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Region Gehrden Nachrichten Pfarrer spendet Vierbeinern einen Tiersegen
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00:19 08.10.2018
Nach dem Segen ein Leckerlie: Vor der katholischen Bonifatiuskirche verteilt Pfarrer Christoph Paschek nach dem Tiersegen an die Vierbeiner jeweils einen kleinen Imbiss. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Für den katholischen Pfarrer Christoph Paschek ist es nicht abzustreiten, „dass Tiere zu ihrem Schöpfer einen direkten Draht haben“. Schließlich habe sich auch sein inzwischen gestorbener Hund Merlin einst in der Kirche immer ruhig und andächtig verhalten. Das hat Paschek am Welttierschutztag vor der Bonifatiuskirche noch einmal deutlich hervor gehoben. Etwas weniger christliche Zurückhaltung übten gleichzeitig einige der rund 20 anwesenden Vierbeiner. Bei der alljährlichen Segnung der himmlischen Geschöpfe aus dem Tierreich beherrschten auch aufgeregtes Hecheln, wedelnde Schwänze, ängstliches Bellen und misstrauisches Knurren die Szenerie. Um künftig mit himmlischem Geleit Gassi zu gehen, waren genau 21 Hunde und eine Katze mit ihren Besitzern auf den Kirchenvorplatz gekommen. Und ein Großteil der gläubigen Frauchen, Herrchen und ihrer tierischen Wegbegleiter verharrte vor der Zeremonie auch respektvoll und erwartungsfroh im angemessenen „Sitz“ oder „Platz“ – würdevolles Schweigen inbegriffen.

Es ist bereits zwölf Jahre, dass Pfarrer Paschek in Gehrden die Tiersegnung am Tag des Heiligen Franz von Assisi eingeführt hat. Seitdem hat sich die in der Landwirtschaft in katholisch geprägten Gebieten sehr bekannte Aktion auch in der Umgebung herumgesprochen. Längst hat sich bei dem tierischen Spektakel vor der Bonifatiuskirche ein Stammpublikum entwickelt. Jahr für Jahr kommen bis zu 30 Menschen mit Hunden, Katzen, Kaninchen oder Meerschweinchen, um an dem Segensgebet teilzunehmen. Genau das habe der Schutzpatron der Tiere einst auch getan: Mit Fürbitten für alle Lebewesen um Schutz vor Krankheiten und Gefahren gebeten, erläuterte Paschek den Hintergrund des Franziskustages. „Er hat zu Tieren gepredigt. Deshalb wollen wir jetzt auch für sie um ein gutes Wort bitten“, sagte Paschek. Anne Kampmann war mit ihrem neun Wochen alten Labrador Lali gekommen. „Für ihn ist es neu, aber mit meinem verstorbenen Hund war ich auch regelmäßig beim Tiersegen“, sagte sie.

Dann sang Paschek gemeinsam mit der Besuchergruppe ein Lied und waltete seines Amtes. Auch auf das beliebte Abschlussritual wollte der Pfarrer nicht verzichteten und führte noch eine Miniprozession rund um die Kirche an. Für die Vierbeiner folgte danach der Höhepunkt: Nach und nach verteilte Paschek an die Tiere vor dem Abschied kleine Leckerlies. Der einzigen Katze war auch das unheimlich. Sie wagte nur einen verängstigten Blick aus ihrem Katzenkorb, als der Pfarrer den Imbiss servierte. „Dabei ist sie taub, aber nach dem Segen hoffe ich auf Genesung“, sagte Besitzerin Sandra Faillaci.

Der Welttierschutztag

Der 4. Oktober wird international von Tierschützern als Welttierschutztag für Informationsveranstaltungen genutzt. Dabei orientieren sie sich an Franz von Assisi, dem Begründers des Franziskaner-Ordens, der als Schutzpatron der Tiere gilt und 1226 in der Nacht zum 4. Oktober starb. Knapp 700 Jahre später plädierte der Schriftsteller und Tierfreund Heinrich Zimmermann vor Berliner Tierschützern erstmals für die Einführung des Welttierschutztages. Sein Antrag wurde am 8. Mai 1931 auf dem Internationalen Tierschutzkongress in Florenz angenommen. Seither wird der Welttierschutztag international begangen und trägt zur Verbreitung des Tierschutzgedankens bei. In der Bundesrepublik wurde der Welttierschutztag nach dem Zweiten Weltkrieg 1950 wieder eingeführt.

Von Ingo Rodriguez

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