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Nachrichten Polizei nimmt Fußgängerzone ins Visier
Region Gehrden Nachrichten Polizei nimmt Fußgängerzone ins Visier
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13:55 08.08.2018
Regelmäßige Verstöße - unzulässiger Straßenverkehr: In der Gehrdener Fußgängerzone kommt es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen von Autos und Fußgängern, weil die Strecke oft widerrechtlich als Abkürzung oder außerhalb der erlaubten Zeiten genutzt wird. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Die Verstöße häufen sich, nun will die Polizei gezielt dagegen vorgehen: In der Gehrdener Fußgängerzone sind immer wieder Autos und Kleintransporter zu beobachten, die dort außerhalb der zulässigen Zeiten Geschäfte beliefern, unerlaubt halten oder die Strecke sogar ungeniert als Abkürzung benutzen. Die Polizei nimmt die Fußgängerzone deshalb nun verstärkt ins Visier. „Wir werden dort ab sofort gezielter kontrollieren“, kündigt der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes (ESD), Oliver Müller, vom Polizeikommissariat Ronnenberg an.

Er hat sich persönlich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. „In dieser Zeit habe ich zwar keine Verstöße festgestellt“, sagt Müller. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung – auch bei der Stadt Gehrden – werde dort nun aber verstärkt überprüft, sagt der ESD-Leiter. Das unzulässige Befahren der Fußgängerzone könne mit Geldstrafen von bis zu 75 Euro geahndet werden.

Für Anwohner und regelmäßige Besucher der Geschäftsmeile sind die angekündigten Kontrollen absolut notwendig. In Internet klagen etliche Mitglieder einer Gehrden-Gruppe über zunehmende Verstöße und äußern sich besorgt über die Häufung gefährlicher Begegnungen von rücksichtslosen Autofahrern mit Fußgängern. Nach übereinstimmenden Aussagen soll die Strecke des Steinwegs ab der Neuen Straße gerade in den Abendstunden von Autofahrern oft als Abkürzung genutzt werden, um direkt zur Kirchstraße, zur Hornstraße oder zur Alten Straße zu kommen – oder umgekehrt. Die Diskussion wird jedoch auch befeuert von einer Unsicherheit über die geltenden Regeln für den zulässigen Straßenverkehr in der Fußgängerzone und mögliche Ausnahmegenehmigungen sowie Zuständigkeiten.

In der Gehrdener Fußgängerzone kommt es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen von Autos und Fußgängern. Quelle: Ingo Rodriguez

Der kommunale Fachbereichsleiter Frank Born von der Stadtverwaltung sorgt für Aufklärung. Auch er hat bereits Beschwerden über unzulässigen Fahrzeugverkehr entgegen genommen und Verstöße sogar selbst beobachtet. Der Stadt seien jedoch diesbezüglich die Hände gebunden. „Für die Überwachung des fließenden Verkehrs – inklusive Fahrradfahrer – ist die Stadt Gehrden nicht zuständig. Das ist Aufgabenbereich der Polizei“, sagt Born. Die Stadt sei nur für den ruhenden Verkehr und widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge zuständig sowie für die Ahnung dieser Parkverstöße.

Für Born und die Polizei scheidet eine mögliche Unkenntnis der geltenden Regeln als Ursache für das widerrechtliche Befahren der Fußgängerzone aus. „Die Schilder sind eindeutig“, sagt ESD-Leiter Müller. Born erklärt die von der Stadt Gehrden 1992 beantragten und von der zuständigen Verkehrsbehörde der Region Hannover bis heute genehmigten Ausnahmen: „Es gibt insgesamt drei Grundstückszufahrten, die von den Eigentümern angesteuert werden dürfen“, sagt Born. Von 6 bis 11 Uhr sei zudem Lieferverkehr zulässig. „Radfahrer müssen von 19 Uhr abends bis 8 Uhr morgens nicht schieben“, gibt Born die Anordnung wider.

Unmissverständliche Regeln: Am Beginn der Fußgängerzone weist ein Schild eindeutig darauf hin, welche Fahrzeuge in welchem Zeitraum in die Fußgängerzone hineinfahren und dort auch halten dürfen. Quelle: Ingo Rodriguez

Er betont jedoch: „Es gibt Ausnahmegenehmigungen für Rettungsfahrzeuge – möglicherweise auch für Pflegedienste, Baustellenverkehr oder Apothekenzulieferer mit eiligen Medikamenten.“ Diese würden aber von der Region Hannover erteilt und müssten im Fahrzeug gut sichtbar ausliegen. Gleiches gelte für Ausweise von Schwerbehinderten. „Damit darf man an der Kirchstraße vor dem Rathaus und der Kirche speziell ausgewiesene Parkplätze nutzen. Weitere öffentliche Parkplätze gibt es zurzeit in der Fußgängerzone nicht“, sagt Born.

Der Fachbereichsleiter verweist auf die Besonderheiten von Fußgängerzonen. „Es ist nicht möglich, sie komplett vom Straßenverkehr abzuriegeln – allein schon wegen privater Grundstückszufahrten und möglicher Rettungseinsätze“, sagt Born. Denkbar sei es, versenkbare Poller zu installieren, die nur mit Ausnahmegenehmigung per Funk zu bedienen wären. Für Gehrdens Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt, Wolfgang Middelberg, wird nach der Umgestaltung des Marktplatzes und dem Abschluss der Innenstadtsanierung über die derzeitige „Regelung zu diskutieren sein“. „Mittlerweile wird doch zu jeder Tages- und Nachtzeit verstärkt durch die Fußgängerzone gefahren“, sagt er.

Von Ingo Rodriguez

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