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Nachrichten Haft für wiederholtes Fahren ohne Führerschein
Region Burgwedel Nachrichten Haft für wiederholtes Fahren ohne Führerschein
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00:18 17.12.2017
Reiner Zufall: Am Donnerstag ging es im Amtsgericht nur um Verkehrssachen.  Quelle: Frank Walter
Burgwedel

  Dass man unter dem Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Handschellen dem Richter vorgeführt wird, ist eher ungewöhnlich. Aber der Angeklagte aus Isernhagen, der trotz seiner erst 25 Lebensjahre schon eine eindrucksvolle Liste von  Vorstrafen angesammelt hat, hat sich das selbst zuzuschreiben: Zum ursprünglich angesetzten Verhandlungstermin war er nicht erschienen – so ließ ihn Amtsrichter Michael Siebrecht vorsorglich in Haft nehmen.

Und für vier Monate muss er auch wieder ins Gefängnis einrücken: Zur Einwirkung auf den jungen Mann sei eine kurze Haftstrafe geboten, waren sich Staatsanwältin und Gericht einig. Vor allem deshalb, weil er noch wegen einer einschlägigen Verurteilung unter Bewährung stand, als er am 19. Juni auf der Autobahn 39 bei einer Verkehrskontrolle Reißaus vor der Polizei nahm, bevor er kurz später doch gestellt wurde. Er wollte – ohne Fahrerlaubnis –seine kranke Freundin besuchen: Diese Rechtfertigung reichte weder für eine positive Prognose noch für eine erneute Bewährung. Der Verteidiger konnte die „Unerlässlichkeit“ einer so harten Strafe indes nicht nachvollziehen.

Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt

Dass Siebrecht einen reinen Verkehrsgerichtstag hatte, war Zufall. Zweimal ging es am Donnerstag um unerlaubtes Entfernen vom Unfallort - kein Kavaliersdelikt. Schon beim geringsten Verdacht, an einem Unfall beteiligt zu sein, ist es Pflicht, an der Aufklärung mitzuwirken. Diese Lektion musste eine 23-jährige Studentin aus der Wedemark ebenso wie ein 53-jähriger Familienvater aus Burgwedel lernen, die beide Widerspruch eingelegt hatten gegen Strafbefehle wegen Fahrerflucht.

Die Studentin hatte am 30. Juni auf einem Supermarkt-Parkplatz mit ihrem Wagen die offene Verkaufsklappe einer mobilen Hähnchenbräterei touchiert und dabei mehr als 4.000 Euro Schaden angerichtet. Tränenreich versicherte sie, dass sie die Rempelei, die auch auf dem Dach ihres Autos eine lange Schramme hinterließ, nicht bemerkt habe. Wie vernünftig es war, ihren Widerspruch zurückzuziehen und lieber die eher milde Strafe von 30 Tagessätzen zu 20 Euro plus drei Monate Fahrverbot zu akzeptieren, das erlebte sie aus dem Zuschauerraum mit, als der nächste Fall verhandelt wurde.

„Untaugliche Schutzbehauptung“

Denn für den 53-Jährigen  kommt das Urteil deutlich teurer als der Strafbefehl mit 30 Tagessätzen, dem Entzug der Fahrerlaubnis und einer zehnmonatigen Sperre, ihn wieder zu erwerben. Da kommen nun noch Anwalts-, erhebliche Gutachter- plus Gerichtskosten hinzu. Dabei ist der Burgwedeler, der ohne Führerschein seine Arbeitsstelle verloren hat, schon genug gebeutelt.

Im Kern ging es in der Verhandlung darum, ob die Behauptung stimmen konnte, den Unfall gar nicht bemerkt zu haben –möglichewreise wegen lauter Motorgeräusche und  unruhiger Fahrweise infolge einer defekten Lambdasonde. Anfang Juli war der Burgwedeler mit seinem betagten Ford in Kirchhorst beim Rechtsabbiegen seitlich an einem VW Touran entlang geschrammt, der auf der Linksabbiegespur wartete. „Er sah völlig geistesabwesend aus“, erinnerte sich dessen 45-jährige Fahrerin. Nach dem Unfall sei er weitergefahren, als ob nichts gewesen sei.  

Die Erkenntnisse des Gutachters waren ausschlaggebend: Zumindest akustisch und taktil hätte der Ford-Fahrer, so der Abgleich mit passenden Crash-Tests, den Unfall spüren müssen, bei dem sich Karosserieteile um bis zu zehn Zentimeter verformten. Für das Gericht war damit der Nachweis erbracht, dass es sich um „völlig untaugliche Schutzbehauptungen“ handele.

 

Von Martin Lauber

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