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Mangelhaft: Die Grundschule Am Castrum ist in einem schlechten Zustand.

Mangelhaft: Die Grundschule Am Castrum ist in einem schlechten Zustand.
© Archiv

Gehrden

Grundschulneubau: Eltern fordern schnelles Handeln

Die Grundschule Am Castrum ist in einem miserablen Zustand. Eltern und Schulleitung fordern Politik und Verwaltung zum Handeln auf. Vermutlich wird die Schule neu gebaut.

Gehrden. Am Ende war Zuhal Karakas einigermaßen zufrieden. Immer wieder hatte die Elternvertreterin im Bildungsausschuss die Verwaltung darauf hingewiesen, dass es eine zügige und vernünftige Lösung für die baufällige Grundschule Am Castrum geben müsse.„Wir brauchen eine schnelle Entscheidung zum Wohle der Kinder, die dort unterrichtet werden“, sagte Karakas und forderte einen Zeitplan. Und sie sparte nicht mit Kritik.

Seit Jahren habe sie das Gefühl, dass sich Politik und Verwaltung nur durchhageln. Und tatsächlich taten sich die Angesprochenen schwer, Fakten zu nennen. Immerhin brachte der Erste Stadtrat, André Erpenbach, etwas Licht ins Planungsdickicht. Demnach prüft die Verwaltung zurzeit mehrere Variante, darunter auch, ob die Schule am alten oder sogar an einem neuen Standort gebaut werden könnte. Laut Heinz Strassmann (Gruppe Grüne/Linke) sind das Neubaugebiet Langes Feld III, das Knülfeld und der Bereich Bünteweg/Nordstraße im Gespräch.

Zudem sind Fördergelder für das Projekt beantragt worden. „Wir müssen abwarten, ob sie bewilligt werden“, sagte Erpenbach mit Blick auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. Die Finanzierung sei völlig offen. Erpenbach geht davon aus, dass bis Mitte 2018 ein Standort gefunden ist und auch Konzepte vorliegen, auf deren Basis die Politik entscheiden kann.

Nahezu sicher erscheint, dass die Grundschule Am Castrum neu gebaut wird. Laut eines Gutachtens ist der Neubau nur unwesentlich teuerer, als die Sanierung des Komplexes. Insgesamt 12,5 Millionen Euro müsste die Stadt für eine neue Grundschule investieren; eine Modernisierung der alten Schule kostet rund 12 Millionen Euro. CDU, SPD und FDP haben sich bereits für einen Neubau ausgesprochen – auch auf Grund der Erfahrungen, die bei der Sanierung des Matthias-Claudius-Gymnasiums gemacht worden sind. Dort sind die Kosten inzwischen deutlich höher als ursprünglich veranschlagt. 

Zuvor hatte Diana Oldenburg ebenfalls Eile angemahnt. Die Elternratsvorsitzende der Grundschule Am Castrum erinnerte an die katastrophalen Verhältnisse in der Schule hin, von denen sich die Politiker bei einem Ortstermin vor einigen Monaten selbst ein Bild gemacht hatten. „Zügiges Handelns ist wichtig“, forderte Oldenburg. Zumal ab dem nächsten Sommer die Grundschule aus allen Nähten zu platzen droht. Zurzeit sieht es so aus, dass 133 Jungen und Mädchen eingeschult werden, was bedeutet, dass der erste Jahrgang sechszügig werden wird. „Wir werden dann einen Hortraum in ein Klassenzimmer umwandeln“, versprach Fachdienstleiterin Eva Czerwinski.

Schon ein paar Schritte weiter ist die Planung für die Grundschule Am Langen Feld. Es ist bereits beschlossene Sachde, dass sie auf dem Bolzplatz neben der Oberschule neu gebaut werden soll – in der vierzügigen Variante. Zurzeit läuft ein Architektenwettbewerb. Dass die Verwaltung mit diesem Projekt schon einen Stück weiter ist, hat auch mit der Betreuungssituation im Stadtgebiet zu tun. Es fehlen Plätze. Nach Fertigstellung der neuen Grundschule soll das alte Gebäude in eine Kindertagesstätte umgewandelt werden. Das ist vermutlich 2021 so weit.

Bereits ab dem Sommer nächsten Jahres fehlen der Stadt allerdings rund 50 Krippenplätze. Die Verwaltung arbeitet deshalb an einer Übergangslösung für die nächsten Jahre. Fest steht: Es werde keinen Neubau geben, auch die Unterbringung in Container sei nicht vorgesehen, sagte Erpenbach.

Von Dirk Wirausky


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Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
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