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Region Garbsen Nachrichten Heitlingen ist der lauteste Stadtteil in Garbsen
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00:17 03.09.2018
"Nachts ist es besonders schlimm": Ursula Reimers-Maas wohnt seit 1974 an der Hauptstraße in Heitlingen. Quelle: Linda Tonn
Heitlingen

 Nur vier Stunden habe sie in dieser Nacht geschlafen, erzählt Ursula Reimers-Maas. Und während sie erzählt, wie nachts die Flugzeuge über ihr Haus brettern, dröhnt bereits der Motor der nächsten Fliegers, der sich den Weg über ihr Hausdach an der Hauptstraße in Heitlingen bahnt. Die Richtung: „Irgendein Urlaubsort im Süden“, sagt die Rentnerin, die es sichtlich quält, dass für den Flughafen Langenhagen kein Nachtflugverbot gilt. Seit Mitte der Siebzigerjahre wohnt Reimers-Maas in dem Haus an der Straßenkreuzung – erst kam der Fluglärm und dann die vielen Lastwagen, die durch den Stadtteil rauschen. Wenige Minuten im Arbeitszimmer unterm Dach machen deutlich, dass Heitlingen zu den lautesten Orten in Garbsen zählt.

"Ich bin nicht per se gegen das Fliegen": Anwohnerin Reimers-Maas engagiert sich gegen Nachtflüge. Quelle: Linda Tonn

Flugzeuge kommen über Nordbahn

Auf dem Tisch liegt ein Flyer von BON-HA (Besser ohne Nachtflug – Hannover Airport), einem Zusammenschluss von Initiativen gegen Fluglärm mit Mitgliedern aus Burgdorf, Isernhagen, Garbsen und Langenhagen. Die Heitlingerin Reimers-Maas engagiert setzt sich seit 1987 gegen den Lärm durch die Flugzeuge ein. Lange schon ist sie Teil der Bürgerinitiative Bigum. „Die Flugzeuge dürfen nicht einfach über die Dörfer gelenkt werden“, sagt sie. Gerade werde der gesamte Verkehr über die Nordbahn des Flughafens geleitet, weil die Südbahn seit Mai erneuert wird. „Und zur Urlaubszeit kommen noch einmal mehr Flugzeuge dazu. Das überschreitet die gesetzlichen Grenzwerte für den Fluglärm“, sagt Reimers-Maas. Sogar an Wirtschaftsminister Bernd Althusmann haben die Mitglieder der Bürgerinitiative schon geschrieben – bislang ohne Erfolg. „Nachts ist es besonders schlimm“, erzählt die Rentnerin. An ihrem Haus hängt eine Scheibe mit einem durchgestrichenen Flugzeug. Und den Uhrzeiten 22 bis 6.

Serie: Hier ist Garbsen spitze

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"Die Sanierung der Südbahn darf nicht so lange dauern": Im Minutentakt brettern die Maschinen über Heitlingen. Quelle: Linda Tonn

Berufsverkehr durch den Ort

Wenn tagsüber die riesigen Maschinen über Heitlingen donnern, nimmt Reimers-Maas das schon gar nicht mehr wahr. Obwohl man jede einzelne der Maschinen mit bloßem Auge zählen könnte. Nur selten wandert ihr Blick zum Himmel. Die 44 Jahre in dem Haus haben sie abgehärtet. Sie wolle den Flughafen auch gar nicht abschaffen, sagt sie. „Ich träume davon, noch einmal nach New York zu fliegen.“ Nur eben der Nachtflugverkehr setze ihr stark zu. Und dann ist da auch noch der Berufsverkehr, der sich seinen Weg an ihrem Haus vorbei bahnt. Pendler, Motorradfahrer und Lastwagen rollen über die Hauptstraße – von frühmorgens bis spätabends. Es sei die Summe, der Geräusche, die einen verrückt mache, sagt Reimers-Maas. Und krank. Wegziehen möchte die Alleinstehende aber nicht. Vielmehr kämpft sie als Ortsratsmitglied und mit der Bürgerinitiative gegen den Lärm in ihrem Ort: „Hier ist es besonders laut und das kann man ändern.“

Regions-Parteien fordern nächtliche Ruhepausen

Die Fraktionen von Grünen, Linken und der Gruppe Die Region fordern in der Regionsversammlung, ein Nachtflugverbot von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens für den Flughafen Hannover-Langenhagen. Für die sogenannten Nachtrandstunden zwischen 21 und 22 Uhr sowie 6 und 7 Uhr sollen Regelungen gefunden werden, damit nicht sofort auf einen Schlag die maximal mögliche Anzahl an Fliegern abhebt und landet. Generell solle bei der Ende 2019 anstehenden Verlängerung der Betriebsgenehmigung des Flughafens die Gesamtzahl der jährlichen Flugbewegungen begrenzt werden. Die Regionsverwaltung soll sich dafür bei der niedersächsischen Landesregierung einsetzen. „Die bisherige Regelung hat den Airport Hannover mittlerweile zum einzigen norddeutschen Flughafen ohne Flugpausen in den Nachtstunden gemacht. Wir brauchen ein absolutes Nachtflugverbot“, sagt Michael Fleischmann, der verkehrspolitische Sprecher und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken in der Regionsversammlung. Anliegerkommunen und die Flugkommission sollten vor einer endgültigen Entscheidung angemessen beteiligt werden, fordert Swantje Michaelsen, die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. ton

Von Linda Tonn

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