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Nachrichten Reparatur: IGS-Chef verschickt Brandbrief
Region Garbsen Nachrichten Reparatur: IGS-Chef verschickt Brandbrief
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17:52 11.01.2019
Ärgernis: Teppichboden aus den Siebzigerjahren. Quelle: Archiv (Gerko Naumann)
Garbsen

IGS-Leiter Andreas Hadaschik ist mit mächtigem Bauchgrummeln in den Weihnachtsurlaub gegangen. Und die Enttäuschung über Rat und Verwaltung hält an. Mindestens 400.000 Euro hatte Hadaschik berechnet für notwendige Reparaturen in diesem Jahr. 135.000 Euro stehen jetzt im Haushalt der Stadt. So hat es der Rat entschieden. „Das ist Flickschusterei und hat nichts mit Pflege des Bildungsstandortes zu tun“, sagt Hadaschik.

Hadaschik hatte vor Weihnachten einen Brandbrief geschrieben und weitläufig verteilt – an Kollegen, Ratsfraktionen, Presse. Anlass war die Verabschiedung des Haushaltes im Dezember. 14 Tage davor hatte Hadaschik noch Gespräche geführt, aus denen er andere Signale mitgenommen hatte. In einem ersten Gespräch mit Schuldezernentin Monika Probst und dem Hochbauspezialisten der Stadt, Hans-Jürgen Menzel, soll die Stadtverwaltung grundlegende Reparaturen von maximal drei Räumen pro Jahr in Aussicht gestellt haben, und das noch maximal für drei Jahre. „Ich habe klar zu machen versucht, dass das nicht geht“, sagt Hadaschik, „wir werden hier noch acht bis zehn Jahre unterrichten.“ Wegen der Brandschutzmängel bereitet die Stadtverwaltung derzeit die Entscheidung vor, ob die IGS abgerissen und neu gebaut wird oder ob sie saniert werden kann.

Hoffnung gemacht habe ihm der Besuch einer Delegation aus dem Rat am 21. November, sagt Hadaschik. „Ich habe meine Kostenschätzung von 400.000 Euro vorgelegt und belegt, wie gravierend die Mängel sind“, sagt Hadaschik. Ein Teil der Politiker habe ihm klar und deutlich beigepflichtet. „Es war sogar von einem Bedarf von 600.000 Euro die Rede“, sagt Hadaschik.

Jetzt stehen 135.000 Euro im Etat. Die Summe soll jeweils 2019 und 2020 fließen, zusätzlich zum ohnehin veranschlagten Posten von 60.000 Euro pro Jahr für kleine Reparaturen. Nach Rechnung der Stadt macht das 390.000 Euro in zwei Jahren. Hadaschik hat für solche Zahlenspielchen kein Verständnis. „Meine Enttäuschung ist maßlos und mein Vertrauen in die Vertreter des Stadtrates und die Verantwortungsträger der Stadt Garbsen zutiefst erschüttert“, heißt es in seiner Mail.

Geld, das eigentlich für die Pflege des Gebäudes gedacht war, sei über Jahre in den Brandschutz geflossen. „Ich habe fünf Jahre lang still gehalten, jetzt muss etwas passieren“, sagt Hadaschik. Er fordere nicht die Modernisierung des alten Gebäudes, und er werde auch in vier Jahren nichts mehr fordern, falls in neun Jahren eine neue IGS gebaut ist. „Ich will aber Eltern guten Gewissens durch eine menschenwürdige Schule führen. Das geht nicht, wenn hier versiffte Teppiche liegen, die einen Asthma-Anfall auslösen.“ Schüler und Lehrer arbeiteten neun Stunden täglich unter Bedingungen, „die nicht mehr zu tolerieren sind“, schreibt Hadaschik.

Bürgermeister Christian Grahl kann Hadaschiks Verärgerung nachvollziehen. Wunsch und finanzielle Wirklichkeit lägen weit auseinander. Grahl, Probst und Architekt Menzel haben allerdings zu verstehen gegeben, dass Handwerksfirmen für Reparaturaufträge im Wert von 400.000 Euro derzeit gar nicht zu finden seien und dass so große Aufträge nicht in Ferienzeiten abgewickelt werden können.

Von Markus Holz

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