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07:30 10.11.2018
So soll es in der Aegidien-Kirche wirken. Quelle: Oliver Vosshage
Berenbostel/Hannover

 Sie illuminieren für die Ehrenringverleihung das Garbsener Rathaus, setzen für den Neujahrsempfang der Stadt die Aula am Planetenring in Szene und haben ihre Lichttechnik unter anderem an der Kugelbake Cuxhaven und an der Marienburg eingesetzt. Das Garbsener Unternehmen Allstars setzt voll und ganz auf die faszinierende Wirkung von Licht. Seit Januar 2018 geht es für Geschäftsführer Felix Reinhold und seine Kollegin Meike Czekalla um nichts anderes mehr.

Kreatives Team: Tobias Wilhelm (von links), Felix Reinhold, Meike Czekalla, Sören Markowski und Kai Renders. Quelle: Jutta Grätz

Die beiden und ihre Kollegen – seit Mai ist Ferdinand Münder mit im Projektteam – organisieren das erste Lichtkunstfestival „Hannover leuchtet.“ Von Mittwoch bis Sonntag, 14. bis 18. November, werden markante Gebäude und Plätze in Hannover in einem völlig ungewohnten Licht zu sehen sein.

Unterschiedlich illuminiert werden von 17.30 bis 23 Uhr die Staatsoper, das Landesmuseum, die Aegidien-Kirche und die Basilika St. Clemens, die Marktkirche, das Landesfunkhaus am Maschsee, die Kröpcke-Uhr und die HDI-Arena. Die einzelnen Projektionen und Illuminationen dauern jeweils bis zu 15 Minuten.

Lichtkünstler mit internationalem Format

Für das kleine Allstars-Team aus zehn Kollegen ist es das bislang größte Projekt. International bekannte Lichtkünstler, darunter der Berliner Andreas Boehlke, der Wiener Harald Tragweindl, Franz Betz, ein Urgestein der Lichtkunstszene, Marc Theis und das Team Resorb von Videokünstlern um Stefan Ihmig arbeiten mit ihnen zusammen. Und auch mit dem Garbsener Fabian Döhring, den Reinhold noch aus Zeiten im TanzCentrum Kressler kennt – heute ist Döhring Oberbeleuchter beim NDR.

Wie die Initiative „Hannover leuchtet“ entstand? „Am Anfang war es nur eine Idee“, sagt Czekalla. An jenem 25. Januar 2018 riefen sie und Reinhold bei Andreas Boehlke an, dem „Licht-Guru“ und Mann von „Berlin leuchtet“. Ihre Idee: ein Lichtkunstfestival für Hannover. Boehlke rief prompt zurück. Und Czekalla und Reinhold machten sich auf den Weg nach Berlin. „Dann ging alles ganz schnell“, sagt Reinhold. „Wir wollten unbedingt etwas ähnliches in Hannover machen – dann war die Idee raus, und wir legten los.“

„Licht ist unsere Leidenschaft“

„Wir eröffnen für Hannover ganz neue Dimensionen“, sagt Felix Reinhold selbstsicher. Ein rund fünf Kilometer langes Lasernetz wird den Weg zu den Lichtinstallationen zeigen. Eine Lichtschlagader wird am Platz an der Goseriede zu sehen sein, ein Lichtpuzzle an der Marktkirche, eine Lichtdusche am Maschsee. „Technisch sind wir groß unterwegs“, erklärt Reinhold. 7000-Watt-Leuchten lassen St. Clemens und Aegidien erstrahlen, am Landesmuseum werden 80 bewegbare Lampen installiert. Zum Vergleich: „Das Garbsener Rathaus haben wir beim Ehrenring dezent mit sechs Lampen illuminiert“, sagt Reinhold.

Sie setzen Großbildprojektoren ein, die mehr als 300 Quadratmeter Fläche bespielen können. Und aus vielen Beamern entsteht ein großes Bild. „Licht ist unsere Leidenschaft“, sagt Reinhold, der die Allstars seit 2010 als GmbH führt. Bereits seit 2006 arbeitet er im Eventbereich, unter anderem als DJ und Moderator, damals noch neben seiner Tanzlehrertätigkeit im TanzCentrum Kressler.

Partner leuchten in Garbsen

Der Eintritt zu „Hannover leuchtet“ ist frei, die Initiative finanziert sich ausschließlich mit Spenden. Aus Garbsen sind die Unternehmen Schwarze, Seidel Hausgeräte und Schaper Design& Technik dabei. Die Allstars illuminieren parallel zum Festival in Hannover auch deren Gebäude. Ein Teil der Spenden kommt der HAZ-Weihnachtshilfe zugute. „Wir erhoffen uns eine weite Strahlkraft für unser Projekt“, sagt Reinhold. „Sozusagen von Garbsen nach Hannover in die Welt.“

„Wir wollen die Geschichte der Gebäude vermitteln“, sagt Meike Czekalla. „Dieses Licht wird die Architektur ganz neu erlebbar machen“, meint Felix Reinhold und ist selbst höchst gespannt auf die Wirkung. „So haben Betrachter die Gebäude noch nie gesehen.“ Das detaillierte Programm finden Sie in unserem Infotext und im Internet auf www.hannover-leuchtet.com.

An diesen Punkten leuchtet Hannover

Basilika St. Clemens, Goethestraße 33: Installation „Das Tor zur Stadt“. Vor 300 Jahren entschied man sich, die Kirche in Richtung Hannover zu öffnen und nicht wie üblich Richtung Osten. Der Künstler Harald Tragweindl aus Wien macht das zum Thema seiner Großbildprojektionen.

Marktkirche: Installation „Das leuchtende Puzzle“. Es lebt vom Mitmachen: Passanten bemalen vor und während des Lichtkunstfestivals hunderte von magnetischen Puzzelteilen. Zwischen Marktkirche und Altem Rathaus stehen zwei Container, in denen unter Schwarzlicht mit fluoreszierenden Farben kleine Kärtchen bemalt werden. Das Gemeinschaftskunstwerk wird am 8. Dezember zwischen 11 und 17 Uhr bei Galeria Kaufhof versteigert. Der Erlös wird gespendet.

Kröpcke-Uhr: Interaktive Installation „Das Lichtschwein“. Seit Jahren dient die Uhr als Platz der Kunst. Klein und Groß soll überrascht werden, was als nächstes passiert. Künstler Franz Betz ist ein Urgestein der Lichtkunstszene. Ein selbstgebautes Lichtschwein wird vor der Uhr aufgestellt. Wer eine Münze einwirft, unterstützt zwei karitative Projekte in Hannover. Wechselnde Interaktionen in der Uhr machen dies sichtbar.

Opernhaus: Installation „Bolshoi meets Staatsoper“. Themen sind Gottfried Wilhelm Leibniz und die Digitalisierung der Welt. Der Künstler: Resorb. Das Team aus Videokünstlern bringt eine Installation mit, die den ersten Preis beim Art Vision Contest auf dem Circle of Light Festival am Bolshoi Theater in Moskau gewonnen hat. Resorb haben sie genau angepasst. Sie haben die Oper vermessen, ein 3-D-Objekt erstellt und die Lichtshow simuliert.

Aegidienkirche, Breite Straße Ecke Osterstraße: Installation „We are all one Family – in einer bunten Welt“. Ein Mahnmal mitten in der Stadt. Hannover zeigt in der Ruine der Kirche seine Verbundenheit mit Hiroschima. Künstler: Marc Theis, seit 1983 freischaffender Fotograf und Buchautor.

Landesmuseum, Willy-Brandt-Allee 5: Installation „Lichterlebnis Unterwasserwelt“. Die Geschichte der Fassade, in der Fossilien verarbeitet sind, dient als Grundlage. Die etwa siebenminütige Schau bestehend aus Ton, Licht und Bewegung. Künstler: Fabian Döring aus Hannover. Mehr als 80 bewegliche Leuchten setzen Strahlen in die Luft, projizieren Muster und setzen Fassadenelemente in den Fokus. Das Landesmuseum taucht alle 15 Minuten neu in ein Bild aus Wasser und Licht.

NDR Funkhaus, Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22: Installation „Kaleidoskopabstract“. Animation, in der große Flächen kleiner werden und am Ende aus Einzelbuchstaben bestehen – Schriftart Univers. Diese wurde 1950/1951 zur Bauzeit des Funkhauses von Adrian Frutiger entworfen. Im letzten Drittel der Animation reduzieren sich die Buchstaben zum kleinsten graphischen Element: dem Punkt. Künstler: Detlef Hartung und Georg Trenz.

HDI Arena: Installation „Ein Teil von Hannover“. Künstler: Harald Tragweindl. Er bespielt mit seinen Projektionen bis zu 35.000 Quadratmeter und taucht ein in die Geschichte des ehemaligen Niedersachsenstadions seit dem Bau 1954.

Das Rahmenprogramm: Am Donnerstag, 15. November, tritt die Hannoveraner Band Milou & Flint ab 18.30 Uhr auf der Bühne am Opernplatz auf. Am Freitag, 16. November, werden Gourmetköche beim „Köche leuchten“ Gaumenfreuden im Festlichtzelt vor der Staatsoper kredenzen. Für Sonnabend, 17. November, bietet sich das Herri Charitykonzert mit Newcomer Jakob Karl an, eine Kooperation mit „hannoverbunden“ auf dem Opernplatz. Angeboten werden außerdem Lichttouren zu Fuß und mit dem Bus und täglich wechselnde Themenbüfetts an der Oper. jgz/lz

Von Jutta Grätz

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