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Region Garbsen Nachrichten Messerstecher muss für acht Jahre in Haft
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15:49 26.09.2018
Am Endhaltepunkt am Planetenring kam es zu der Messerattacke. Quelle: Clemens Heidrich (Archiv)
Auf der Horst

Nach der Messerattacke am Endhaltepunkt am Planetenring am 10. März muss der 23-jährige Täter für acht Jahre ins Gefängnis. Das Schwurgericht am Landgericht Hannover verurteilte den Mann wegen versuchter Tötung und gefährlicher Körperverletzung. Nach Ansicht der Richter hatte der Garbsener einem damals 33-Jährigen mit Messerstichen in den Bauch, die Schulter und ins Gesicht sehr schwere Verletzungen zugefügt. Tags zuvor soll das spätere Opfer den jetzt Verurteilten ebenfalls mit einem Messer angegriffen und ihm eine lebensgefährliche Verletzung zugefügt haben.

Staatsanwalt fordert elf Jahre Haft

Der Staatsanwalt hatte am Mittwoch sogar elf Jahre Haft für den 23-Jährigen gefordert. Seiner Ansicht nach war er am Endhaltepunkt mit einem bislang unbekannten Komplizen unvermittelt auf das Opfer zugestürmt. „Sie haben Rache gesucht für die Verletzung vom Vortag“, sagte der Staatsanwalt zu einem möglichen Motiv. Aus seiner Sicht sei es außerdem unstrittig, dass der Angreifer sein Gegenüber umbringen wollte: „Wer so heftig mit einem Messer zusticht, der will jemanden töten.“

Verteidiger wollen nichts „schönreden“

Das sahen die Verteidiger des Angeklagten etwas anders. Sie räumten zwar ein, dass ihr Mandant dem Opfer die Verletzungen zugefügt habe und wollten die „Tat nicht schönreden“. Sie betonten aber auch, dass der 23-Jährige zuvor ebenfalls attackiert worden und deshalb verängstigt war. Zudem habe er unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden. Die Drogen konsumiere der Mann schon seit seiner Kindheit, um traumatisierende Erlebnisse zu verdrängen, die er als Kind im Kosovo-Krieg erlebt hatte. Die Verteidiger baten die Richter, diese Punkte zugunsten ihres Mandanten zu werten und baten um ein „Urteil mit Augenmaß“.

Richter lobt junge Zeugen

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch hielt die achtjährige Haftstrafe für „dringend erforderlich, aber auch ausreichend“. „Wir hatten überhaupt keine Zweifel, dass Sie ihn töten wollten“, sagte Rosenbusch in Richtung des 23-Jährigen. In zehn Jahren als Vorsitzender des Schwurgerichts habe er selten „derart tiefe und schwere Stichverletzungen gesehen.“ Sie seien Ausdruck der Wut und der Aggression, die sich in dem Angeklagten seit dem Vortag angestaut hatten. Die Täter hatten dem Opfer unter anderem mitten durch das Gesicht geschnitten. Eine deutlich sichtbare Narbe werde der Mann jeden Tag beim Blick in den Spiegel an die Tat erinnern, sagte Rosenbusch.

Zum Ende seiner Urteilsbegründung lobte der Vorsitzende die überwiegend sehr jungen Zeugen, die das Geschehen am Planetenring miterleben mussten. „Sie haben hier einen guten Eindruck hinterlassen und sehr präzise Angaben gemacht“, sagte Rosenbusch.

Opfer sitzt selbst im Gefängnis

Das Opfer war zur Urteilsverkündung nicht im Gerichtssaal. Der heute 34-Jährige sitzt derzeit wegen eines anderen Delikts selbst in Haft.

Von Gerko Naumann

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