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Der Rat hat in namentlicher Abstimmung mit großer Mehrheit für den Erhalt beider Bäder in Garbsen gestimmt.

Der Rat hat in namentlicher Abstimmung mit großer Mehrheit für den Erhalt beider Bäder in Garbsen gestimmt.
© Gerko Naumann

Garbsen

Garbsen behält beide Schwimmbäder

Der jahrelange Bäderstreit von Garbsen scheint beigelegt. Am Montagabend hat der Rat gegen die Stimmen der Grünen für den Erhalt des Badeparks Berenbostel und des Hallenbads am Planetenring beschlossen . Das könnte teuer werden.

Berenbostel/Auf der Horst.  Der angekündigte „Bäderfrieden von Garbsen“ ist Wirklichkeit geworden. Mit großer Mehrheit haben sich die Ratsmitglieder – gegen die Stimmen der Grünen – am Montagabend für eine Zwei-Bäder-Lösung ausgesprochen. Das bedeutet: Der Badepark in Berenbostel wird wie beschlossen wieder aufgebaut. Er soll mit fünf Bahnen künftig schwerpunktmäßig als Familien- und Freizeitbad genutzt werden.

Der Wiederaufbau des Badeparks in Berenbostel soll so bald wie möglich beginnen

Der Wiederaufbau des Badeparks in Berenbostel soll so bald wie möglich beginnen.

Quelle: Gerko Naumann

Bauchschmerzen wegen der Kosten

Darüber hinaus soll die marode Technik des Hallenbads am Planetenring im Stadtteil Auf der Horst zu einem späteren Zeitpunkt saniert werden. Die Kosten dafür werden voraussichtlich etwa sechs Millionen Euro betragen. Der Arbeitstitel für diese Einrichtung lautet: Sport- und Funktionsbad. Selbst die Politiker, die für dieses Vorhaben stimmten, äußerten allerdings Bedenken. Es war von „Bauchschmerzen“ die Rede, was die Entscheidung für die finanzielle Zukunft Garbsens bedeutet. Deshalb forderten die Ratsmitglieder die Verwaltung dazu auf, eine Lösung zu suchen, um die laufenden Betriebskosten zu senken.

Kein Jubel bei der SPD

Damit wird in der hart umkämpften Bäderfrage vieles von dem umgesetzt, was die SPD in Garbsen seit Jahren gefordert hat. Anlass zur Häme gegenüber anderen Parteien sei das aber nicht, betonte Ratsherr Rüdiger Kauroff. „Wir freuen uns, aber wir jubeln nicht.“ Es gelte nun, den Blick nach vorn zu richten und zu hoffen, „dass das Thema Bäder für lange Zeit von den Tagesordnungen verschwindet“.

Die CDU habe sich nach langen Diskussionen dazu durchgerungen, dem Beschluss zuzustimmen, sagte Gunther Koch. „Wirklich glücklich sind wir aber nicht.“ Doch die aus der Sicht der Christdemokraten beste Lösung eines Zentralbads in Garbsen-Mitte sei nunmal politisch nicht durchsetzbar gewesen. Deshalb sei es nun an der Zeit, den teils heftigen Streit beizulegen. „Der hat die Stadtgesellschaft und die Politik tief gespalten“, sagte sich Koch.

Günther Petrak von den Unabhängigen legte Wert darauf, dass seine Fraktion als erste den Erhalt des Hallenbads am Planetenring gefordert hatte. Er teile jedoch die Bedenken wegen der Kosten: „Ich hoffe, dass wir nicht politisch baden gehen, sondern dass die Bürger bald wieder baden gehen können.“

Grüne warnen vor Steuererhöhungen

Einzig die Grünen stimmten dem „großen Bäderfrieden in der Vorweihnachtszeit“ nicht zu, wie der Fraktionsvorsitzende Darius Pilarski den Kompromiss etwas spöttisch nannte. Er geht davon aus, dass die Mehrkosten für den laufenden Betrieb im Vergleich zu einem Zentralbad etwa eine Million Euro betragen werden. „Und zwar jährlich“, wie Pilarski betonte. Das werde weitere Steuererhöhungen nach sich ziehen. „Ich halte das für die falsche Entscheidung.“

Deshalb beantragte Pilarski eine namentliche Abstimmung, in der jeder Abgeordnete persönlich gefragt wurde, ob er dem Vorschlag zustimmt. Bis auf die drei Vertreter der Grünen beantworteten sie alle mit „Ja“ – mit mal mehr und mal weniger Überzeugung in der Stimme.

Bürgermeister: Endlich Klarheit

Bürgermeister Christian Grahl hatte schon bei seiner Haushaltsrede betont, dass die Politik in der Pflicht sei, über die Zukunft des Hallenbads zu entscheiden. Er hatte immer wieder angemerkt, dass die Zwei-Bäder-Lösung aus finanziellen Aspekten nicht die von ihm favorisierte ist. Gleichzeitig wirkte er aber auch etwas erleichtert, als er sagte: „Mit der Entscheidung bekommen wir endlich Klarheit für Bürger und Verwaltung.“

Jubel auf der Tribüne

Die Zuschauer auf der Tribüne im Ratssaal kommentierten die Entscheidung auf ihre Weise. Für einen kurzen Moment brach Jubel aus – und es gab Applaus. Dieses Verhalten bemüßigte den Ratsvorsitzenden Hartmut Büttner zu einer nicht ganz ernst gemeinten Ermahnung: „Eigentlich ist es in einer Ratssitung nicht gestattet, zu klatschen. Aber heute lassen wir Ihnen das ausnahmsweise mal durchgehen.“ Den Kommentar zum Thema lesen Sie hier.

Die Besucher auf der Tribüne kommentieren die Entscheidung mit Jubel

Die Besucher auf der Tribüne kommentieren die Entscheidung mit Jubel.

Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann


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