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Jürgen Steindorf (links), Michael Diekmann und Martina Winterberg schieben die verschlossene Zeitkapsel in die mit Blattgold überzogene Kupferkugel. Die Verschluss der Zeitkapsel enthält eine Gravur (siehe Bildergalerie). In der Kupferhülle befinden sich jetzt Papierdokumente und eine Münze. Auf der Kapelle prangt nun ein Kreuz. Handwerker befestigen die Konstruktion auf der Spitze des Dachreiters.

Jürgen Steindorf (links), Michael Diekmann und Martina Winterberg schieben die verschlossene Zeitkapsel in die mit Blattgold überzogene Kupferkugel. Die Verschluss der Zeitkapsel enthält eine Gravur (siehe Bildergalerie). In der Kupferhülle befinden sich jetzt Papierdokumente und eine Münze. Auf der Kapelle prangt nun ein Kreuz. Handwerker befestigen die Konstruktion auf der Spitze des Dachreiters.© Ingo Rodriguez

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Redderse

Zeitkapsel erinnert an die Turmsanierung

Vermächtnis für künftige Generationen: Auf dem Turm der historischen Kapelle in Redderse prangt nun wieder ein Edelstahlkreuz. Die Spezialanfertigung ist an einer Kupferkugel befestigt, in die eine sogenannte Zeitkapsel eingelassen wurde - mit Dokumenten über die derzeitigen Sanierungsarbeiten.

Redderse. Genau genommen ist es gar kein richtiger Glockenturm. "Sondern vielmehr ein sogenannter Dachreiter", sagt Bauleiter Jürgen Steindorf vom Denkmalpflegeamt der Landeskirche. Er hat sich an der Kapelle in Redderse mit Martina Winterberg getroffen, der Vorsitzenden der Kapellengemeinde. Dort laufen derzeit die umfangreichen Bauarbeiten zur Sanierung des 1737 errichteten Gotteshauses immer noch auf Hochtouren. Aber noch bevor die Arbeiten abgeschlossen sind - vermutlich Ende des Jahres - haben beide auf der Spitze des Minikirchturms gemeinsam mit Handwerkern der Nachwelt ein Andenken an die Renovierung hinterlassen.

Es ist ein Vermächtnis, das weithin sichtbar ist und Jahrhunderte überdauern soll: eine Zeitkapsel, in der eine aktuelle Lokalausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, der neueste Gemeindebrief, eine Kapellenchronik und eine Euromünze deponiert sind. "Fest verschlossen", hatte morgens um 10.15 Uhr Handwerker Michael Diekmann versichert, nachdem er den Kupferdeckel mit eingravierter Ortsmarke und Jahreszahl mit kräftigen Hammerschlägen befestigt hatte. Die etwa 30 Zentimeter lange Kupferhülle der Zeitkapsel, in der sich die zusammengerollten Papierdokumente befinden, liegt jetzt in einer hauchdünn mit Blattgold überzogene Kupferkugel - eine Spezialanfertigung, an der ein Edelstahlkreuz befestigt ist.

"So oder so ähnlich muss es an der Turmspitze auch früher ausgesehen haben", sagt Winterberg. Die Vorsitzende der Gemeinde hatte vor den Sanierungsarbeiten mit Vorstandkollegen und der Denkmalpflege umfangreich geforscht. Denn: Seit etwa 80 Jahren ragte aus dem Dachreiter der Kapelle eine Stange heraus. "Aber niemand weiß mehr, was dort ursprünglich befestigt war - Kreuz oder Wetterhahn", sagt Winterberg.

Dessen ungeachtet hat die Gemeinde in den vergangenen Wochen Spenden gesammelt, um den Dachreiter nun wieder symbolisch zu krönen. Denn: Für die Sanierung der Kapelle - inklusive Erneuerung des maroden Dachstuhls, der Ziegelabdeckung, des Mauerwerks der Gefache sowie morscher Holzbalken - stellen der Kirchenkreis und die Landeskirche zwar rund 160 000 Euro zur Verfügung. "Die Spezialanfertigung mit Kreuz und Kugel kostet aber weitere rund 4000 Euro", sagt Winterberg. Mit Kollekten und Spenden sei das Projekt aber bereits fast finanziert. Und nur etwa zwei Stunden nach dem Verschließen der Zeitkapsel hatten Handwerker die Metallkonstruktion auch am höchsten Punkt der Kapelle fest geschraubt.

Auslöser der Sanierung war eine bedrohlich zunehmende Schieflage des Dachreiters. Der Aufbau wurde im Sommer zu Beginn der Arbeiten zunächst mit einer Hilfskonstruktion aus neuen Holzbalken, Richtseilen und Winden  provisorisch gestützt. Inzwischen wurde der Miniturm auch baulich stabilisiert. Morsche Balken wurden ertüchtigt und teilweise ausgetauscht. Nur die Verschieferung mit roten Dachziegeln fehlt noch", sagt Steindorf.

Sanierungsarbeiten gehen in die Schlussphase

Endspurt: Die Sanierung der historischen Kapelle in Redderse geht jetzt in die Schlussphase. „Die Zimmermannsarbeiten sind vollständig abgeschlossen. Nun besteht der Wunsch, dass zu Weihnachten ein Gottesdienst in der vollständig renovierten Kapelle gefeiert werden kann“, sagt Bauleiter Jürgen Steindorf vom Denkmalpflegeamt der Landeskirche.

Abgeschlossen sind laut Steindorf inzwischen die baulichen Maßnahmen zu Stabilisierung des zuvor bedrohlich geneigten Dachreiters. Auch die zum Teil zerbröselten Gefache des Mauerwerks sowie morsche Holzbalken in den Grundmauern wurden bereits instand gesetzt. Die historischen Fenster der Kapelle mit gusseisernen Gestellen und handgemachtem Glas sind ebenfalls bereits restauriert und wieder eingebaut. „Die Fenster bleiben aber bis zum Bauabschluss mit Schutzplatten abgedeckt“, sagt der Bauleiter.

Die Landeskirche und der Kirchenkreis investieren rund 160 000 Euro, um das 1737 errichtete Gotteshaus zu sanieren. In den nächsten sechs bis acht Wochen soll nun noch das Hauptdach erneuert werden. Außerdem wird auch noch die Fassade gestrichen. Dann folgen laut Steindorf weitere Maler- und Elektroarbeiten. „Wenn wir bis Weihnachten wirklich fertig werden, wäre das eine Punktlandung“, so die Einschätzung des Bauleiters.


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