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Region Garbsen Nachrichten Lötarbeiten sind Ursache für Dachstuhlbrand
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14:40 11.09.2018
Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpfen den Brand in Garbsen. Quelle: Clemens Heidrich
Altgarbsen

Lötarbeiten am Montagnachmittag waren die Ursache für einen Dachstuhlbrand an einem Einfamilienhaus in Altgarbsen. Zu diesem Ergebnis sind Experten der Brandermittlung der Polizei Hannover gekommen, nachdem sie sich die Brandstelle am Dienstagmorgen angesehen haben. Den Schaden schätzen die Ermittler auf 180.000 Euro.

Für die Ehrenamtlichen der Garbsener Feuerwehren war es zuvor eine lange Nacht: Der Brand in dem Wohnhaus an der Straße Im Kleegrund hatte Helfer aus dem gesamten Stadtgebiet auf den Plan gerufen. Im Obergeschoss des Hauses entwickelte sich aus einer Rauchentwicklung ein Dachstuhlbrand. Erst nach mehreren Stunden war das Feuer gelöscht, verletzt wurde niemand. Die Bewohner befanden sich beim Eintreffen der Feuerwehr bereits nicht mehr im Haus. Gegen 21 Uhr hatte eine Anwohnerin die Rettungskräfte alarmiert. Sie war zuvor wiederum von einem Passanten auf den Brand im Nachbarhaus aufmerksam gemacht worden, teilte die Polizei am Dienstag mit.

120 Einsatzkräfte vor Ort

Zunächst waren ausschließlich Helfer der Ortsfeuerwehr Garbsen ausgerückt. Vor Ort erkannten die Einsatzkräfte jedoch schnell, dass weitere Hilfe notwendig war, um den Brand zu löschen, da sich der Rauch bereits im gesamten Haus sowie auf auf die angrenzenden Grundstücke ausgebreitet hatte. Die Feuerwehren aus Horst, Meyenfeld und Schloß Ricklingen kamen hinzu.

Drehleiter ist im Einsatz

Von einer angrenzendem Garage aus versuchten die Einsatzkräfte zunächst, den Brand zu löschen, berichtete Garbsens Stadtfeuerwehrsprecher Stefan Müller. Auch die Drehleiter kam dabei zum Einsatz. Erfolg hatten die Feuerwehrleute jedoch erst, nachdem der Rauch durch das zum Teil geöffnete und durchgebrannte Dach abziehen konnte. Dafür entfernten die Helfer einen Großteil der Dachpfannen. „Es waren noch einige Nachlöscharbeiten notwendig, um alle Brandnester zu beseitigen“, sagte Müller. Erst gegen 0.30 Uhr war der Einsatz für die rund 120 Einsatzkräfte beendet. Zwei Fahrzeuge mit Helfern, die eine sogenannte Brandwache bildeten, blieben noch weiter vor Ort.

Der Notdienst der Stadtwerke Garbsen hatte während der Löscharbeiten die Strom- und Gaszufuhr zu dem Einfamilienhaus gestoppt. Außerdem waren Helfer des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort, um die Feuerwehrleute mit Getränken zu versorgen.

So sieht das Haus am Dienstagmorgen nach dem Brand aus. Quelle: Gerko Naumann

Zweiter Brand in wenigen Tagen

Für die Helfer aus Garbsen war es schon der zweite Einsatz wegen eines Dachstuhlbrandes innerhalb einer Woche. In Stelingen war am vergangenen Mittwochnachmittag eine leer stehende Wohnung über einem Kiosk in Brand geraten. Als Ursache hatten die Ermittler in diesem Fall einen technischen Defekt ausgemacht.

Ulf Kreinacker ist Stadtbrandmeister in Garbsen. Quelle: Gerko Naumann

Nachgefragt bei: Ulf Kreinacker, Stadtbrandmeister in Garbsen

Guten Morgen, Herr Kreinacker. Was genau ist eigentlich ein Dachstuhlbrand, und was macht diese Art von Feuer so gefährlich?

Davon sprechen wir, wenn das Gehölz unter dem Dach in Brand gerät. Dadurch können sich die Flammen viel schneller ausbreiten als in einem gemauerten Raum. Deshalb ist das Ausmaß der Schäden auch leider immer schnell entsprechend hoch.

Welche Probleme haben ihre Kameraden beim Löschen eines solchen Brandes?

Wir müssen zuerst überhaupt an das Feuer herankommen. Dazu setzen wir die Drehleiter ein, um von oben löschen zu können. Die immense Rauchentwicklung und die Hitze machen uns dabei zu schaffen. So ein Einsatz ist natürlich auch eine große psychische Belastung, weil am Anfang nie klar ist, ob sich noch Menschen im Gebäude aufhalten.

Was können Hausbesitzer tun, um ein solches Unglück zu verhindern?

Den größten Schutz bieten Rauchmelder, die ja mittlerweile Pflicht sind. Oft sind bei solchen Bränden technische Defekte die Ursache. Deswegen ist es ratsam, die Leitungen regelmäßig von Fachleuten überprüfen zu lassen. Eine große Gefahr stellt zudem die Überlastung von Mehrfachsteckdosen da. Wenn dort viele Geräte dranhängen, die auf Stand-by-Betrieb laufen, kann es zu einem Kurzschluss kommen.

Welche Schäden übernimmt die Versicherung?

Normalerweise sind die Schäden über die Hausratsversicherung abgedeckt, die die Eigentümer abschließen müssen. Darin sind auch Kosten für eine vorübergehende Unterkunft enthalten, etwa im Hotel, wenn das Haus wegen der Schäden unbewohnbar ist.

Wie lange dauert es, bis ein Haus nach einem solchen Brand wieder bewohnbar ist?

Da es sich meist um eine Komplettsanierung handelt, kann das drei bis sechs Monate dauern. Sie müssen bedenken, dass neben der Schäden durch das Feuer auch die durch das Löschwasser dazukommen. Da sind feuchte Wände nicht zu verhindern.

Von Gerko Naumann

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