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Region Gehrden Nachrichten Grüne wollen mehr Blühstreifen
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14:25 29.08.2018
Eine Bienenweide haben Landwirte einen speziell für Insekten angelegten Streifen an der B 442 bei Eimbeckhausen genannt. Quelle: Archiv
Gehrden

Glaubt man den aktuellen wissenschaftlichen Studien, dann ist das Insektensterben eklatant vorangeschritten. Forscher haben über Jahrzehnte an Dutzenden Punkten in Naturschutzgebieten Proben gesammelt, seit Ende der 80er-Jahre, und im vergangenen Jahr gemeldet, dass die Masse der Insekten in dieser Zeit um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen war, wohlgemerkt in Naturschutzgebieten. Laut Naturschutzbund Deutschland stelle sich nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten stecke, sondern wie das Insektensterben zu stoppen sei, heißt es. Mit verheerenden Folgen für das Ökosystem.

Das betont auch die Ratsgruppe Grüne/Linke: Wenn der Trend des Insektenschwundes sich fortsetze, sterben viele Arten in weniger als zehn Jahren aus. Die Folgen wären eine ökologische Katastrophe, die nicht zuletzt massive wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe für die Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion mit sich brächte.

In einem Antrag fordern die grünen und linken Ratsmitglieder nun, dass mehr Blühstreifen beziehungsweise Blühflächen auf innerstädtischen Flächen wie Straßenrändern, Fahrradwegen, Ortseigangsbereichen oder Parkanlagen angelegt werden. „Das Anlegen von insekten- und bienenfreundlichen Blühstreifen ist ein erster Ansatz, die negative Entwicklung aufzuhalten“, heißt es in dem Antrag der Gruppe Grüne/Linke. Grünflächen würden sich durch eine abwechslungsreiche Blütentracht und durch die Verringerung der Pflegemaßnahmen beispielsweise als mehrjährige Blühwiesen bienen- und insektenfreundlich gestalten. „Naturschutzfachliches Ziel ist es, durch die Vernetzung von Blühstreifen die Strukturvielfalt dauerhaft zu erhöhen“. sagt die Gruppe.

Aber nicht nur die Stadt soll einen Beitrag zum Naturschutz leisten; auch die Landwirte sollen nach Wunsch der Grünen und der Linkspartei motiviert werden, Naturschutz stärker in ihre Arbeit zu integrieren. Und die Eigentümer von Privatgärten werden gebeten, insekten- und bienenfreundliche Bepflanzungen vorzunehmen. Der Antrag soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Energie behandelt werden.

Von Dirk Wirausky

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