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Der parkartige Charakter soll im ehemaligen Wochenendhausgebiet am Lahberg unbedingt erhalten bleiben. Laut einer Mehrheit im Bauausschuss schließt das größere Gebäudegrundflächen als bisher nicht aus.

Der parkartige Charakter soll im ehemaligen Wochenendhausgebiet am Lahberg unbedingt erhalten bleiben. Laut einer Mehrheit im Bauausschuss schließt das größere Gebäudegrundflächen als bisher nicht aus.
© Martin Lauber

Burgwedel

Streit um Bauland in Engensen

Lahberg, Südlicher Grashof, Schillerslager Straße: Im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Burgwedel dominierten Engenser Baulandfragen.

Burgwedel.  Müsste der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss nicht eigentlich über die Erweiterungspläne der Grundschule Kleinburgwedel mitbeteiligt werden? Über diese Grundsatzfrage wurde erst in der Fragestunde der jüngsten Sitzung dieses Gremiums gestritten. Zuvor wurden mehrere Themen abgehakt.

Warten auf ein Car-Sharing-Angebot

Ein Car-Sharing-Angebot wünscht sich die Gruppe SPD/W.E.B./Die Partei für Burgwedel. Möglichst sollten die Autos zum Teilen elekrogetrieben sein, setzte Heinz Visel von den Grünen bei der Behandlung des Antrages noch eins drauf. Aber Geduld ist gefragt: Die Verwaltung lässt mit Hilfe der Region den potenziellen Bedarf prüfen – auch für den städtischen Fuhrpark.  „Man braucht mindestens zwei Autos, das setzt einen potenten Anbieter voraus“, sagte Umweltkoordinator Malte Schubert. Plus eine entsprechende Nachfrage. Deshalb sei es „nicht gesagt, dass wir einen Anbieter finden“.

Größer bauen erlaubt am Lahberg

Engensens Ortsrat hat sich auf ganzer Linie mit seinen Änderungswünschen am neuen Bebauungsplan für das ehemalige Wochenendhausgebiet am Lahberg durchgesetzt. Für die circa 50 waldigen Riesengrundstücke wird die Bebaubarkeit um die Hälfte erhöht  – auf eine maximale Grundfläche von 187,50 Quadratmetern (plus Nebengebäude).  Begründet wurde das damit, dass barrierefreie Bungalows einen höheren Platzbedarf haben. Auch bei den Einfriedungen bekommen die Eigentümer mehr Freiheiten: Bis zu 75 Zentimeter hohe Mauern sollen erlaubt sein, auf denen die Zäune aber ausschließlich aus Holz oder Metall bestehen müssen. Für den Schutz der Bäume zwecks Erhalt des parkähnlichen Charakters fand auch der Bauausschuss noch keinen ausforumulierten Formelkompromiss. Wahrscheinlich wird das Wort „Kronenschluss“ darin vorkommen. Gemeint ist damit, dass das grüne Blätter- und Nadeldach geschlossen bleiben soll.  

Streit um Bauland in Engensen

In Sachen Bebauungsplan „Südlicher Grashof“ setzte sich die CDU-/FDP-Gruppe mit ihrem Antrag durch, das halbe Dutzend Grundstücke am östlichen Dorfrand, das die Verwaltung für potenziell erforderliche Flüchtlingshäuser und preiswertes Wohnen am liebsten noch in Reserve halten würde,  zügig zu vermarkten. SPD-Fraktionschef Joachim Lücke empörte sich in zweifacher Hinsicht über den Mehrheitsbeschluss. Für den vom Ortsrat abgelehnten Beschluss hole sich die CDU nun die Mehrheit im Rat und setze sich so über den Ortsrat hinweg. Außerdem brauche die Bauverwaltung ihre Ressourcen für die Planung des beschlossenen Baugebietes an der Schillerslager Straße. Das sei wenigstens groß genug, alle Bewerber von der Warteliste zu bedienen. 

„Es spricht nichts dagegen, das parallel zu betreiben“, entgegnete CDU-/FDP-Gruppensprecher Sebastian Müller. Ortsbürgermeister Friedhelm Stein enthielt sich der Stimme. Aber er erinnerte daran, dass den Anliegern des Baugebiets „Südlicher Grashof“ in den Debatten des Vorjahres versprochen worden sei, auf Wunsch einen Streifen Land dazukaufen zu können. Diese Grundstücksbesitzer müssten jetzt kontaktiert werden, „sonst halten wir unser Wort nicht“.

Der Bauausschuss möchte mitreden

Am Donnerstag berät der Schulausschuss über die Erweiterung der Grundschule Kleinburgwedel. Heinz Visel fragte nach dem Mitwirkungsrecht des Bauausschusses in dieser Angelegenheit von „städtebaulicher Relevanz“. Die Verwaltung verwies indes auf einen Grundsatzbeschluss, nach dem doppelte Beratungen vermieden werden sollen und aus dem die Zuständigkeit des Schulausschusses klar hervorgehe. Während Bauamtsleiter Oliver Götze versuchte, die städtebauliche Bedeutung des geplanten Zweckbaus tiefer zu hängen, brachte Visel den vom Ortsrat beschworenen „Campus“ zwischen Schule und Haus der Kirche ins Spiel, der durch die Verwaltungspläne gefährdet sei. Auch Sebastian Müller (CDU) mochte mit Blick auf die Beratungen über das Großprojekt Erweiterung/Sanierung des Gymnasiums den Bauausschuss noch nicht außen vor sehen. 

Von Martin Lauber


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Burgwedel ist ...

  • ... eine Stadt im Nordosten von Hannover, die aus sieben Stadtteilen besteht und mehr als 20.000 Einwohner hat
  • ... schuldenfrei (!)
  • ... die Heimat von Martin Kind, Präsident von Hannover 96
  • ... Sitz der Drogeriemarktkette Rossmann
  • ... Geburtsort von Schauspielerin Bettina Zimmermann
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