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Nachrichten Streit über Sicherheit auf Leistlinger Straße
Region Garbsen Nachrichten Streit über Sicherheit auf Leistlinger Straße
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00:21 30.08.2018
"Wir fordern eine Ampel": Ortsbürgermeister Peter Hahne zeigt die viel befahrene Stelle vor dem Kindergarten an der Leistlinger Straße. Quelle: Gerko Naumann
Meyenfeld

Seit Kurzem glaubt Susanne Höfer aus Meyenfeld an Schutzengel. Eines ihrer Kinder war vor ihren Augen zwischen am Kindergarten parkenden Autos auf die Leistlinger Straße gelaufen, um sie zu überqueren. Da rauschte ein Auto heran. Im letzten Moment stoppte das Kind, sodass es glücklicherweise nicht zu einem Unfall kam. „Solche gefährlichen Situationen erleben wir hier leider häufig, es ist Wahnsinn“, sagt Höfer. Wie viele andere Eltern fordert sie eine Ampel an der Leistlinger Straße, um die Sicherheit für Eltern und Kinder zu erhöhen.

Überqueren der Straße ist gefährlich

Diesem Wunsch hat sich der Ortsrat schon vor Jahren angeschlossen, betont Ortsbürgermeister Peter Hahne. Er bezeichnet die Lage vor dem Kindergarten als unerträglich. Zu den Hol- und Bringzeiten morgens und nachmittags stellten viele Eltern ihre Fahrzeuge an beiden Seiten der Straße ab. „Dadurch wird es für alle Autofahrer eng, es bilden sich lange Staus in beide Richtungen im Ort“, beschreibt Hahne die Situation. Das Überqueren der Leistlinger Straße werde dann für Eltern und Kinder besonders schwierig und gefährlich.

Das ist Variante A

Das hat auch die Stadt Garbsen längst erkannt. Mitarbeiter der Verwaltung haben sich deshalb bei den Planungen für den sogenannten Masterplan Mobilität 2030 damit beschäftigt, wie die Situation entschärft werden soll. Dabei sind zwei Vorschläge herausgekommen. Variante A lautet: In Höhe des Kindergartens wird eine „Überquerungshilfe“ gebaut. Diese Insel soll vier Meter lang und 2,50 Meter breit werden. Dafür würden auf dem Dorfplatz zwei Parkplätze wegfallen und es müssten zwei Bäume gefällt werden. Die Kosten schätzt die Verwaltung auf rund 100.000 Euro.

Das ist Variante B

In der Variante B, sie kostet rund 60.000 Euro, ist eine Einengung der Straße an der besagten Stelle auf 5,5 Meter vorgesehen. „Der Querungsweg über die Fahrbahn wird für die Fußgänger deutlich reduziert“, heißt es in der Vorlage. Zudem soll die Tempo-30-Zone verlängert werden.

Ortsrat lehnt beide Varianten ab

Der Ortsrat Horst, zu dem auch Meyenfeld gehört, hat sich kürzlich mit beiden Ideen der Verwaltung beschäftigt – und beide mit den Stimmen von CDU, Grünen und AfD abgelehnt. Stattdessen plädieren die Lokalpolitiker erneut für eine sogenannte Bedarfsampel und damit für eine eigene Variante C. „Die Ampel springt nur dann an, wenn ein Fußgänger auf den Knopf drückt“, sagt Ortsbürgermeister Hahne. Das sei aus seiner Sicht die einzig sinnvolle und sichere Lösung.

Stadt: Ampel ist nicht möglich

Schon 2015 hatte sich der Rat in Garbsen für eine Ampel an der Leistlinger Straße ausgesprochen. Anfang 2016 kassierte die Region Hannover als zuständige Aufsichtsbehörde diese Entscheidung allerdings wieder. Die Begründung der Behörde lautete damals, dass ein „Erreichen der Mindestanforderungen an Querungszahlen der entsprechenden Einsatzgrenzen nach der Richtlinie für Fußgängerüberwege nicht erkennbar“ sei. Das bedeutet: Es überqueren einfach nicht genügend Menschen an dieser Stelle die Straße. Aufgrund dieser Weisung ist das Aufstellen einer Ampel nicht möglich, sagte Garbsens Stadtsprecher Benjamin Irvin. Die Stadt Garbsen habe sich kürzlich noch einmal in dieser Angelegenheit an die Region gewandt und dieselbe Antwort erhalten wie vor zweieinhalb Jahren, berichtete Fachbereichsleiter Dirk Perschel im Ortsrat Horst.

Unbeeindruckt von dieser Erklärung sprach sich das Gremium dann aber dennoch für die Ampel aus. „Ich muss als Ortsbürgermeister die Interessen der Bürger vertreten, und die wünschen sich nun mal diese Lösung“, sagte Hahne.

Der Rat entscheidet im September

Als Nächstes befasst sich am Mittwoch, 5. September, der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung mit der Verkehrssituation an der Leistlinger Straße. Am Montag, 17. September, entscheidet dann der Rat der Stadt Garbsen.

Von Gerko Naumann

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