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Postkartenansicht (Lithographie) der drei Ziegeleien im Bereich Kastendamm, Blickrichtung nach Südwesten, vermutlich von der heutigen Hermann-Löns-Straße aus:Die Ziegeleien Bremer (Hannoversche Dampfziegelei), Schünhoff und Windmeyer.

Postkartenansicht (Lithographie) der drei Ziegeleien im Bereich Kastendamm, Blickrichtung nach Südwesten, vermutlich von der heutigen Hermann-Löns-Straße aus:Die Ziegeleien Bremer (Hannoversche Dampfziegelei), Schünhoff und Windmeyer.© Stadtarchiv Garbsen

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Garbsen

Garbsens Ziegeleigeschichte ist gedruckt

Seen-Stadt Garbsen - wo kommen Schwarzer-, Bosse- und Berenbosteler See eigentlich her? Wo heute Wasser ist, war früher Ton. Der Geologe Franz-Jürgen Harms hat ein Buch darüber geschrieben. Es erscheint am 5. November und ist die erste Dokumentation über Garbsens Ziegeleien im 20. Jahrhundert.

Garbsen. "Die ehemaligen Ziegeleien im heutigen Garbsen" heißt das erste wissenschaftlich fundierte Buch über das für Garbsen so wichtige industriegeschichtliche Thema. Es wird im Rahmen einer Ausstellung am Sonntag, 5. November, um 12.30 Uhr in der Ziegeleischeune auf dem Möbel-Hesse-Gelände öffentlich vorgestellt. Die Veröffentlichung ist in enger fachlicher Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Garbsen entstanden. Herausgeber des Buches ist der Stadtachiv-Verein Garbsen.

Harms war schon als Zehntklässler ein Fossilienjäger 

Autor ist der promovierte Geologe Franz-Jürgen Harms (65). Was trieb ihn an, das Werk zu verfassen? Ein Hobby. Harms hat als Zehntklässler um 1969 zusammen mit zwei Freunden in der Flemmingschen Tongrube an der B6 Fossilien gesucht. Das Hobby hat die drei derart fasziniert, dass sie sich zu Geologen ausbilden ließen und viele Jahre in dem Beruf gearbeitet haben. Seine beeindruckende Sammlung hat Harms dem Landesarchiv vermacht. Als er die Fundorte dokumentieren wollte, stieß er auf die umfangreiche Sammlung an Materialien im Stadtarchiv über die Ziegeleien. Und niemand hatte das bisher in Buchform gegossen. Harms hat diese Lücke jetzt geschlossen.

Das Buch lässt die spannende Geschichte dieser Industrie fast lebendig werden. Etwa 60 Ziegeleien gab es nach dem Ersten Weltkrieg im Großraum Hannover. Nirgends war die Dichte so groß, wie im damaligen Berenbostel und Osterwald. Der Grund sind die mehr als 100 Meter dicken Tonvorkommen unter der Stadt, der Sand der eiszeitlichen Düne zwischen Engelbostel und Schloß Ricklingen und die Nähe zu Hannover. Sand und Ton waren Grundstoffe für das Brennen der in Hannover so bitter benötigten Ziegel. Ein Viertel Hannovers, vor allem Linden, soll mit Steinen made in Garbsen gebaut worden sein. Drei Fuhren mit je 1000 Steinen sollen ein Pferdegespann damals pro Tag geschafft haben. 

3D-Effekt lässt die Szenerie lebendig wirken

Jede Ziegelei ist aufgeführt und wo es möglich war, reich bebildert. Postkarten, Zeichnungen, Lagepläne, leicht verständliche Darstellungen von den großen Rundöfen zum Brennen und Trocknen machen das Thema lebendig. Spannend sind die 3D-Luftaufnahmen aus niedersächsischen und alliierten Archiven. Wer die 3D-Brille aufsetzt, die jedem Buch beiliegt, sieht die Schornsteine aufragen und die Loren in die tiefen Gruben fahren. "Ich empfehle es jedem Garbsener unter den Weihnachtsbaum", sagt Heinz Landers, Vorsitzender des Stadtarchiv-Vereines, "es ist ein ganz zentrales Thema in der Geschichte der Stadt."

Harms ist früherer Leiter der Forschungsstation Grube Messel, einem Fossilien-Massenfundort von weltweiter Bedeutung. Er lässt die auf Garbsener Gebiet gefundenen Fischsaurier und weitere Fossilien in seinem Buch nicht zu kurz kommen. 

Das Buch...

...kostet 20 Euro. Es hat 100 Seiten, ist quadratisch gedruckt und ab 6. November bei Wulf im Shopping Plaza, in der Stadtbibliothek, im Stadtarchiv und bei Möbel Hesse erhältlich. Die Auflage liegt bei 500 Exemplaren.

Verkaufsoffener Sonntag, Präsentation und Ausstellung am 5. November

Genau 50 Jahre ist es her, dass der Landkreis Neustadt die Brache der alten Flemmingschen Ziegelei an der B6 zum Gewerbegebiet erklärt hat. Das war der Startschuss für Hesses Möbelhandel nach 1967. Das Buch über Garbsens Ziegeleien wird genau dort am 5. November um 12.30 Uhr vorgestellt. Die Ziegeleischeune an der Robert-Hesse-Straße ist das letzte Relikt der Flemmingschen Ziegelei. Das Gebäude diente als Trockenschuppen für die Ziegel vor dem Brennen. Seniorchef Robert Hesse II fühlt sich dem Kapitel Ziegeleien seit den Sechzigerjahren eng verbunden. Er hat nicht nur die Scheune gerettet, er hat auch die Skulptur des Ringofens von Oliver Pohl auf dem Kreisel im Gewerbegebiet finanziert und die Dokumentation unterstützt.

Hesse ist am 5. November Gastgeber der Buchpräsentation und der großen Ausstellung mit Stellwänden, Plänen für das Gewerbegebiet Berenbostel-Ost und einem etwa fünf Meter langen Ichthyosaurus. Das Heimatmuseum steuert sein Modell vom Ziegelwerk bei. 50 Jahre Gewerbegebiet dient außerdem als Anlass für den verkaufsoffenen Sonntag im Möbelhaus am 5. November. "Ich finde es faszinierend, wie sich Garbsen in etwas mehr als einem Jahrhundert genau an dieser Stelle verändert hat. Das ist hier alles greifbar", sagt Hesse.


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Garbsen ist ...

  • ... die nach Hannover größte Stadt in der Region mit mehr als 60.000 Einwohnern
  • ... Heimat des ehemaligen Zweitligisten TSV Havelse (1990)
  • ... Heimat von Miss Germany 2008, Kim-Valerie Voigt
  • ... die Online-Domino-Hochburg Deutschlands
  • ... Universitätsstandort
  • ... 6x pro Woche Thema in der Leine-Zeitung, die als Heimatzeitung in Garbsen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.
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