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Die Parkplätze des Stadtteilhauses an der Beethovenstraße sind bereits gepflastert, die Einfahrt folgt.

Die Parkplätze des Stadtteilhauses an der Beethovenstraße sind bereits gepflastert, die Einfahrt folgt.
© Jutta Grätz

Garbsen

Stadtteilhaus in Altgarbsen wird eröffnet

Es wird Nachbarschaftszentrum, Einrichtung mit Pflegeanschluss und Wohnort für Ältere:  Das Stadtteilhaus Altgarbsen wird am 1. Februar eröffnet. Bereits am 18. Januar kann man sich beim Tag der offenen Tür einen Einblick verschaffen.

Altgarbsen.  Die Eröffnung des Stadtteilhauses Altgarbsen rückt näher. Der Komplex an der Beethovenstraße 2 soll Nachbarschaftszentrum, Einrichtung mit Pflegeanschluss und Wohnort für Ältere werden. Bereits am Donnerstag, 18. Januar stellt der Träger der Einrichtung, das Evangelische Johannisstift, das Projekt bei einem Tag der offenen Tür von 14 bis 19 Uhr erstmals der Öffentlichkeit vor. Das Stift investiert 6,7 Millionen Euro in die Einrichtung. Der Neubau bringt Veränderungen in der Garbsener Pflegelandschaft mit sich: Mit der Eröffnung des Stadtteilhauses wird die Tagespflege des Wilhelm-Maxen-Hauses, das ebenfalls zum Verbund der Altenhilfe des Evangelischen Johannisstifts gehört, in die Beethovenstraße umziehen.

Die Küchen sind schon montiert, die Parkplätze sind bereits gepflastert, in der kommenden Woche rollen die Möbelwagen an. „Der Innenausbau im Stadtteilhaus geht auf die Zielgerade“, sagt Projektkoordinatorin Johanna Sandersfeld. Zum 15. Januar sind die ersten 15 Mitarbeiter eingestellt. „Wir richten dann gemeinsam die Räumlichkeiten ein – von den Möbeln, der Deko bis zum Abwaschen des Geschirrs“, sagt Pflegedienstleiterin Julia Wesseler. 

Die ersten WG-Bewohner ziehen am 1. Februar ein

Die ersten Mieter der insgesamt vier ambulanten Wohn-Pflegegemeinschaften ziehen am 1. Februar ein.  Die älteren Menschen können hier trotz unterschiedlicher Einschränkungen bis zur Schwerstflegebedürftigkeit autark leben. „Die neuen Mieter freuen sich schon auf die Gemeinschaft“, sagt Sanderfeld. Eine Alltagsbegleiterin erstellt mit ihnen Speisepläne und kocht gemeinsam, „quasi wie eine Mutter oder Großmutter“, sagt Wesseler. Ein Pflegedienst, die Ambulante Pflege Altgarbsen, steht gleich nebenan bereit. „Die vier WGs mit je zwölf Personen sind ein ganz neues Konzept“, betont Sandersfeld. „Wer da einzieht, kann dort bis zum Lebensende wohnen.“

Auch der Countdown für das Nachbarschaftszentrum im ersten Stock läuft. Es öffnet mit dem letzten Termin des Kinästhetik-Seminars für pflegende Angehörige am Sonnabend, 27. Januar, von 10 bis 16 Uhr. Das Haus soll ein Treffpunkt für viele Generationen aus ganz Altgarbsen sein. „Wir stehen in engem Kontakt unter anderem mit den Kirchengemeinden, der Begegnungstätte am Hérouville-St.Clair-Platz, der Stadt und dem Nachbarschaftsverein Wohnwinkel“, sagt Sandersfeld. Ehrenamtliche Rentenberater, die Handyhelfer des Café Kalle, das Team des Wohnwinkels, der Hospizdienst der Malteser und auch die städtische Seniorenberaterin Heike Müller-Schulz sollen die Räume nutzen können. 

Aufbau eines Pflegenetzwerk ist geplant

„Wir wollen ein Pflegenetzwerk für Garbsen aufbauen“, betont Sandersfeld. „Wir sind dazu im Austausch“, bestätigt Garbsens Sozialdezernentin Iris Metge. „Wir begrüßen und unterstützen den geplanten Aufbau eines Pflegenetzwerkes, das zahlreiche Akteure an einem Runden Tisch zusammenführt.“ Das Nachbarschaftszentrum könne sich zu einem Ort der Begegnung sowie einer Anlaufstelle für Fragen rund um die Pflege und Betreuung der Anwohner im Quartier entwickeln. „Das Nachbarschaftszentrum und Pflegedienst stellen zudem wichtige Dienstleistungen der sozialen Infrastruktur bereit – zur aktiven Förderung von Ehrenamt und Nachbarschaft“, sagt Metge. 

Tagespflege des Wilhelm-Maxen-Hauses zieht ins Stadtteilhaus

Mit Eröffnung des Stadtteilhauses wird der Tagespflegebereich des Wilhelm-Maxen-Hauses im Stadtteil Auf der Horst nach Altgarbsen umziehen. „Wir haben uns dazu entschlossen, unser Angebot der Tagespflege im neuen Stadtteilhaus Altgarbsen an der Beethovenstraße zu konzentrieren“, bestätigte Wilfried Wesemann, Geschäftsführer des Evangelischen Johannisstifts, auf Anfrage. Der Grund: Die Anforderungen an die Räume am Standort Talkamp hätten sich im Lauf der Zeit stark verändert,  bauliche Veränderungen seien nicht möglich. Die Tagespflege im Wilhelm-Maxen-Haus ist dort seit 26 Jahren in Betrieb und zählt zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in Niedersachsen. 

Mitarbeiter und Tagesgäste sowie deren Angehörige seien bereits informiert. „Es wird einen nahtlosen Übergang geben“, betonte Benno Blings, Leiter des Wilhelm-Maxen-Hauses. Die Nachfrage nach Tagespflegeplätze ist hoch, erst im Sommer hatte das Wilhelm-Maxenhaus die Plätze aufgestockt. Im Stadtteilhaus stehen dann 26 Tagespflegeplätze zur Verfügung. „Beide Einrichtungen werden sehr eng zusammenarbeiten“, kündigte Wesemann an.

Selbstbestimmtes Wohnen für behinderte Mensche

Zusätzlich zu den vier Wohngemeinschaften richtet das Evangelische Johannisstift im Dachgeschoss des Stadtteilhauses eine Drei-Zimmer-Wohnung und zwei Zwei- Zimmer-Wohnungen für Menschen mit Mehrfachbehinderungen ein. Die Wohnungen sind barrierefrei und erleichtern es den Bewohnern, möglichst selbstbestimmt zu leben. In einer der Zwei-Zimmer-Wohnungen wird Michael Günther einziehen. Der Mitarbeiter der Stadt Garbsen hat „seine“ Wohnung über viele Monate lang mitgeplant. „Seine Tipps waren sehr wertvoll für uns“, betont Projektleiterin Johanna Sandersfeld. Zur Wohnung gehören eine eigene Ladestation für den elektrischen Rollstuhl auf der gleichen Etage sowie Fernbedienungen für Türöffner, Fenster, den Fahrstuhl und für den Notrufdienst – alles steuerbar via Smartphone.

Die Nachfrage nach den großzügigen Wohnungen sei hoch, so Sandersfeld – jedoch bisher nicht so stark von behinderten Menschen. Das Stift favorisiere nach wie vor die Vermietung an Menschen mit Mehrfachbehinderungen. Sandersfeld steht dafür im Kontakt mit Betreuervereinen und dem Annastift.  Informationen und Besichtigungstermine gibt es unter Telefon (0163) 3821507. jgz

Von Jutta Grätz


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