Navigation:
Für das Freibad in Gehrden ist eine Schwimmmeister-Aufsichtskajüte geplant. 60000 Euro soll sie kosten. Zu teuer, finden die Politiker.

Für das Freibad in Gehrden ist eine Schwimmmeister-Aufsichtskajüte geplant. 60000 Euro soll sie kosten. Zu teuer, finden die Politiker.
© Archiv

Gehrden

Neubau für Schwimmmeister wird geprüft

Der Neubau einer sogenannten Schwimmmeister-Aufsichtskajüte im Freibad steht auf der Kippe. Die Kosten von 60000 Euro sind den Politikern zu hoch. Der Wunsch der Gruppe Grüne/Linke, eine Sozialstaffelung für das Gehrdener Bad einzuführen, wurde abgelehnt.

Gehrden.  Die Mitglieder des Ausschusses für Sport, Kultur und Soziales haben dem Haushaltsentwurf für die nächsten beiden Jahre bei drei Gegenstimmen abgesegnet – mit einer Einschränkung: Die Schwimmmeister-Aufsichtskajüte für das Freibad soll auf den Prüfstand gestellt werden. Die Kosten in Höhe von 60000 Euro sind den Politikern zu hoch. CDU, SPD und FDP wünschen sich, dass Einsparmöglichkeiten geprüft werden sollten. 

Der Wunsch nach einer sogenannten Aufsichtskajüte besteht schon seit rund fünf Jahren. Laut Erstem Stadtrat André Erpenbach sollen in dem Neubau auf dem Areal des Delfi-Bades ein dringend benötigter Sanitätsraum und ein Arbeitsplatz für die Schwimmmeister untergebracht werden; außerdem müsse das Häuschen mit einem Sonnenschutz versehen werden. Und: „Es sind bereits Einsparungen vorgenommen worden“, sagte Erpenbach. 

Konsens besteht darin, dass die Sporthallen an der Oberschule und am Matthias-Claudius-Gymnasium in den nächsten Jahren modernisiert werden sollen. Zuvor müsse die Verwaltung allerdings prüfen, wie hoch die Kosten für die Sanierung der Hallen seien, forderte Klaus Dörffer (CDU).  Möglicherweise sei aufgrund dieser Wirtschaftslichkeitsprüfung auch ein Neubau einer Halle nicht auszuschließen.

CDU, SPD und FDP wünschen sich, dass die Sanierungsphase keinen Einfluss auf den Schul- und Vereinssport haben dürfe. „Er muss aufrechterhalten werden“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Henning Harter. Außerdem sollen bei der Modernisierung energetische Gesichtspunkte weitestgehend berücksichtigt werden.  

Keine Chance hatte die Gruppe Grüne/Linke mit ihrem Antrag, eine Sozialstaffelung für das Delfi-Bad einzuführen. Schwimmen und Baden müssten auch Einkommensschwächeren möglich sein. Dieser Zugang sei derzeit nicht gewährleistet, heißt es in dem Papier. Und durch die Einführung von Familientarifen würde das Bad zudem deutlich an Attraktivität gewinnen und das Gehrdener Profil einer familienfreundlichen Stadt schärfen.

Aufgrund einer Berechnung der Verwaltung würden sich nach dem vorgeschlagenen Modell die Einnahmen pro Jahr allerdings um 10000 Euro verringern. Hinzukäme, dass mit Einführung neuer Tarife auch eine neue Registrierkasse für etwa 3000 Euro angeschafft werden müsste. Für Patrick Ziemke von der Gruppe Grüne/Linke sind das Kosten, die maßvoll seien. 

Das sehen die anderen Fraktionen anders. Die Mehrkosten würden andere Investitionen blockieren, sagte Dörffer. Und ginge es nach Henning Harter, dann müsste die Politik angesichts der angespannten Haushaltslage eher über eine Verbesserung der Einnahmeseite nachdenken. Das sieht Hilmar Rump (FDP) ähnlich. Es gebe schon einen hohen Zuschussbedarf für das Delfi-Bad. Eine weitere Verschlechterung komme deshalb nicht in Frage. Für Ziemke war diese Argumentation nur schwerlich nachvollziehbar. „Wir könnten mit den 10000 Euro viel bewegen und sozal schwachen Bevölkerungsgruppen einen Zugang ins Bad ermöglichen“, bedauerte er zu der Ablehnung. 

Von Dirk Wirausky


Anzeige

Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Gehrden der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.