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TfN zeigt "Hexenjagd" im Forum der IGS

TfN zeigt "Hexenjagd" im Forum der IGS
 © Katharina Hemmer

Garbsen

TfN inszeniert „Hexenjagd“  bedrückend echt

Das Theater für Niedersachsen (TfN) hat mit dem Theaterstück „Hexenjagd“ in der IGS einen Stoff von 1692 inszeniert, das die Aktualität von Rufmord und – ganz modern gesagt „fake news“ zeigt.

Garbsen-Mitte.  „Was wir tun, ist Gotteswerk“ – davon ist die puritanische Gemeinde in der amerikanischen Stadt Salem überzeugt, als sie 1692 unschuldige Bürger der Hexerei beschuldigt und sie vom Gericht zum Tod am Strang verurteilt werden. Auslöser ist die Pastorentochter und Protagonistin Abigail. Sie und ihre Freundinnen wollen nicht zugeben, dass sie versucht haben, zu hexen. Um sich selbst zu verteidigen und der Strafe zu entgehen, schieben sie die Schuld auf Bewohner der Stadt. Sie nennen wahllos Namen von Gemeindemitgliedern, die angeblich mit dem Teufel im Bund stehen, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Bettina Rehm inszenierte das Drama von Arthur Miller aus dem Jahr 1952 für das TfN. Am Sonnabend war das Ergebnis im voll besetztem Forum der IGS zu erleben.

Das Stück löst im Zuschauer die gesamte Zeit über Beklemmungen aus und zieht ihn in die Geschehnisse hinein. Die Darsteller agieren so leidenschaftlich, dass die Verzweiflung der Bewohner deutlich spürbar wird. Die Aufführung ist durchweg spannend, wenn auch etwas zu lang. Das Publikum fühlt sichtbar mit und schüttelt den Kopf über die Todesurteile des Gerichtes. Das Stück zeigt, wie durch das Wort eines Menschen ganze Leben zerstört werden können. 

„Rufmord ist schnell gemacht. Das Thema der Aufführung passt sehr gut zur heutigen Zeit“, sagt eine Zuschauerin. „Der Ernst der Lage in Verbindung zu heute zeigt, wie schnell ein Stein ins Rollen kommen kann“, sagt Zuschauerin Petra Wagner. 

Nicht nur die Darsteller haben den Stoff inhaliert, auch Bühnenbildnerin Julia Hattstein hat eine Szenerie geschaffen, die die Gefühle Beklemmung, Eifersucht und die Wut im Stück unterstützt: Die gelben Wände und der geneigte Boden kommen auf das Publikum zu und wirken erdrückend. Eine berührende Inszenierung, die aufgrund der Aktualität zum Nachdenken anregt. Das Publikum befreite sich am Ende aus der drückenden Stimmung mit minutenlangem Applaus.

Von Katharina Hemmer


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