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Umschlagstation: Rene Thomsen inmitten von Flight Cases mit Instrumenten seiner Verleihfirma B.R.S.

Umschlagstation: Rene Thomsen inmitten von Flight Cases mit Instrumenten seiner Verleihfirma B.R.S.
© Martin Lauber

Kirchhorst

Thomsen nimmt die dritte CD in Angriff

In fast 25 Jahren hat sich René Thomsen mit seinem Bühnentechnik-Verleih BRS einen Namen gemacht. Gerade puzzelt der Kirchhorster gemeinsam mit Freunden an der dritten „Thomsen“-CD.

Kirchhorst.  Nach Hunderten Konzerten und Events, die seine Firma 2017 wieder mal mit Instrumenten und Technik ausgestattet hat, verspricht der Terminkalender nun für den Rest des Jahres ein paar ruhigere Tage – ruhig aber nur, wenn man sie nicht in Dezibel misst. Denn René Thomsen hat Freunde in seinen Kirchhorster Probenraum eingeladen – die „live-stabile“ Formation fürs geplante dritte „Thomsen“-Album. 

Material hat der Bandleader und zweite Gitarrist schon für neue Songs gesammelt, zwischen den Jahren wollen „Thomsen & Friends“ sie gemeinsam ausarbeiten und arrangieren. Wieder mal nichts, das man 2018 unterm Weihnachtsbaum hören wird, sondern druckvoller Hard Rock made in Isernhagen – wie schon auf den Alben „Let’s Get Ruthless“ (2009) und „Unbroken“ (2014). Bei beiden Produktionen wirkten als Gastmusiker zahlreiche Korypäen mit –wie Neil Murray von Whitesnake oder Vinny Appice von Black Sabbath. Gibt es ein Wiederhören auf der „Thomsen“-CD Nummer 3? Vorschusslorbeeren in eigener Sache sind René Thomsons Sache nicht. „Klappe halten, bis wir liefern“ werde er, sagt er, denn: „Können ist wie machen, nur fauler.“ Nicht seins, er macht lieber.

Wahlspruch: No job ist too small

Auch, wenn die nach ihm benannte Band Hobby ist und sicher kein Goldesel – der 54-jährige Selfmade-Mann aus Kirchhorst kann auf euphorische Kritiken verweisen. Und er hängt sich bei „Thomsen“ genauso professionell rein wie bei seiner Firma BRS, die seit 2008 im Gewerbegebiet Erdbeerfeld angesiedelt ist. 

Ein Rundgang durch die von außen schmucklose BRS-Halle flößt selbst einem Laien Erfurcht ein. Neben jeder Tür verrät ein Schild, was sich dahinter in mehrstöckigen Regalen türmt und reiht: E-Gitarren und E-Bässe, Schlagzeuge, Tasten, Vibraphone, Equipments für DJs, Lautsprecherwände. Das alles ist  jederzeit kurzfristig mobilisierbar in festen Flight Cases – denn genau das ist seit 1994 das Geschäftsmodell von René Thomsens „Backline Rental Service“, einer der ältesten Verleihfirmen, die  in ganz Europa arbeitet.  

BRS ist im Gewerbegebiet Erdbeerfeld beheimatet

BRS ist im Gewerbegebiet Erdbeerfeld beheimatet.

Quelle: SWILLUS

Während seine Leute teilweise mit Bühenequipment in firmeneigenen Großraumtransportern auf Achse sind, bleibt Thomsen selbst überwiegend stationär im Erdbeerfeld. „Ich bin zum Kaufmann geworden“, stellt er ohne Wehmut mit einem Hauch Selbstironie fest. Aber so ist das nun mal: „In der Höhle des Löwen“ – wo die Orders ankommen und Lieferungen und Dienstleistungspakete für Festivals, Open Airs und Fernseh-Events koordiniert werden müssen – dort ist Erfahrung gefragt und der Chef am wertvollsten. Wobei  Thomsen den Wahlspruch beherzigt: „No job is too small.“ Das heißt: Auch, wer als Vorvorvorgruppe spielt oder  für die Familienfeier einen Flügel braucht, ist ein wichtiger Kunde. 

Und plötzlich auf Welttournee

Sein Knowhow hat Thomsen – autodidaktisch – von der Pike erlernt. Es ist offenbar so solide, dass die IHK den einstigen Bühnen-Aufbauhelfer zum Ausbilder für Fachkräfte für Veranstaltungstechnik ernannte. Die Pike, das war Anfang der Achtziger die hannoversche Großraum-Live-Disco Rotation gewesen, in der Thomsen zunächst neben der Schule arbeitete. „Das Übliche halt: Getränke auffüllen, sauber machen, Trucks ausladen, Anlagen aufbauen, und anschließend alles wieder von vorne“, so erinnert sich der heutige Firmenchef auf der BRS-Homepage an die Anfangsjahre. Dann gab es ein Heavy Metal Festival im Leine Domizil –und plötzlich war er als Gitarren- und Basstechniker  auf Tour – mit namhaften Bands wie Victory, Helloween, Bad Religion, Ozzy Osbourne, den Scorpions und Guns´n´Roses - weltweit. Später betreute er als technischer Tourleiter für einen deutschen Konzertveranstalter große Produktionen zum Beispiel mit Meat Loaf, Genesis, Joe Cocker, Iggy Pop, Supertramp und Phil Collins.

Das BRS-Team in Aktion beim Bühnenaufbau

Das BRS-Team in Aktion beim Bühnenaufbau.

Quelle: privat

Kein Aussetzer in der Carreras-Gala

Die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover wurde für René Thomsens Firma zum Türöffner - auch für die ganz großen Medienevents wie die Verleihung des Pop-Echo. Instrumente und Technik für die ständigen Bandwechsel bei dieser Veranstaltung füllen einen 40-Tonner. Dass dieser Transport nun schon seit Jahren regelmäßig  von Kirchhorst zum Echo-Event in Berlin rollt, ist keine Selbstverständlichkeit. „In unserem Geschäft gibt es kein Abo“, stellt Thomsen klar. „Du darfst dich nicht vertreten.“ Einen technischen Aussetzer mag man sich tatsächlich nicht vorstellen in einer José-Carreras-Gala oder bei einer Bambi-Verleihung, für die der Isernhagener Backline-Spezialist ebenfalls Dienstleister ist. 

Natürlich setzt René Thomsen auch bei Auftritten seiner eigenen Band auf eine Top-Ausstattung. Jeder bekommt dann seinen persönlichen Techniker – auch er selbst als zweiter Gitarrist. Für die Lead-Gitarre seien seine Fähigkeiten zu eingeschränkt, offenbart der sympathische Hardrocker.  „Schuster bleib’ bei deinen Leisten.“

Von Martin Lauber


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