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Der Rat hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, die Saturnringschule im Stadtteil Auf der Horst zu stärken.

Der Rat hat sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, die Saturnringschule im Stadtteil Auf der Horst zu stärken.
© Gerko Naumann

Garbsen

Rat beschließt Rettung der Saturnringschule

Mit großer Mehrheit hat der Rat am Montagabend beschlossen, die Saturnringschule in eine offene Ganztagsschule umzuwandeln. Eltern aus dem Stadtteil Auf der Horst müssen ihre Kinder ab dem nächsten Schuljahr dort anmelden.

Auf der Horst.  Bei der finalen Abstimmung war das Ergebnis eindeutig: Es gab nur vier Gegenstimmen und eine Enthaltung. Alle übrigen Ratsmitglieder sprachen sich dafür aus, die Grundschule Saturnring im Stadtteil Auf der Horst ab dem nächsten Schuljahr zur offenen Ganztagsschule umzuwandeln. Damit haben die Eltern aus dem Schulbezirk künftig nicht mehr die Möglichkeit, ihre Kinder auf umliegenden Grundschulen anzumelden.

„Es war ein einziger Hilfeschrei“

In einer ungewöhnlich eindringlichen Rede hatte der SPD-Ratsherr und schulpolitische Sprecher Wilfried Aick zuvor für diesen Plan geworben. Er erinnerte daran, dass sich Schulleiterin Silvia Moritz schon vor Monaten an die Politik gewandt hatte, weil die Schülerzahlen an der Saturnringschule dramatisch und kontinuierlich zurückgingen. „Das war ein einziger Hilfeschrei. Für die Schule ist es 5 vor zwölf“, sagte Aick.

Aus seiner Sicht machten die Eltern von einem „Schlupfloch“ Gebrauch, das nun geschlossen wurde. Denn bislang war die Grundschule Saturnring eine sogenannte gebundene Ganztagsschule. Und Eltern können per Gesetz nicht gezwungen werden, ihre Kinder dort anzumelden. Das gilt nicht für das Modell der offenen Ganztagsschule, weil das Nachmittagsangebot dort freiwillig ist.

Einzügigkeit drohte

Die bisherige Schulform führte dazu, dass sich viele Mütter und Väter für die umliegenden Grundsschulen in Havelse, Altgarbsen (Osterbergschule) und Garbsen-Mitte entschieden. „Bis zu zwei Drittel eines Jahrgangs der Saturnringschule sind auf diese Weise abgewandert“, berichtete Aick. In der Konsequenz drohte der Schule – in deren Einzuggebiet genügend Jungen und Mädchen für vier Jahrgänge leben – das  das Abrutschen in die Einzügigkeit. Eine akzeptable Arbeitsatmosphäre sei nicht mehr gegeben, auch weil vor allem Schüler aus „bildungsfernen und problematischen Elternhäusern“ blieben, sagte Aick. „Nur eine Umwandlung zur offenen Ganztagschule löst das Problem.“

Eltern üben Kritik  

Doch es gibt auch Kritik an der nun beschlossenen Lösung. So meldete sich der Einwohnerfragestunde Yasemin Toparlak zu Wort. Sie ist Mutter von zwei Kindern (5 und 6 Jahre). Die Tochter besucht die Grundschule Garbsen-Mitte, den jüngeren Sohn hatten die Eltern dort ebenfalls angemeldet. Doch mit dem Beschluss des Rates wird auch er zur Saturnringschule gehen müssen. „Er freut sich schon darauf, mit seiner Schwester und seinen Freunden zur Schule zu gehen. Ich hoffe, es wird eine Übergangslösung für uns geben“, sagte Toparlak.

Schulleiterin dankt für Unterstützung

Erleichtert zeigte sich dagegen Silvia Moritz, Leiterin der Saturnringschule. Sie verfolgte die Sitzung auf der Zuschauertribüne und dankte Politik und Verwaltung in Garbsen und der Landesschulbehörde für ihre Unterstützung. „Ich freue mich sehr über die Entscheidung und bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft zum Wohle der Kinder mit allen Eltern hut zusammenarbeiten werden“, sagte sie. Ziel der Schule war und bleibe es, Mittel und Wege zu finden, den „Bildungsvoraussetzungen, Leistungsmöglichkeiten und Interessen der Kinder aus vielen verschiedenen Kulturen“ gerecht zu werden.

Bürgermeister bringt den Haushalt ein

„Wir haben nach wie vor einen gesunden Haushalt.“ Mit diesen Worten begann Garbsens Bürgermeister Christian Grahl am Montagabend seine Rede, in der er den Haushalt für 2018 einbrachte. Mit dem werden sich die Kommunalpolitiker in den nächsten Wochen ausführlich beschäftigen. Positiv sei unter anderem zu vermerken, so Grahl, dass die Stadt ihre Schulden auf einen einstelligen Millionenbetrag reduziert hat. Zudem weise die Bilanz bei den Rechnungsergebnissen seit Jahren eine „schwarze Null“ auf. Auch der Entwurf für 2018 sieht noch einen ausgeglichenen Haushalt vor.

Grahl zweifelte aber ernsthaft an, dass diese positive Ausgangslage in den nächsten Jahren erhalten bleibe. Die Stadt stehe vor „enormen Herausforderungen in der Daseinsvorsorge“. Als Beispiele nannte der Bürgermeister Kosten für den Ausbau von Straßen, Kitas und Schulen sowie die Schaffung von Wohnraum. Spätestens wenn sich die aktuell gute Wirtschaftslage verschlechtere, drohe ein strukturelles Defizit. Deshalb müssten auch freiwillige Leistungen betrachtet werden, sagte Grahl – und nannte ein konkretes Beispiel: „Der Rat hat sich gegen ein Zentralbad und für den Wiederaufbau des Badeparks Berenbostel entschieden. Deshalb ist es der Rat, der nun auch zu entscheiden hat, was mit dem Hallenbad am Planetenring geschieht.“

  

Von Gerko Naumann


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