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Stephanie Rahlf vom Büro Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung aus Hannover (Koris) moderiert das Informationsforum im Bürgersaal und notiert Anregungen, Wünsche und Hinweise.

Stephanie Rahlf vom Büro Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung aus Hannover (Koris) moderiert das Informationsforum im Bürgersaal und notiert Anregungen, Wünsche und Hinweise.
© Wirausky

Gehrden

Viele Fragen bleiben offen

Gut 120 Ideen wurden beim einem Workshop zur Innenstadtentwicklung im August zusammengetragen, nun informierte die Stadt Gehrden, wie es weitergehen soll.

Gehrden.  Ein konkretes Ergebnis des Workshops zur Innenstadtentwicklung, der im August stattfand, gibt es bereits: Es hat sich die Bürgerinitiative „Wir sind Gehrden“ gegründet. „Wir gelten inzwischen als Unruhestifter“, sagte Initiator Hartmut Weimar. Vor drei Monaten hatten beim dem Treffen im Gehrdener Rathaus zahlreiche Teilnehmer den Abriss des Hauses am Steinweg 25 gefordert. „Daraufhin haben wir uns zusammengeschlossen“, so Weimar. Zwar dürfte der Abriss des Fachwerkhauses am Marktplatz schon aus juristischen Gründen eher unwahrscheinlich sein, doch die Aktivisten wollen zumindest erreichen, dass ein Neubau die Grundstücksgrenzen des bestehenden Hauses nicht überschreitet.

Und so wundert es wenig, dass beim Informationsforum zur Inennstadtentwicklung am Montagabend das Thema im Mittelpunkt der Diskussion stand. Es dürfte für den einen oder anderen Teilnehmer jedoch eher ernüchternd gewesen sein, was er dort zu hören bekam. Nämlich nichts Konkretes. „Wir sind in lösungsorientierten Gesprächen und lassen alle Hinweise in den laufenden Prozess einfließen“, sagte Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel.  Abgesehen davon: Es gebe keinen neuen Stand, bekräftigte Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg. Gleichwohl forderte Weimar mehr Transparenz. „Uns würde schon interessieren, welche Hindernisse verhindern, dass das Problem gelöst werden kann“, erklärte Weimar. Immerhin: Der Vorschlag, einen runden Tisch der verschiedenen Interessengruppen einzurichten, wurde von Bürgermeister Cord Mittendorf wohlwollend aufgegriffen.

Die Gruppe Grüne/ Linke unterstützt die Bürgerinitiative „Wir sind Gehrden“ in ihren Bemühungen um eine Lösung des Konflikts um den Marktplatz und begrüßen den Vorschlag, einen runden Tisch einzurichten.

„Mehr als 3200 Bürger haben durch ihre Unterschrift bekräftigt, dass sie keinen Zentimeter städtischen Geländes verkaufen wollen. Der Rat hat es in der Hand, diesem Wunsch zu entsprechen“, sagt der Vorsitzende der Gruppe, Heinz Strassmann. Die Gruppe Grüne/ Linke unterstütze deshalb die Forderung der Bürgerinitiative nach einem runden Tisch, an dem die Fraktionen, die Verwaltung, die Kirche, die Investorin und die Bürgerinitiative teilnehmen sollen. 

„Wir fordern den Bürgermeister wird aut, den runden Tisch noch vor der Einbringung des Bebauungsplans einzuladen“, so Strassmann. Eine entsprechende Bitte sei an den Bürgermeister gegangen.

So wie die Initiative sei auch die Gruppe Grüne /Linke der Ansicht, dass der Rat der Investorin unmissverständlich klar machen müsse, dass städtischer Grund nicht verkauft werden dürfe. „Die Investorin kann schon heute auf dem Grundstück bauen und braucht dafür keine zusätzliche Fläche der Stadt“, meint Strassmann. dw

Unabhängig davon bemühte sich Demirel den Katalog mit den rund 120 Vorschlägen abzuarbeiten. Kein ganz einfaches Unterfangen angesichts der Fülle an Punkten aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Ansiedlung eines Bioladens, Parkplatzsituation im Stadtzentrum, Radverkehr im Stadtgebiet, Einzelhandel in der Fußgängerzone, Tourismuskonzept, Stadtmarketing oder Wasserspiele am Marktplatz. Und letztlich konnte er auch nicht alle offenen Fragen befriedigend beantworten. „Mich interessiert eigentlich nicht, wie die Verwaltung die Projekte abarbeitet, sondern wie Lösungen mit Beteiligung der Bürger gefunden werden können“, sagt so auch eine Bürgerin. 

„Wie informieren über den Stand der Dinge“, hatte Demirel zu Beginn der Veranstaltung gesagt. Nach gut zwei Stunden gingen die rund 60 Teilnehmer auseinander;  informiert, aber irgendwie auch nicht. Und die wichtigste Frage  blieb unbeantwortet: Wie geht es nun eigentlich weiter?

Von Dirk Wirausky


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Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Gehrden der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.