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Streifenwagen parken während der Ermittlungen vor dem Gymnasium Großburgwedel.

Streifenwagen parken während der Ermittlungen vor dem Gymnasium Großburgwedel.
© Katarina Jarolim-Vormeier

Großburgwedel

Taschenkontrollen im Gymnasium nach Handydiebstahl 

Großer Aufwand für ein kleines Handy: Eine Mutter ortet das gestohlene Smartphone  ihrer Tochter im C-Trakt des Gymnasiums, vier Klassen werden abgesperrt, und die Polizei kontrolliert die Taschen der Schüler.  An Ende hat das Mädchen ihr iPhone wieder.

Großburgwedel.  Mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft Hannover hat die Polizei am Montagnachmittag im Gymnasium Großburgwedel mit sechs Beamten mit Taschenkontrollen nach einem gestohlenen Smartphone gefahndet – und ist nach umfangreichen Taschenkontrollen nach rund einer Dreiviertelstunde fündig geworden.

Nach Auskunft des Wachhabenden des Kommissariats Großburgwedel hatte die Mutter des völlig verzweifelten Diebstahlopfers, einer Sechstklässlerin, das teure Gerät, ein iPhone 6 S, mithilfe ihres Smartphones im C-Trakt des Gymnasiums  geortet, in dem sich auch kurz später die Handyhülle auf der Jungentoilette fand. Die Polizei wurde von der Schulleitung informiert. 

Nach Aussage von Kathrin Söfker von der Staatsanwaltschaft Hannover gingen die Beamten zunächst in Begleitung von Lehrern des Gymnasiums in dem betreffenden Bereich des C-Trakts von Klasse zu Klasse, um über den Sachverhalt zu informieren und um dem potenziellen Täter Gelegenheit zur Rückgabe des Smartphones zu geben. 

Erst als dies keine Reaktion zeitigte, beantragte das Kommissariat Großburgwedel beim Bereitschaftsdienst der Staatsanwaltschaft eine Durchsuchungsanordnung. Diese sei, so Söfker, auf Grund der Eilbedürftigkeit auch ohne richterliche Anordnung erteilt worden – vor allem, um kurz vor Schulschluss die Wartezeiten für die betroffenen vier Schulklassen zu verkürzen. Vor den Taschenkontrollen  durften die Kinder von insgesamt vier Schulklassen ihre Klassenzimmer vorübergehend nicht verlassen.

Kurz nach dem Ende der sechsten Schulstunde – für einige der Kinder war der Schulbus schon weg – war der Einsatz beendet: Das gesuchte Smartphone lag  in einer achten Klassen auf einer der Schulbänke. Es sei dort „wie von Geisterhand“ aufgetaucht, berichtet Bernward Schlossarek, Mitglied des Schuldirektoriums, auf Anfrage. Die meisten Schüler hätten Verständnis für die Ermittlungen gezeigt, sagt Schlossarek, der vermutet, dass der Polizeieinsatz sicher auch einen Lerneffekt gehabt habe. 

Ganz ungewöhnlich sei das Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht, sagt Söfker, die von Taschenkontrollen bei einer vergleichbaren Sachlage auch aus anderen Schulen in der Region weiß.  Auch wenn die bestohlene Sechstklässlerin die Schule mit ihrem Handy laut Schlossarek „überglücklich“ verlassen hat – die Mutter hat Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

Von Martin Lauber


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