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In großer Runde: Der Ortsrat Garbsen und der Umweltausschuss beraten gemeinsam über die geplante Bebauung am Bosse-See.

In großer Runde: Der Ortsrat Garbsen und der Umweltausschuss beraten gemeinsam über die geplante Bebauung am Bosse-See.
© Gerko Naumann

Garbsen

Politiker stimmen Plänen zum Bosse-See zu

Der Ortsrat Garbsen und der Umweltausschuss haben den Plänen zur Wohnbebauung am Bosse-See mit großer Mehrheit zugestimmt. Anwohner nutzten die Sitzung am Mittwochabend, um ihre Bedenken erneut vorzutragen.

Garbsen-Mitte.  Es wird eines der prägenden Bauprojekte in Garbsen in den nächsten Jahren: Am Ufer des Bosse-Sees nahe der Berenbosteler Straße sollen auf einem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück 58 neue Citywohnungen und neun Reihenhäuser entstehen.

Wegen der Bedeutung für die Entwicklung des Stadtzentrums haben sich am Mittwochabend der Ortsrat Garbsen und der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung in einer gemeinsamen Sitzung mit der Vorlage befasst. Am Ende war das Ergebnis eindeutig: Bei nur drei Gegenstimmen votierten die Politiker mit großer Mehrheit für die Vorlage der Verwaltung.

Anwohner fühlen sich nicht ernst genommen

Gegen die Vorlage hat es in jüngster Vergangenheit viele Einwände der unmittelbaren Anwohner gegeben. Sie befürchten unter anderem, dass die bis zu 19 Meter hohen Neubauten (fünf Geschosse plus ein sogenanntes Staffelgeschoss) ihnen im Herbst das Sonnenlicht nehmen – und damit den Wert ihrer eigenen Grundstücke mindern. Das wies die Stadt zurück. Anwohnerin Susanne Huschner erneuerte ihre Vorwürfe in Richtung Verwaltung, dass sie und ihre Nachbarn sich nicht ernst genommen fühlten.

„Es gibt unter den betroffenen Bürgern niemanden, der die Bebauung gut findet“, sagte sie. Deshalb hätten die Anwohner mehr als 100 Einwände im Rathaus eingereicht. „Nicht ein einziger davon ist in die Planung eingeflossen“, kritisierte Huschner.

Unabhängige stimmen Einwänden zu

Dieser Sichtweise pflichtete Günther Petrak von der Fraktion der Unabhängigen im Rat bei. „Die Einwände von Bürgern werden von der Verwaltung regelmäßig in fast schon künstlerischer Weise abgebügelt“, sagte er. Seiner Ansicht nach passten die hohen Gebäude am Bosse-See nicht in die Umgebung. „Drei oder vier Geschosse hätten ausgereicht“, sagte Petrak. Dessen Fraktionskollege und Ortsratsmitglied Andreas Koch sieht das ähnlich. Es gehe nicht um die Anliegen der Bürger, sondern nur „um die Gewinnmaximierung eines Investors.“

Kritik von Naturschützern

Unzufrieden äußerte sich auch Waldemar Wachtel, Vorsitzender des Naturschutzbundes in Garbsen. Seiner Ansicht nach seien die Belange des Umweltschutzes fast völlig außen vor geblieben. „Hier wird ein wunderschönes Gebiet einfach durch die Bebauung verdichtet“, sagte er. Befürchtungen wegen des Vorkommens geschützter Kammmolche und Singvögel seien nicht beachtet worden. 

Neue Stadtmitte soll entstehen

Diesen Vorwürfen widersprach der Garbsener Stadtbaurat Frank Hauke. In den vergangenen Jahren habe man die Bürger immer wieder angehört. „Und die Einwände sind im Laufe des Verfahrens entsprechend gewürdigt worden“, betonte Hauke. Die Höhe der Gebäude orientiere sich an der Höhe des Rathauses. Das gesamte Viertel solle ausdrücklich als Teil der neuen Stadtmitte wirken.

So soll es mal aussehen, das Bosse-See-Projekt

So soll es mal aussehen, das Bosse-See-Projekt.

Quelle: privat

     

Von Gerko Naumann


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