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Region Garbsen Nachrichten So teuer wird der IGS-Neubau
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00:19 08.10.2018
Brandschutz-Übungen gehören für Schüler und Lehrer der IGS Garbsen und die Feuerwehr zum Alltag. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen-Mitte

Eine Sanierung der IGS Garbsen ist „ausgeschlossen“, ein Neubau muss her. Zu diesem Ergebnis kommt die Verwaltung der Stadt Garbsen nach der Auswertung der Gutachten von Experten, die sich mit der Statik und dem Brandschutz in dem Gebäude befassen. Auch die Grundschule Garbsen-Mitte soll neu gebaut werden. Die Kosten könnten nach heutigen Schätzungen rund 75 Millionen Euro betragen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu, wie es mit den Schulen weitergeht.

Was steht in den Gutachten?

„Das Ergebnis ist ernüchternd“, sagt Hans-Jürgen Menzel, Leiter des städtischen Fachbereichs Hochbau und Gebäudewirtschaft. Seit Längerem ist klar, dass der Brandschutz an der 1974 gebauten Schule unzureichend ist. Es fehlt vor allem an Brandwänden, die das Ausbreiten von Rauch im Brandfall verhindern. Nun hat sich auch herausgestellt, dass die Statik ebenfalls nicht mehr den aktuellen Gesetzesvorgaben entspricht. „Bei zehn Bohrungen haben die Decken nur in zwei Fällen die geforderte Mindeststärke von zehn Zentimetern aufgewiesen“, berichtet Menzel.

Warum ist eine Sanierung nicht möglich?

Weil sie extrem aufwendig wäre und im laufenden Betrieb geschehen müsste. Zudem hat die tragende Konstruktion schon jetzt „erhebliche statische Defizite“, wie es in den Gutachten heißt. Neue Wände würden eine zusätzliche Last bringen. Deshalb stellt die Stadt fest: „Eine umfassende Sanierung, verbunden mit einem hohen Maß an Unsicherheit auch in Bezug auf unbekannte Mängel des Gebäudes, ist auszuschließen.“

Ist die Sicherheit der Schüler und Lehrer gefährdet?

Eine akute Gefahr besteht nicht, sagt Menzel. Gutachter haben der Stadt bestätigt, dass der Betrieb für die rund 2000 Schüler an beiden Schulen bis zur Fertigstellung eines möglichen Neubaus weitergehen kann. Um die Sicherheit zu verbessern, soll an der IGS schnellstmöglich ein zweiter Rettungsweg über eine Außentreppe geschaffen werden. Außerdem soll die Feuerwehr weiter regelmäßig zu sogenannten Brandschutzübungen an die Schule kommen, bei denen die schnelle Evakuierung des Gebäudes geübt wird.

Brandschutz-Übungen gehören für Schüler und Lehrer der IGS Garbsen und die Feuerwehr zum Alltag. Quelle: Gerko Naumann

Wie ist der Zeitplan?

Am 5. November entscheidet der Rat darüber, ob die beiden Schulen tatsächlich einen Neubau bekommen. Anschließend beginnt eine sogenannte Raumbedarfsplanung. Das heißt: Die Verantwortlichen der Schulen werden angehört, was sie für ihren Unterricht und ihr pädagogisches Konzept brauchen. Das soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Dann gibt es einen Architektenwettbewerb, der Gewinner soll etwa Mitte 2021 feststehen. Die anschließende Ausführungsplanung, in der die Details geklärt werden, nimmt noch mal eineinhalb Jahre in Anspruch. Der Baubeginn ist derzeit für 2023 geplant, 2026 könnten die Gebäude fertig sein.

Wo könnte der Neubau entstehen?

Es gibt drei Varianten, sagt Garbsens Bürgermeister Christian Grahl. Möglich wäre ein Neubau an gleicher Stelle, dann müssten Schüler und Lehrer in Container umziehen. Denkbar ist auch, dass die neuen Gebäude auf den weitläufigen Sportplätzen neben der jetzigen IGS entstehen. Die dritte Variante wäre ein Neubau an einem anderen Ort. „Die Schulen sollen aber auf jeden Fall in Garbsen-Mitte bleiben“, betont Grahl. Die Entscheidung soll bis spätestens Ende 2019 fallen.

Was kostet das Ganze?

In der Vorlage ist die Rede von 75 Millionen Euro – plus/minus 30 Prozent. „Für genauere Prognosen ist es einfach noch zu früh“, sagt Menzel. Sicher ist: Der Schulneubau wird das teuerste Bauprojekt der Stadt Garbsen.

Wie soll das finanziert werden?

Bürgermeister Grahl sieht den Bund und das Land in der Pflicht: „Da müssen jetzt größere Förderprogramme für Schulsanierungen kommen“. Die Stadt hat in der Vergangenheit zwar bereits Fördermittel bekommen – etwa für neue Heizungsanlagen – dabei ging es aber nur um Beträge von bis zu einer Million Euro. Die Stadt selbst wolle ihre Einnahmen steigern, indem sie weiter darauf setze, dass sich Unternehmen ansiedeln und vergrößern, kündigt Grahl an. Ob die Stadt darüber hinaus Kredite aufnehmen muss, „wird sich zeigen“.

Was bedeutet das für andere Bauprojekte in Garbsen?

Weder Bauprojekte wie der Badepark und die geplanten Kitas noch andere soziale und kulturelle Institutionen werden durch den Neubau infrage gestellt, kündigt der Bürgermeister an. „Der Neubau der Schulen ist eine große Investition, die uns aber nicht in die Verzweiflung treibt“, so Grahl. Die Stadt sei nahezu schuldenfrei und habe jahrelang einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt. Grahl sei optimistisch, dass „wir uns von diesem Weg nicht abbringen lassen“.

Was passiert mit den anderen weiterführenden Schulen?

Auch am Johannes-Kepler-Gymnasium und am Geschwister-Scholl-Gymnasium wird es Sanierungsarbeiten geben, sagt Menzel. In beiden Schulen sollen etwa Brandmeldeanlagen eingebaut werden. „Ein Neubau steht dort aber nicht an“, sagt der Fachbereichsleiter.

Brandschutz-Übungen gehören für Schüler und Lehrer der IGS Garbsen und die Feuerwehr zum Alltag. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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