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Vorboten für Neueröffnung: Die Umbauarbeiten im leer stehenden früheren Supermarkt wecken bei Passanten in der Fußgängerzone derzeit immer wieder Neugier.

Vorboten für Neueröffnung: Die Umbauarbeiten im leer stehenden früheren Supermarkt wecken bei Passanten in der Fußgängerzone derzeit immer wieder Neugier.© Ingo Rodriguez

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Gehrden

Neuer Discounter eröffnet im November

Ein Leerstand weniger: In der Fußgängerzone eröffnet in Kürze eine Filiale des Discounters Tedi. Das Handelsunternehmen zieht in den seit Jahren leer stehenden Laden eines früheren Supermarktes neben dem ehemaligen Gehrke-Grundstück. Auch für weitere Leerstände rücken Nachnutzungen in greifbare Nähe.

Gehrden. Es sind viel versprechende Vorboten für eine Belebung der Innenstadt: Seit wenigen Tagen bleiben in der Fußgängerzone immer wieder Passanten stehen, um durch die Fenster eines früheren Supermarktes einen Blick auf die Umbauarbeiten zu werfen. Das zurück gebliebene Inventar des früheren Marktes ist verschwunden. Nun nutzt eine Firma für Sanitär- und Heizungstechnik ihre Auftragsarbeiten, um im Schaufenster ein Werbeschild zu platzieren. „Wenn der Umbau gut und zügig abläuft, wird die neue Tedi-Filiale schon das Weihnachtsgeschäft in der Fußgängerzone abwickeln“, sagt Gehrdens kommunaler Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel. Unabhängig vom voraussichtlichen Eröffnungstermin Ende November stehe jedoch fest: „Der Eigentümer und das Handelsunternehmen sind bereits zu einem Vertragsabschluss gekommen“, sagt Demirel.

Mit der bevorstehenden Neueröffnung und der Beseitigung eines markanten Leerstandes ist Demirel in seiner Vermittlungsrolle dem städtischen Ziel – Belebung der Innenstadt – einen großen Schritt näher gekommen: Das Angebot des Discounters und Sonderpostenmarktes mit rund 1700 Filialen in sechs Ländern umfasst neben Haushalts-, Party-, Heimwerker- und Elektroartikeln auch Schreib- und Spielwaren sowie Drogerie- und Kosmetikprodukte. „So etwas braucht Gehrden, das funktioniert immer“, meint die Gehrdenerin Anja Wessbecher, die bei einem Spaziergang durch die Innenstadt einen Blick durch die Fensterfront des Ladens wirft. Auch ihre Tochter Christina Terbrack, die mittlerweile in Detroit wohnt, freut sich über die Tedi-Ansiedlung. „Es ist doch toll, wenn die ganzen Läden nicht länger leer stehen“, sagt die Heimurlauberin.

Dafür stehen laut Demirel die Vorzeichen nun immer besser – nicht nur, weil sich auch bereits mögliche Lösungen für den rund 50 Quadratmeter großen Raum einer früheren Bäckerei neben der künftigen Tedi-Filiale abzeichnet. Auch für den gegenüber liegenden früheren Rossmann-Standort rückt die schon länger geplante Nachfolgenutzung in greifbare Nähe. „Coworking Spaces“ oder „Satellitenarbeitsplätze“ – so nennt sich ein Konzept, das ein Unternehmer in dem leer stehenden Laden umsetzen will. „Dort sollen moderne Arbeitsplätze und Büros entstehen, die Pendler nutzen, um sich weite Wege zum Arbeitsplatz zu sparen – auch, um Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren“, sagt Demirel. Der Geschäftsplan ermögliche eine stündliche ebenso wie eine monatliche Mietnutzung. Zum dreiteiligen Raumkonzept gehören laut Demirel aber auch ein Veranstaltungsraum für Meetings, ein Bio-Café sowie Lagerflächen.

„Die Gespräche zwischen dem Eigentümer und dem möglichen Betreiber sind intensiv geworden. Die Rahmenbedingungen stehen fest. Es wird bereits über den notwendigen Umbau und die Raumaufteilung gesprochen“, weiß Demirel. Offenbar ist es ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell: Das Projekt wird gefördert vom bundesweiten Programm Regio-Lab als Beitrag zur Förderregion Calenberger Land im Integrierten ländlichen Entwicklungskonzept (ILE). Aus Analysen und Studien weiß Wirtschaftsförderer Demirel: „Pendlerpotenzial und große Nachfrage sind da.“

Möglicher Betreiber für Bioalden ist abgesprungen

Für den leer stehenden Laden neben dem Café Teufel ist eine mögliche Nachfolgelösung vorerst gescheitert. Dort sollte ein Bioladen mit Bürgerbeteiligung einziehen. „Der Eigentümervertreter und der mögliche Betreiber konnten sich aber leider nicht einigen“, sagt der kommunale Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel. Die Pläne für einen Bioladen seien aber nicht völlig vom Tisch. „Es wird mit weiteren möglichen Betreibern gesprochen. Nur wenn daraus nichts wird, müssen wir umdenken“, sagt Demirel.

Nur auf Eis liegt demnach auch das Geschäftsmodell eines Bioladens mit Bürgerbeteiligung. Es sieht vor, dass ein Teil der Kosten über Mitgliedsbeiträge finanziert wird. Das ermöglicht Mitgliedern Preisvorteile, Nicht-Mitglieder müssen beim Einkauf mehr zahlen. Dieses Modell sei weiterhin eine Option, sagt Demirel.


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Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Gehrden der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.