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Nachrichten Rübenroder kappt Stromversorgung
Region Gehrden Nachrichten Rübenroder kappt Stromversorgung
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00:16 10.10.2018
Eine Rübenerntemaschine hat beim Rangieren in der Dunkelheit auf einem Feld in Pattensen einen Strommast gerammt, der daraufhin abknickte. Quelle: privat
Pattensen/Gehrden/Springe

Nach dem Zusammenstoß eines Rübenroders mit einem Strommast auf einem Feld an der Gemarkungsgrenze zwischen Pattensen und Springe ist am späten Sonnabendabend im Südwesten der Region Hannover sowie in Teilen des Landkreises Hameln-Pyrmont zeitweise der Strom ausgefallen. Auch das Robert-Koch-Krankenhaus in Gehrden war betroffen.

Beim Rangieren in der Dunkelheit hatte der Fahrer des Rübenroders gegen 20.55 Uhr mit dem seitlichen Förderband den Stahlmast gerammt. Mindestens eine Strebe des Trägers wurde herausgerissen, sodass der Mast umknickte und förmlich über der Erntemaschine zusammenbrach.

Fahrer harrt zwei Sunden in Kabine aus

Die Situation auf dem Feld mit den zu Boden gerissenen Leitungen sei sehr brenzlig gewesen, betonte der Springer Feuerwehrsprecher Stefan Quentin. Längere Zeit sei nicht klar gewesen, ob die 110.000-Volt-Leitung noch den bei Kontakt lebensgefährlichen Strom führt. Zeugen sollen sogenannte Lichtbögen gesehen haben, die von der Leitung ausgingen. Der Fahrer – laut Polizei ein 44-jähriger Mitarbeiter einer Rübenrodergemeinschaft aus Aerzen bei Hameln – durfte seine Kabine aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. Mit seinem Mobiltelefon hielt er Kontakt zu den Einsatzkräften. Erst nach etwa zwei Stunden, als der Energieversorger Entwarnung gegeben hatte, konnte der aus dem Landkreis Holzminden stammende Mann äußerlich unverletzt, aber unter Schock stehend das Fahrzeug verlassen.

Rund 30 Feuerwehrleute sperrten zwischenzeitlich die Unfallstelle ab. Da zunächst angenommen wurde, dass der knapp zwei Kilometer Luftlinie östlich von Lüdersen gelegene Acker bereits auf Springer Gebiet liegt, wurden die Ortsfeuerwehren Lüdersen und Bennigsen alarmiert.

Mehrere Kommunen, S-Bahn und Klinik betroffen

Wegen des Unfalls waren zahlreiche Haushalte in Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Springe und Wennigsen von 20.55 bis etwa 21.30 Uhr ohne Strom. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens Avacon, dem Betreiber der Hochspannungsleitungen. Die betroffenen Gemeinden seien über andere Leitungsstrecken wieder ans Stromnetz angeschlossen.

Auch das Gehrdener Klinikum Robert Koch war von dem Stromausfall betroffen. Nach den Worten einer Sprecherin des Klinikums gab es aber keine größeren Probleme. Das Klinikum verfügt über ein leistungsfähiges Notstromaggregat, das sich binnen weniger Augenblicke automatisch einschaltet. Routinemäßig werden bei Stromausfällen auch die Brandtüren im Gebäude automatisch geschlossen. Arbeit bereitet ein Stromausfall nach den Angaben der Sprecherin stets den Haustechnikern: Unter anderem müssen die Computersysteme überwiegend neu gestartet und die Komponenten der Brandmeldeanlage kontrolliert werden. Diese Nacharbeiten dauerten auch am Sonntag noch an.

Die Stromstörung wirkte sich auch auf den S-Bahn-Betrieb aus. Auf den Linien S1 und S5 und im Raum Weetzen kam es zu erheblichen Störungen und Verzögerungen. Etwa drei Stunden nach dem Vorfall konnte die Stromversorgung wieder komplett hergestellt werden. Die letzten Feuerwehrkräfte rückten gegen 1.15 Uhr ab.

Schadenssumme noch unklar

Zur Höhe des Schadens können noch keine Angaben gemacht werden. Nach Schätzungen der Polizei könnten sich diese an der Erntemaschine, dem Mast und den Folgen des Stromausfalls auf mehrere Hunderttausend Euro summieren.

Die Unfallstelle am Lüderser Weg bleibt aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt. Da nicht auszuschließen ist, dass noch Restspannung auf der Leitung liegt, sollten Spaziergänger die Unfallstelle meiden, betonte der Springer Feuerwehrsprecher Quentin.

Der Wiederaufbau des Strommasts wird voraussichtlich mehrere Monate dauern.

Von Astrid Köhler und Andreas Kannegießer

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