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Region Garbsen Nachrichten Stadt will Tempo 30 auf Hauptstraßen testen
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18:01 26.12.2017
Frielingen: Die Bürgermeister-Wehrmann-Straße gilt als eine der am meisten belasteten Straßen in Garbsens Dörfern. Quelle: Archiv (O. Kühn)
Garbsen

 Tempo 30 vor Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen  – das ist inzwischen gängige Praxis in Garbsen. Es geht dort um die Gefahren für schwächere Verkehrsteilnehmer. Was das Land jetzt vorhat, richtet sich gegen Lärm, Gestank und Unfälle. Es schreibt einen Modellversuch für drei Jahre aus und sammelt bis 31. Januar Vorschläge von Kommunen für besonders brisante Abschnitte.

Garbsen schreibt vier Straßen in die Bewerbung

Garbsens Stadtverwaltung hat vier Strecken aus ihrem großen Portfolio der Straßen mit viel Lärm herausgesucht: Die Havelser Straße durch Garbsen-Mitte, die Osterwalder Straße vom Dorfplatz bis Leinestraße, die Berenbosteler- und Hannoversche Straße durch Altgarbsen vom Centrum Kohake bis zum Kanal und die Bürgermeister-Wehrmann-Straße in Frielingen auf der gesamten Länge. Der Rat entscheidet über die Bewerbung am 24. Januar. Am 31. Januar ist Anmeldeschluss beim Land. Der Versuch soll 2019 beginnen. Die Entscheidung, welche Straßen in das Programm aufgenommen werden, trifft ein Gutachterbüro.

Nach dem Lärmaktionsplan der Stadt zählen alle vier Straßen zu hochbelasteten Strecken. Höchste Priorität hatten im Lärmaktionsplan 2010 allerdings auch die Straßen Auf der Horst und Alte Ricklinger Straße, weil entlang dieser Straßen besonders viele Anlieger wohnen. 

Land lässt Ist-Zustand und Verbesserungen dokumentieren 

Mit dem Modellprojekt „Tempo 30 auf Hauptstraßen“ will das Wirtschaftsministerium herausfinden, wie sich die verminderte Geschwindigkeit auf Sicherheit, Lärm und Luftverschmutzung auswirkt. Der Versuch wird wissenschaftlich ausgewertet. Am Beginn steht eine Anylase der heutigen Zustandes. Bei den Teststraßen müssen die Grenzwerte für Lärm und Luftschadstoffe überschritten sein.

Die umfangreichsten Erfahrungen mit Tempo 30 an Hauptstraßen liegen in Berlin vor. Dort wurde an mehr als 50 Kilometern des Hauptnetzes nachts Tempo 30 eingeführt. Der Lärmpegel soll sich zwischen 0,7 und 2,7 Dezibel dB(A) gesenkt haben. Als besonders erfolgreich gelten Versuche dort, wo viele Menschen leben. Sinkt der Lärm um 1 dB(A), empfinden Anlieger dies als deutlich leiser.

Grahl: „Es muss Möglichkeiten geben, Lärm zu reduzieren“

Für Bürgermeister Christian Grahl steht das Kriterium Verkehrssicherheit bei diesem Modellversuch nicht an oberster Stelle. Ihm geht es um Lärm und Umweltgifte aus Fahrzeugen. „Garbsen ist an vielen Stellen verlärmt, es muss Möglichkeiten geben, dies zu ändern. Darum wollen wir uns beteiligen“, sagt Grahl im Pressegespräch. Bisher haben die Kommunen keine rechtliche Möglichkeit, an Hauptverbindungen inklusive Landes- und Bundesstraßen Tempo-30-Schilder aufzustellen.

Von Markus Holz

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