte er. Ein runder Tisch hätte die Investitionspläne nicht so weit voran gebracht, so Rump. „Dort wäre nur rumdiskutiert worden.“

Von Ingo Rodriguez


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Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
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