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Region Garbsen Nachrichten Diese Rituale pflegen die Garbsener zu Silvester
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00:16 01.01.2018
Ein Arm voll Glück: Sandra Whiting von AlexSandra setzt zu Silvester wie viele auf Glücksklee und Glücksschwein. Quelle: Jutta Grätz
Garbsen

 22.000 süße Krapfen werden bis Silvester in den Backstuben der Garbsener Bäckerei Langrehr geknetet und gefüllt. „Ob mit Eierlikörfüllung, als Baileys-Berliner oder als Vampir-Krapfen in rot und weiß – zu Silvester mögen viele unsere Kunden besondere Variationen“, sagt Produktionsleiter Andreas Fischer. „Gefüllt mit Senf gibt es sie aber nur auf Bestellung.“ Das Hefegebäck, das auch unter der Bezeichnung Berliner bekannt ist, ist eine der zahlreichen Traditionen, die der Jahreswechsel mit sich bringt – und auf die sich der Handel vorbereiten muss. 

Glücksklee als Stück vom Paradies

Sandra Whiting vom Floristik-Geschäft AlexSandra in Berenbostel hat ihren Bestand an Töpfchen mit Glücksklee aufgestockt. „Das ist Tradition zum Jahreswechsel und ein beliebtes Mitbringsel“, sagt sie. Vierblättriger Klee verkörpert in der christlichen Symbolik ein Stück vom Paradies und soll böse Geister vertreiben. Trägt man in der Silvesternacht rote Unterwäsche, soll das Glück, Erfolg, Liebe und Gesundheit im neuen Jahr bringen. Der Brauch kommt eigentlich aus Südeuropa, hält aber langsam auch in Deutschland Einzug. Das zeigt sich in Schaufenstern wie dem eines Dessousgeschäfts im Garbsener Shopping Plaza.

Der Jahreswechsel mal anders

Besinnlich: Das alte Jahr besinnlich ausklingen lassen kann man in Garbsen bei zahlreichen Jahresabschlussgottesdiensten. Am Silvestertag, 31. Dezember,  um 11 Uhr wird in der Versöhnungskirche Havelse ein Gottesdienst gefeiert, um 15 Uhr findet in der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael eine ökumenische Andacht statt, um 17 Uhr gibt es in der Silvanusgemeinde einen Gottesdienst mit Abendmahl, auch in der Stephanusgemeinde wird um 17 Uhr ein Gottesdienst zum Jahresabschluss gefeiert. Die katholische Kirche St. Maria Regina lädt um 17 Uhr zur Andacht, in der Kirchengemeinde Frielingen-Horst-Meyenfeld gibt es um 18 Uhr einen Gottesdienst.

Musikalisch: Das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker live im Kino verfolgen kann man am 31. Dezember um 17 Uhr bei einer Sondervorstellung im Cinestar in Garbsen, Rathausplatz 2.

Sportlich-Kurios: Beim TSV Stelingen steht am Neujahrstag, 1. Januar, der 13. Neujahrs-Pyjama-Kick an. Das vertreibt den Kater und lässt mit viel Spaß in das neue Jahr starten. Die Spieler treffen sich um 13 Uhr in entsprechender Bekleidung am Klubhaus. ton

Rituale geben Halt

„Rituale sind wichtig, sie geben Halt und Orientierung“, erklärt die Garbsener Familientherapeutin Ursel Teubert. „Sie helfen, in neue Lebensabschnitte hineinzukommen.“ Neben Geburt und Tod würde auch der Wechsel des Jahres dazugehören. „Viele Menschen beobachten in den sogenannten Rauhnächten vom 24. Dezember bis 6. Januar auch intensiv ihre Träume, die mögliche Informationen für das neue Jahr enthalten“, so Teubert. Tradition sei auch der Hausputz zum Jahreswechsel - nach dem Motto „Das Alte geht raus und es wird Platz für Neues geschaffen“.

Garbsener feiern traditionell

Auch viele Garbsener halten sich an Silvester fest an Rituale und Abläufe. Andrea Tiedemann aus Garbsen-Mitte verbringt den Silvesterabend mit Familie und Freunden. Es gibt Raclette und zum Jahreswechsel wird angestoßen und ein kleines Feuerwerk veranstaltet. Sie pflegt die Rituale vor allem für ihre Kinder. „Die wären sonst traurig, wenn wir nichts machen würden“.  Daniela Heise findet Traditionen an Silvester wichtig und schön. „Wir essen immer Berliner und machen Bleigießen. Danach deuten wir, was die Figuren für das nächste Jahr bedeuten könnten“. Sie feiert mit Freunden und stößt zu Mitternacht auf das neue Jahr an. „Geknallt wird allerdings nicht.“ 

„Dinner for one“ gehört dazu 

„Wir feiern Silvester jedes Jahr unterschiedlich“, sagt Irmela Lossie, 67, aus Altgarbsen. „Dieses Jahr möchten wir nach Hannover fahren und schauen, was dort los ist.“ Traditionen zu pflegen findet Lossie schön. „Ich schaue gerne den Klassiker „Dinner for one“ und stoße danach schon einmal mit meiner Familie an. Anschließend essen wir Häppchen und lassen mit unserem jüngsten Sohn symbolisch eine Leuchtrakete steigen. Nach dem Jahreswechsel telefoniere ich mit der Familie.“ hem

20 Rosinen für 20 Wünsche

Fernanda Noll feiert Silvester in portugiesisch-deutscher Tradition. Sie bereitet  gebratenes Hähnchen mit Erbsen, Reis und kanarischen Kartoffeln zu. Als Dessert gibt es Rabanada, eine frittierte Spezialität. Noll stammt aus Angola und kam auf ihrer Flucht nach Portugal. Bewahrt hat sie sich den portugiesischen Brauch an Silvester 20 Rosinen zu essen – jede steht für einen Wunsch. Die Portugiesen begrüßen das neue Jahr mit neuer Kleidung und geputzter Wohnung, damit das Glück einzieht. jgz

Mit Pasta und Feuerwerk

„In Italien wird Silvester mit der Familie und großem Essen gefeiert“, sagt Giuliano Micheli, der gebürtig aus Sardinien kommt. Auf den Tisch kommen mit Kartoffeln und Käse gefüllte Nudeln (Culurgiones de patata), Lammfleisch und zum Nachtisch Orangen und Mandarinen. Auch ein Feuerwerk gehöre dazu. „Bei uns in Sardinien ist es Tradition, dass die Jugendlichen nach dem Familienessen aufbrechen und mit ihren Freunden weiter feiern. Es wird Wein getrunken und Schinken gegessen“, sagt Micheli. hem

Gefüllte Gans und Lotterie

„In der Türkei, besonders in Istanbul, feiern die Menschen den Jahreswechsel ausgelassen bis zum Morgengrauen“, sagt Erdem Gül, Inhaber des Restaurants Felix. Das traditionelle Silvestermenü seiner Familie sei Gans, gefüllt mit Pinienkernen und Reis, Grillgemüse mit Paprika und Tomate sowie Salat. Zum Dessert werden süße Baklava serviert oder auch Kürbis mit Honig. Raki gehöre ebenfalls zu Silvester wie die Lotterie, die „Milli Piyango“. Gül feiert Silvester in diesem Jahr in seinem Restaurant. jgz

Von Jutta Grätz und Katharina Hemmer

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