Navigation:
Mit Hilfe von Baustützen und Leiterteilen sicherte die Feuerwehr das Unfallfahrzeug, ehe sie mit einer Schere das Dach abtrennen und den verletzten Polizisten aus dem Wagen bergen konnte.

Mit Hilfe von Baustützen und Leiterteilen sicherte die Feuerwehr das Unfallfahrzeug, ehe sie mit einer Schere das Dach abtrennen und den verletzten Polizisten aus dem Wagen bergen konnte.
© UWE DILLENBERG

Pattensen

Feuerwehr befreit Polizisten aus Unfallwagen

Mit schwerem Gerät hat die Feuerwehr Pattensen am Donnerstagmorgen einen schwerverletzten Polizisten aus seinem Wagen befreit. Die Zivilstreife war auf der Verfolgung eines verdächtigen Fahrzeugs auf der Koldinger Straße von der Fahrbahn abgekommen und war in eine Böschung gestürzt.

Pattensen.  Unter erschwerten Bedingungen musste die Pattenser Ortsfeuerwehr am frühen Donnerstagmorgen einen schwerverletzten Polizisten aus seinem Auto befreien. Mehr als eine Stunde benötigten die Einsatzkräfte, um den Beamten aus dem Zivilstreifenwagen zu bergen, der am Ortseingang von Pattensen bei der Verfolgung eines schwarzen Skoda Superb von der Fahrbahn abgekommen und an der Kreuzung der Bundestraßen 443 und 3 in eine Böschung gestürzt war. Der Wagen hatte sich dabei überschlagen. Während der Fahrer verletzt aus eigener Kraft aus dem Auto klettern konnte, musste sein eingeklemmter Beifahrer von den Rettungskräften mit Hilfe von schwerem Gerät befreit werden.

„Es war für uns schwierig, überhaupt an den Wagen heranzukommen“, sagte Stadtbrandmeister Henning Brüggemann.  Dichtes Gestrüpp und Äste machten den Einsatzkräften das Leben an der Koldinger Straße schwer. Unter anderem musste die Feuerwehr zunächst einen etwa 25 Zentimeter dicken Baum mit einer Motorsäge fällen, um an das Dach des Unfallwagens heranzukommen.

Nachdem die Retter das Fahrzeug mit den Händen in eine stabile Position gebracht hatten, sicherten sie es mit Hilfe von Baustützen und Leiterteilen ab, um mit der eigentlichen Bergungsarbeit beginnen zu können. Dabei trennten sie das Dach der Zivilstreife ab, um an deneingeklemmten Polizisten heranzukommen. Der 44-jährige Mann, der laut Brüggemann zunächst noch ansprechbar war, wurde im Fahrzeuginneren bis dahin von einer Rettungssanitäterin versorgt, die in den Wagen gekrabbelt war.

Erst nach einer guten Stunde konnte der Verletzte mit einer Trage zu einem auf der Straße wartenden Rettungswagen transportiert werden. Er wurde unverzüglich zum Rettungshubschrauber  gefahren, der etwa 200 Meter entfernt auf einem Acker gelandet war. Von dort aus wurde er in ein Krankenhaus geflogen. Auch der ebenfalls 44 Jahre alte Fahrer der Zivilstreife, der sich aus eigener Kraft befreien konnte, wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. 

Die Verfolgungsjagd hatte gegen 2.10 Uhr in Wunstorf begonnen. Dort hatten die beiden Beamten in der Zivilstreife einen schwarzen Skoda Superb kontrollieren wollen, der aber mit hoher Geschwindigkeit davonraste. Im Verlauf der Flucht raste der Fahrer Skoda über die A2, A37 und A7 bis zur Anschlussstelle Laatzen und schüttelte dabei unter anderem zwei weitere Streifenwagen ab, die ihn ebenfalls verfolgt hatten. Lediglich die Zivilstreife konnte ihm folgen – bis sie kurz vor Pattensen von der Fahrbahn abkam, zwei Verkehrsinseln überfuhr, sich überschlug und in der Böschung zwischen Koldinger Straße und B3 liegen blieb.

Der Einsatz der Pattenser Feuerwehr dauerte laut Brüggemann bis etwa 4.30 Uhr. Bis dahin hatten die Helfer zuletzt  noch den Einsatzort für den Abschleppunternehmer ausgeleuchtet. Insgesamt war die Pattenser Wehr mit vier Fahrzeugen und 23 Einsatzkräften vor Ort. Die zur Unterstützung angeforderte Ortsfeuerwehr Laatzen, die mit zwei Fahrzeugen und einem zusätzlichen Rettungssatz angerückt war, musste nicht mehr eingreifen.

Der Fahrer des schwarzen Skoda konnte nach Polizeiangaben in unbekannter Richtung entkommen. Zeugen, die Hinweise zu dem Wagen mit hannoverschem Kennzeichen machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer (0 50 31) 9 53 01 15 bei der Polizei zu melden.

Von Björn Franz


Anzeige

Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Gehrden der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.