Navigation:
Pastorin Renate Muckelberg und Landesbischof Ralf Meister freuen sich über den Einweihungs-Gottesdienst im Kirchenneubau von Willehadi.

Pastorin Renate Muckelberg und Landesbischof Ralf Meister freuen sich über den Einweihungs-Gottesdienst im Kirchenneubau von Willehadi.© Kutter / NP

Garbsen

Nach Großbrand: Willehadi-Kirche eingeweiht

Mehr als dreieinhalb Jahre nach einem verheerenden Großbrand hat die evangelische Willehadi-Gemeinde in Garbsen am Sonnabend ihre Kirche wieder eingeweiht. Die alte Kirche, ein roter Klinkerbau aus dem Jahr 1969, war in der Nacht zum 30. Juli 2013 durch Brandstiftung bis auf zwei Stücke der Außenmauer komplett niedergebrannt.

Garbsen. In Garbsen ist am Sonnabendvormittag die neu aufgebaute evangelische Willehadi-Kirche ihrer Bestimmung übergeben worden. Landesbischof Ralf Meister weihte das Gotteshaus. Die alte Willehadi-Kirche war 2013 nach einer Brandstiftung zerstört worden; die Täter wurden nie gefasst. Das neue Gebäude stammt von dem Architekten Gerd Lauterbach. 400 Menschen verfolgten die Weihung, obwohl der Kirchenraum eigentlich nur für 175 Besucher ausgelegt ist.

Meister sagte, die Willehadi-Gemeinde habe jetzt endlich wieder ein Zuhause. „Der Schrecken ist gewichen und der Blick nach vorne gerichtet in der Gewissheit: Nein, wir wollen nicht ohne eine Kirche leben,“, sagte der hannoversche Landesbischof. „Viele haben gespendet und mit angepackt, einige haben unmessbare Zeit und Kraft dem Neubau gewidmet.“

Der Bischof würdigte das Engagement der Menschen in der Gemeinde und im Stadtteil. Sie hätten sich nicht dem dumpfen Vernichtungswillen gebeugt. Ebenso wenig hätten sie in schnelle Verurteilungen und in Racherufe eingestimmt, die damals in den sozialen Medien kursiert hätten. „Unsere Gemeinschaft ist nicht gebunden an Steine. Das hat Willehadi in den letzten drei Jahren bewiesen.“ Und dennoch seien Kirchenräume wichtig, in denen Menschen in Gottes Wort Antwort und Zuspruch fänden.

Pastorin Renate Muckelberg erinnerte an die Brandnacht und sagte: "Das muss ich nicht noch mal haben. Für alles, was danach kam, bin ich dankbar." Damit spielte sie auf die Welle von Solidarität und Unterstützung an, die die Kirchengemeinde nach der Feuerkatastrophe erlebt hat.

Der erste Gottesdienst in der neuen Kirche war von der tiefen Verbundenheit geprägt. So war auch die Feuerwehr mit einer großen Abordnung vertreten gewesen. Neben dem Chor gestaltete eine Hip-Hop Gruppe die Feier. Noch bis in den Gemeindesaal und vor die Tür hatten sich Besucher gedrängt.

Zahlreiche Spuren erinnern noch an den Brand vor dreieinhalb Jahren. So stehen in einem „Garten der Erinnerung“ rund um die Kirche noch einige Original-Mauerreste. Auch eine bronzene Christus-Skulptur aus der alten Kirche wurde in den Neubau integriert. Sie war bei dem Brand weitgehend unbeschädigt geblieben. Die neue Kirche kostet nach Angaben der Gemeinde rund 2,3 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 700.000 Euro für die Innenausstattung einschließlich einer neuen Orgel. Den größten Teil der Kosten trägt die Versicherung.

Das Feuer an der Willehadikirche war der traurige Höhepunkt einer Reihe von mehr als hundert Brandstiftungen an Papiercontainern oder Hecken, die inzwischen weitgehend beendet ist. Die Polizei konnte die Täter bisher nicht fassen.

Von Bert Strebe/epd/frs


Anzeige

Garbsen ist ...

  • ... die nach Hannover größte Stadt in der Region mit mehr als 60.000 Einwohnern
  • ... Heimat des ehemaligen Zweitligisten TSV Havelse (1990)
  • ... Heimat von Miss Germany 2008, Kim-Valerie Voigt
  • ... die Online-Domino-Hochburg Deutschlands
  • ... Universitätsstandort
  • ... 6x pro Woche Thema in der Leine-Zeitung, die als Heimatzeitung in Garbsen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.
Ihre Region
° °
%
km/h
° °
%
km/h
° °
%
km/h
° °
%
km/h