Navigation:
Viele Helfer konnte Ruth Pahl (sitzend) auch in diesem Jahr für ihr Projekt gewinnen.

Viele Helfer konnte Ruth Pahl (sitzend) auch in diesem Jahr für ihr Projekt gewinnen.© Elena Everding

Lemmie

Ein ganzes Dorf hilft mit

Trödeln für den guten Zweck: Ganz Lemmie hat Spendengelder für das Hilfsprojekt "Philipp und Philippa" gesammelt - mit einem Benefiz-Flohmarkt auf dem Turnplatz. Die Initiatoren Ruth und Stefan Pahl ermöglichen damit jedes Jahr Kindern eines Slums auf den Philippinen eine Schulbildung.

Lemmie. Wenn Ruth Pahl ihr Dorf um Hilfe bittet, dann lässt die Unterstützung nicht lange auf sich warten. Seit fünf Jahren veranstaltet sie einmal im Jahr einen Flohmarkt in Lemmie, um Spendengelder für ihr Kinderhilfswerk. Und wie immer sind der Lemmier Chor, die Freiwillige Feuerwehr, das der Ortsverband des DRK und der Kapellenvorstand mit dabei.

An mehreren Ständen bieten die Verkäufer Haushaltsgegenstände, Bücher, Geschirr und vieles mehr an. Das Geld aus dem Verkauf stecken sie sich aber nicht etwa in ihre eigene Tasche, sondern spenden es komplett an "Philipp und Philippa. "Es ist unglaublich, was die Leute alles spenden", sagt Ruth Pahl, die selbst in Lemmie wohnt, schwer beeindruckt.

Weitere Spenden kommen in die Kasse durch den Kuchenverkauf des DRK und den Bratwurstverkauf des Kapellenvorstandes. Auch der Lemmier Chor tritt am Nachmittag auf, der im Vorfeld durch bekannte Lemmier Profimusiker gecoacht wurde: Klaus Schwarzer, Burkhardt Hennicke und Russel Thomson.

Das Kinderhilfswerk gründete Pahl vor zwölf Jahres, nachdem sie ihren Bruder Florian Spitzner auf den Philippinen besuchte, der damals eine Zeitlang dort lebte. Die Geschwister waren schockiert von den miserablen Verhältnissen in den Slums der Millionenstadt Davao, vor allem für Kinder.

"Meine Kinder haben alles, die Kinder dort nicht", erklärt Pahl ihre Motivation hinter der Initiative. Ohne Schulbildung keine Zukunft, weiß Pahl. Die Alternativen sind Kriminalität, Armut und ein Schicksal auf der Straße. Also begann die Sozialpädagogin gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrem Mann Stefan Geld für die Kinder zu sammeln, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen.

"Etwa 350 Euro reichen pro Jahr, um einem Kind eine Schulbildung zu finanzieren", erklärt Ruth Pahl. Das Ziel sei es, 18 Kindern Schulgeld, Schuluniform, Schulsachen und wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag finanzieren zu können.

Und damit das auch klappt, spenden die Lemmier auf dem Flohmarkt gerne. "Die Stimmung ist gut, ich bin so dankbar für die vielen Helfer - perfekt", resümiert Pahl. Etwa 2325 Euro kamen heute zusammen. "Das ist der Wahnsinn. Die Hilfsbereitschaft der Lemmier rührt mich jedes Jahr.", sagt die Organisatorin. Weitere Spenden sammelt der Weihnachtsmarkt "Weihnachtsvorfreude 3.0" auf dem Pferdehof Rehren in Lemmie am Sonnabend, 2. Dezember, von 15 bis 20 Uhr. Ein Teil der Erlöse geht ebenfalls an "Philipp und Philippa".

Von Elena Everding


Anzeige

Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Gehrden der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.