Navigation:
Trotz Bedenken der Region und der IHK haben die Gehrdener Politiker die Erweiterungspläne für den Aldi-Markt an der Everloher Straße befürwortet.

Trotz Bedenken der Region und der IHK haben die Gehrdener Politiker die Erweiterungspläne für den Aldi-Markt an der Everloher Straße befürwortet.
© Lisa Malecha

Gehrden

Aldi darf größer bauen

Das Unternehmen Aldi will seinen Markt in Gehrden erweitern – seit Jahren. Zuletzt hatte die Region kritisch angemerkt, dass die Verkaufsfläche zu groß ausfalle. 

Gehrden.  Aldi will seine Filiale an der Everloher Straße erweitern. Diesen Plan verfolgt das Unternehmen bereits seit mehr als drei Jahren. Doch das Vorhaben ist ins Stocken geraten. Erst wartete das Unternhemen ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Einzelhandelsgutachten ab. Anschließend musste ein weiteres Gutachten erstellt werden, welche Auswirkungen das konkrete Projekt für das Umland habe. 

Aldi will seine Verkaufsfläche von aktuell 800 auf fast 1300 Quadratmeter vergrößern. Region und Industrie- und Handelskammer (IHK) sehen das kritisch. Aus ihrer Sicht soll sich der Discounter auf maximal 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche beschränken. Die Begründung: In Gehrden sei die Kaufkraft im Einzelhandel zu 90 Prozent gedeckt. Zusätzlicher Bedarf bestehe nicht; vielmehr würde ein großer Aldi-Markt Kaufkraft aus dem Stadtzentrum und den Nachbarkommunen abziehen. In Gehrdens Einzelhandelsgutachten waren allerdings andere Werte errechnet worden.

Und das zweite Gutachten kommt zu dem gleichen Ergebnis. Die Experten konnten in ihrer Untersuchung keine negativen Auswirkungen feststellen. Im Gegenteil: Das Vorhaben leiste einen Beitrag zur Stärkung der Nahversorgung, heißt es. 

Zumal auf dem Vorwerk-Gelände und den Knülweg über kurz oder lang Baugebiete entstehen werden. „Dann rückt die Wohnbebauung nah an den Aldi-Markt heran“, sagt Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg. Grundsätzlich gelte nämlich, dass 50 Prozent des Umsatzes durch Kunden aus fußläufiger Entfernung gemacht werden müsse. Dieses Kriterium erfüllt Aldi zurzeit zwar nicht, aber: Der Discounter sei ein etablierter Altstandort.

Gehrdens Politiker unterstützen mehrheitlich die Pläne Aldis. „Die Modernisierung von Aldi ist absolut nachvollziehbar“, sagt Bürgermeister Cord Mittendorf. Und für Henning Harter ist es praktizierte Wirtschaftsförderung, wenn die Stadt das Vorhaben positiv begleite „Aldi muss sich sich angemessen vergrößern, um sich zeitgemäß zu präsentieren“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. 

Seit Mitte 2014 plant der Discounter Aldi, seinen Markt am Rande der Kernstadt zu erweitern und zu modernisieren. Ein Millionenprojekt: Das derzeitige Gebäude soll abgerissen und neu gebaut werden. Das Unternehmen hat auch das angrenzende Grundstück der Autowerkstatt Dietrich gekauft, um dort zusätzliche Parkflächen anzulegen. Middelberg hält es durchaus für möglich, dass Ende nächsten Jahres der neue Markt steht - je nachdem, wie schnell die Baugenehmigung erteilt werde und wie lange der Abriss des alten Komplexes dauere. Die Autowerkstatt will an den Bünteweg umsiedeln.

Von Dirk Wirausky


Anzeige

Gehrden ist ...

  • ... eine Stadt im Calenberger Land mit knapp 15.000 Einwohnern
  • ... die ehemalige Heimat von Tagesschausprecher Marc Bator
  • ... ein Paradies für Spaziergänger
  • ... Ausgrabungsort einer ehemaligen germanischen Siedlung
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Gehrden der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.