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Mineralgemisch statt Pflaster: Die Stadt hat den Gehweg provisorisch wieder betretbar gemacht, auf der L 310 läuft der Verkehr unreglementiert.

Mineralgemisch statt Pflaster: Die Stadt hat den Gehweg provisorisch wieder betretbar gemacht, auf der L 310 läuft der Verkehr unreglementiert.
© Martin Lauber

Fuhrberg

Hoher Wasserpegel legt Kanalbaustelle lahm

Gegen den hohen Grundwasserstand lässt sich nicht anpumpen: Bis der Pegel wieder sinkt, ruht die Baustelle an der Landesstraße 310 in Fuhrberg. Solange rollt auch der Verkehr ungestört.

Fuhrberg.   In der Musik kann eine Unvollendete dem Komponisten zu Nachruhm verhelfen, bei Baumaßnahmen ist das eher umgekehrt: Still und leise hat die Stadt Burgwedel in Fuhrberg ihre unvollendete Kanalbaustelle an der L 310stillgelegt, die schon vor zwei Wochen abgeschlossen sein sollte. Doch nicht Schlendrian oder Fehlplanung sind laut Lesart des Rathauses schuld daran, dass nicht einmal der erste von zwei Bauabschnittenfertig geworden ist. Sondern: „Das Wasser hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Bauamtsleiter Oliver Götze.Und für das Wasser sei keiner verantwortlich.

Pendler, die das langgezogene Straßendorf täglich in großer Zahl durchqueren, können sich einstweilen über die Unterbrechung der Arbeiten freuen. Wie schon über die Weihnachtsfeiertage wird auch über den Jahreswechsel der Verkehr ungestört durh Fuhrberg fahren können. Die Ampelanlage an der Baustelle ist abgestellt. Auch Fußgänger und Radler haben ihren Geh- und Radweg auf der Südseite der L 381 vorübergehend wieder –die Stadt hat die Baugrube zuschütten, die Oberfläche mit Mineralgemisch begeh- und befahrbar machen und die rot-weißen Baken zur Seite stellen lassen. Wann es mit den Kanalarbeiten weitergeht, steht noch nicht fest. „Es kommt noch mal ein kompakter Zeitraum“, kündigt Götze an.

Stillstand auf der Baustelle

Stillstand auf der Baustelle.

Quelle: Martin Lauber

Mitte Oktober hatte der geplante Austausch maroder Schmutzwasserrohre, die unter dem Gehweg zwischen Hannoverscher Straße und Alte Burg verlegt sind,mit dem Fällen von drei prächtigen Linden begonnen. Für Maschinen und Material war auf der schmalen Baustelle kein Platz, also wurde die südliche Spur der L 310 gebraucht. Prompt ging es vom ersten Tag der Sperrung an los mit langen Staus vor den Baustellenampeln – und nach wenigen Tagen orderte die Stadt beim Baustellenservice den Service, die Ampel wenigstens in den Morgenstunden von Hand schalten zu lassen. Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte Mitte Dezember alles fix und fertig sein sollen: der neue Kanal, derneu gepflasterte Gehsteig und außerdem eine neue barrierefreien Bushaltestelle vor dem Gasthaus Klütz, wie sie auf der gegenüberliegenden Seite der L 310 schon zuvor angelegt wurde. 

Aber dann kam nach einem Sommer ohne hohe Temperaturen und mit nur geringer Verdunstung einnasser Herbstund bescherte den Tiefbauern einen Grundwasserpegel weit über jenem, der in der Regel zu erwarten gewesen wäre, so Burgwedels Bauamtsleiter. Das gesättigte Erdreich sorgte nicht nur für Seenplatten auf Wiesen und randvolle Gräben, sondern es ließ auch die Baustelle an der L 310 regelrecht absaufen. Eine Woche lang ließ die Baufirma die Pumpen laufen, dann stellte sich die Erkenntnis ein, dass das nachströmende Wasserso nicht in den Griff zu bekommen war. 

Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung, mit dem zweiten Bauabschnitt vor Klütz lieber erst gar nicht zu beginnen, die bisher verlegten 80 Rohrmeter mit einem Edelstahl-Dichtsystem ans alte Kanalrohr anzuschließen, die Baugrube zu schließen – und bis auf weiteres zu pausieren, um die Beeinträchtigungen durch einspurige Verkehrsführung zu minimieren.

So schnell wie möglich sollten die Arbeiten wieder aufgenommen werden. „Das Provisorium ist kein guter Zustand“, sagt Oliver Götze. „Wir hoffen auf Normalniveau.“ Mehrere Peilbrunnen im Baustellenbereich versetzen die Bauverwaltung in die Lage, den Wasserstand jederzeit zu kontrollieren. 

Von Martin Lauber


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Burgwedel ist ...

  • ... eine Stadt im Nordosten von Hannover, die aus sieben Stadtteilen besteht und mehr als 20.000 Einwohner hat
  • ... schuldenfrei (!)
  • ... die Heimat von Martin Kind, Präsident von Hannover 96
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