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Region Garbsen Nachrichten So war die LAN-Party in Berenbostel
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00:16 10.10.2018
600 Zocker treffen sich bei der LAN-Party in Berenbostel in der Aula des Schulzentrums und der Rudolf-Harbig-Halle. Quelle: Jutta Grätz
Berenbostel

Flackernde Bildschirme und leuchtende Tastaturen tauchen die Rudolf-Harbig-Halle in schummriges Licht. Ab und zu ist ein kurzer Jubelschrei zu hören, ansonsten herrscht konzentrierte Stille. Mehr als 600 junge Menschen haben sich von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag zu einer der größten LAN-Party Deutschlands in Berenbostel getroffen. Ein 50-köpfiges Team von Freiwilligen vom Verein Game Session Hannover (GSH) hat dafür die Rudolf-Harbig-Halle und die Aula des Schulzentrums eine Woche lang in ein Zocker-Paradies umgebaut. Die Spieler ab 16 Jahren kamen aus dem ganzen Bundesgebiet, aus Österreich, Luxemburg und der Schweiz. Ein Besuch.

Die Rudolf-Harbig- Halle gleicht einer Arena: Zwölf Kilometer Netzwerkkabel, zwei Kilometer Stromkabel, 1,5 Tonnen Gewicht für Teppich und zwölf Tonnen Tische hat das Team um die Organisatoren Hendrik Pöppel und Philipp Poppe transportiert, verlegt, koordiniert, angeschlossen. Die Teilnehmer – nur rund fünf Prozent sind Frauen – sind mit ihren Computern angerückt, manchmal mit bis zu drei Bildschirmen. Getränkedosen und -flaschen von Energy-Drinks bis Wasser stapeln sich neben den Tastaturen, daneben Kekse, Bananen und manchmal persönliche Glücksbringer. Feldbetten stehen neben den Rechnern, manchmal liegen dort Luftmatratzen und Isomatten mit Bettzeug, vereinzelt schlafen Spieler auf ihren Sitzen. Die Zocker über 18 Jahren dürfen auch in der Aula des Schulzentrums spielen.

Counter Strike“ ist Favorit vieler Spieler

Im Akkord und die gesamten 43 Stunden sitzen die Zocker aber nicht vor ihren Rechnern. „Wir bieten Turniere mit maximal zwei Stunden Spieldauer an“, sagt Poppe (33), der sein Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium gemacht hat und heute als Abteilungsleiter im IT-Bereich arbeitet. Und auch eine Turnierpause von fünf Stunden ist obligatorisch. Zum Ausruhen zwischen den Online-Matches und Turnieren haben die Helfer des GSH die kleine Turnhalle als Schlafhalle umgebaut. Dort liegen Matratzen und Co. neben Gymnastikbällen und Kästen.

Allein oder im Team mit maximal fünf Spielern wetteifern die Gamer in Strategiespielen, Autorennen und Fußballpartien. Favorit vieler Zocker ist „Counter Strike“ ein Online-Spiel, in dem Terroristen gegen Anti-Terror-Streitkräfte antreten. „Dabei sind blitzschnelle Reflexe gefragt, das schult die Hand-Auge-Koordination“, sagt die 26-jährige Claudia aus Hamburg. Sie trifft sich in Berenbostel mit Andreas (25) aus Frankfurt, das Paar hat sich bei einer LAN-Party kennengelernt. „Claudia war meine Teammanagerin“, erinnert sich Andreas. Mittlerweile arbeitet sie bei einer bekannten Elektronikfirma, er spielt professionell in einer nationalen Liga. „Hier in Berenbostel steht für uns vor allem der Spaß im Vordergrund“, sagt Claudia.

LAN-Party ist fester Treffpunkt der Szene

Computerspielen als Beruf, das ist auch für Timo Mezger Realität geworden. Der 23-Jährige arbeitet als professioneller Moderator bei LAN-Partys. Er kommentierte im vergangenen Jahr rund 600 Spiele und ist auch in Berenbostel dabei. „Der Job ist aufwendig, weil ich vorher viel zu Spielern, Teams und Taktik recherchieren muss“, sagt Mezger. Die LAN-Party in Berenbostel gehört auch zum festen Treffpunkt des Teams „ingame“. Pascal, Klaus, Bastian, und René kommen aus ganz Deutschland, Tobias kommt aus Österreich. „Die Organisation hier ist sehr professionell“, lobt Klaus.

Nachgefragt bei Philipp Poppe (33), einer der Organisatoren der LAN-Party in Berenbostel

Was macht den Reiz von LAN-Partys aus, Herr Poppe?

Der Reiz ist das Spiel und vor allem das Spiel mit anderen. Wir spielen zwar virtuell, aber im Team gemeinsam. Wir unterhalten uns, lachen, gewinnen und verlieren zusammen. Die sogenannten E-Sports sind mittlerweile ein Massenphänomen. Der Markt ist riesig, viele Fußballvereine bauen ganze Sektionen dafür auf.

Wer trifft sich hier in Berenbostel?

Die Skala der Spieler ist sehr breit. Wir haben 30 bis 50 Prozent Stammgäste. Es sind viele Hobbyspieler und Amateure dabei, aber auch professionelle Teams mit Sponsoren. Manche kennen sich nur aus dem Internet, treffen sich zweimal jährlich hier in Berenbostel und haben Spaß.

Wie und wann waren die Anfänge der LAN-Party in Garbsen?

Das Projekt LAN-Party gibt es seit dem Jahr 2000 in Garbsen, jeweils in den Oster- und Herbstferien. Initiiert haben es der ehemalige Leiter des Freizeitheims am Planentenring, Guido Büttner, und seine Kollegen Rainer Ehlers und Ergo Kurhan. Ich bin seit der siebten Party dabei.

Philipp Poppe vom Organisationsteam der Game Session Hannover koordiniert die LAN-Party in der Rudolf-Harbig-Halle in Berenbostel. Quelle: Jutta Grätz

Von Jutta Grätz

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