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Niedersächsich-bayerische Zusammenarbeit: Hartmut Drexel (links, Handwerkskammer München-Oberbayern), Eckhard Sudmeyer (Braunschweig-Lüneburg-Stade), Jans-Paul Ernsting (Hannover) und Andreas Keller (Niederbayern-Oberpfalz).

Niedersächsich-bayerische Zusammenarbeit: Hartmut Drexel (links, Handwerkskammer München-Oberbayern), Eckhard Sudmeyer (Braunschweig-Lüneburg-Stade), Jans-Paul Ernsting (Hannover) und Andreas Keller (Niederbayern-Oberpfalz).
© Gerko Naumann

Garbsen

So will das Handwerk wieder Fachkräfte gewinnen

Das wohl größte Problem der Handwerksbetriebe in Deutschland heißt Fachkräftemangel. Dem wollen vier Handwerkskammern nun gezielt entgegenwirken – koordiniert wird das von Garbsen aus.

Berenbostel.  Vier Handwerkskammern aus Niedersachsen und Bayern arbeiten künftig erstmals zusammen, um etwas gegen den Fachkräftemangel in der Branche zu tun. Sie bilden vier sogenannte Fachkräftezentren, die sich mit unterschiedlichen Problemen befassen. Koordiniert wird die Zusammenarbeit der Mitarbeiter vom Campus Handwerk in Berenbostel aus.

Dorthin hatte Jans-Paul Ernsting, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, am Mittwochnachmittag Experten aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen. Bei der Vorstellung der neuen Kooperation wies er noch einmal darauf hin, was der Fachkräftemangel für die Handwerksbetriebe bedeutet. „Seit Jahren wird es immer schwerer Nachwuchs zu rekrutieren“, sagte er.

Immer weniger Schüler lernen ein Handwerk

Das beginne schon bei den Schulabgängern, die sich immer seltener für eine Karriere im Handwerk entscheiden. Und es setze sich fort bei gut ausgebildeten Frauen und Männern, die „in andere Wirtschaftsbereiche abwandern“. „Das Handwerk kann bei den Löhnen und Gehältern nicht immer mit anderen Wettbewerbern mithalten“, räumte Ernstig ein, der sein Amt in drei Wochen abgeben wird, da er in den Ruhestand geht.

Viele Aufträge, zu wenig Personal

Die Folgen dieses Fachkräftemangels bekommen Betriebe und Verbraucher täglich zu spüren, berichtete Ernsting. Aufgrund der aktuellen Hochkonjuntur seien die Auftragsbücher zwar erfreulicherweise gut gefüllt. Um alles in der gewünschten Zeit abzuarbeiten, fehle aber in vielen Betrieben schlicht das Personal. „Oft kann der Handwerker eben nicht gleich kommen, weil er einfach zu viel zu tun hat.“

Um diesen Zustand möglichst zu beenden, rücken die jeweils beiden größten Handwerkskammern in Niedersachsen und Bayern näher zusammen. Seit vier Jahren bereiten sie die Bildung der sogenannten Fachkräftezentren vor, die zu Beginn dieses Jahres mit der Arbeit begonnen haben. Die der Handwerkskammer Hannover hat ihren Sitz im Campus Handwerk in Berenbostel. Dort beschäftigen sich die Verantwortlichen unter anderem mit der Frage, auf welchen Wegen sie junge Menschen ansprechen und erreichen können.

Andere Themen sind die Gesundheit (Handwerkskammer München-Oberbayern) und die Gewinnung von Frauen für das Handwerk (Braunschweig-Lüneburg-Stade). Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz hat sich – schon aufgrund ihrer geografischen Lage – auf das grenzüberschreitende Anwerben von Facharbeitern spezialisiert, etwa aus Tschechien.

Ministerium fördert Projekt mit 760.000 Euro

Alle Ergebnisse wollen die jeweiligen Verantwortlichen später mit ihren Kollegen teilen. Dieses Verbundsprojekt fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 760.000 Euro. Insgesamt geben die Handwerkskammern in den nächsten drei Jahren 1,1 Millionen Euro für ihre Fachkräftezentren aus. Ernsting ist sich sicher, dass sich dieser Aufwand lohnt: „Sie leisten einen nachhaltigen Beitrag, um die Zukunft der Unternehmen zu sichern.“

Von Gerko Naumann


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