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Region Garbsen Nachrichten Amerikaner unterrichtet ein Jahr an der IGS
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00:41 16.06.2018
"Die Körbe hängen in Deutschland zu tief": Benjamin Spreitzer hat mit den Schülern an der IGS Garbsen häufig Basketball gespielt. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen-Mitte

Seinen DDR-Reisepass hat Benjamin Spreitzer immer griffbereit in der Hosentasche. Den braucht der 24-jährige US-Amerikaner nicht als Dokument. Es ist sein Notizbuch für alle deutschen Redewendungen und Begriffe, die er Tag für Tag aufschnappt. Und das sind einige, denn Spreitzer hat ein Jahr lang als Sprachassistent an der IGS Garbsen gearbeitet. Mithilfe des Büchleins kann er sich zum Beispiel merken, dass „unter Rühren hinzufügen“ etwas ganz anderes bedeutet als „die Finger vor Kälte kaum rühren können“.

Neu gelernte deutsche Redewendungen schreibt Benjamin Spreitzer in sein Notizbuch - in Form eines DDR-Reisepasses. Quelle: Gerko Naumann

Solche Feinheiten der deutschen Sprache hat Spreitzer bei vielen Gesprächen mit den Schülern gelernt. Im Gegenzug hat der 24-Jährige ihnen im Englisch-Unterricht seine Muttersprache näher gebracht und auf dem Pausenhof Basketball („Die Körbe hängen in Deutschland viel zu tief“) gespielt. „Am Anfang waren die Kinder oft schüchtern, aber mittlerweile versuchen sie sogar, meinen Akzent aus dem mittleren Westen nachzumachen“, sagt Spreitzer in nahezu perfektem Deutsch und lacht. Er stammt aus Plymouth, einem Vorort von Detroit im Bundesstaat Michigan – eine Gegend die schön, aber nicht gerade dicht besiedelt ist.

Der Amerikaner liebt den Harz

Das Zusammengerückte hier gefällt Spreitzer an Garbsen und Deutschland am Besten. „Hier fahre ich jeden Tag mit Bahn und Bus, so etwas gibt es bei uns zu Hause nicht“, berichtet er. Das erklärte Lieblingsziel der regelmäßigen Ausflüge des sportlichen Amerikaners ist der Harz. „Nur eine Stunde Fahrt und du bist mitten in der Natur, das werde ich zu Hause vermissen.“ Zum Lake Michigan braucht er drei Stunden mit dem Auto.

In etwa zwei Wochen kehrt Spreitzer in seine Heimat zurück, allerdings nur auf Zeit. Zum nächsten Schuljahr will er wieder nach Hannover kommen und die Lehrer an der Tellkampfschule unterstützen. Die Arbeit mit den Schülern hat ihm so viel Spaß gemacht, dass der studierte Sozialarbeiter noch ein weiteres Studium der Germanistik anhängen und Lehrer werden will.

Neu gelernte deutsche Redewendungen schreibt Benjamin Spreitzer in sein Notizbuch - in Form eines DDR-Reisepasses. Quelle: Gerko Naumann

„Ich habe Trump nicht gewählt“

In diesen Tagen wird Spreitzer natürlich sehr oft auf Donald Trump und die sich verschlechternden Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten angesprochen. Dann hat er das Gefühl, dass er sich rechtfertigen muss. „Ich habe Trump nicht gewählt, und ich kann die meisten seiner Entscheidungen nicht verstehen“, sagt der 24-Jährige.

Im Alltag stellt er aber immer wieder fest, dass sich die aktuelle politische Krise nicht auf das Verhältnis der Menschen seiner Generation aus beiden Ländern auswirkt. „Die jungen Amerikaner schwärmen immer noch von den Deutschen und umgekehrt.“

Von Gerko Naumann

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