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Region Gehrden Nachrichten Bei der Feuerwehr sind Frauen auf dem Vormarsch
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11:16 26.02.2019
Beim Truppmannlehrgang der Feuerwehren aus Gehrden und Wennigsen machen zum ersten Mal mehr weibliche als männliche Teilnehmer mit. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

„Erst im Kreuzgang hoch und dann im Passgang wieder runter“, sagt Feuerwehr-Ausbilder Pierre Schachner zu der 16-jährigen Lisa Meister und beobachtet ganz genau, wie die Jugendliche aus Bredenbeck diese Aufgabe bewältigt. Hoch konzentriert besteigt sie Stufe für Stufe der zuvor am Übungsturm aufgestellten Leiter. Die 16-Jährige ist eine von insgesamt 17 Teilnehmerinnen, die sich zurzeit beim Truppmannlehrgang der Stadtfeuerwehr Gehrden und der Gemeindefeuerwehr Wennigsen auf künftige Einsätze vorbereiten und das notwendige Handwerkszeug der Einsatzkräfte erlernen. „Dass mit 17 Frauen und 15 Männern mehr weibliche als männliche Teilnehmer dabei sind, ist ein Novum in der mehr als 20-jährigen Geschichte dieser Ausbildung“, sagt Lehrgangsleiter Achim Flohr aus Gehrden.

Für ihn ist es inzwischen der 16. Lehrgang unter seiner Leitung. Die gemeinsame Ausbildung beider Kommunen gebe es schon seit 1981. Der Hintergrund der Kooperation: Ziel ist es, immer genügend Anmeldungen zu bekommen, um in jedem Jahr einen Lehrgang anbieten zu können, anstatt wie in anderen Kommunen nur alle zwei Jahre“, sagt Flohr. Nach dem Start der Ausbildung in der vergangenen Woche bereiten sich die Teilnehmer nun an einem Tag mit praktischen Übungen dem Gelände der Feuerwehr in Gehrden auf künftige Löschangriffe vor. Das richtige Aufstellen und gefahrlose Besteigen einer Leiter gehört ebenso zu den Lehrgangsinhalten wie das schnelle Ausrollen und Verkuppeln von Schläuchen und das Absichern einer Unfallstelle.

Auch elf Quereinsteiger sind dabei

Mit der Zahl von 32 Teilnehmern ist Flohr zufrieden. „Das ist Durchschnitt“, sagt er. Der Ausbildungsleiter sieht aber nicht nur die Frauen auf dem Vormarsch. „Es sind auch wieder elf Quereinsteiger dabei, die vorher in keiner Jugendfeuerwehr waren“, sagt Flohr. Eine davon ist die 16-jährige Lena Schwarze aus Argestorf. Die Quereinsteigerin ist auch die jüngste Lehrgangsteilnehmerin. Sie war zwar nie in einer Jugendfeuerwehr, trotzdem habe sie sich nun entschlossen, eine Familientradition fortzusetzen. Schwarzes Vater Andreas ist stellvertretender Ortsbrandmeister in Argestorf. Dessen Bruder Matthias ist Chef des dortigen Ortskommandos. Großvater Wilhelm hatte dieses Amt auch früher bereits inne. „Ich war bislang immer lieber beim Reiten, aber nun will ich doch die Truppmann-Ausbildung machen“, sagt die junge Frau.

Theoretischer und praktischer Unterricht

Der älteste Lehrgangsteilnehmer ist laut Ausbildungsleiter 53 Jahre alt. Mit 18 Anmeldungen aus Gehrden und 14 aus Wennigsen sei die kommunale Verteilung der Prüflinge wieder nahezu ausgeglichen. Unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und Wohnort müssen die angehenden Feuerwehrleute aber alle die gleichen Anforderungen bewältigen: Insgesamt 70 Stunden theoretischer und praktischer Unterricht, in viereinhalb Wochen – alles ehrenamtlich. Im März müssen die Anwärter bei Prüfungen schriftliche, mündliche und praktische Leistungsnachweise erbringen, um den Lehrgang erfolgreich zu beenden. Die Durchfallquote ist laut Ausbilder Schachner gering. „Wenn sich in ganz wenigen Ausnahmefällen abzeichnet, dass jemand noch nicht gut genug vorbereitet ist, melden wir den Teilnehmer noch nicht zur Prüfung an“, sagt Schachner.

Von Ingo Rodriguez

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