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Mathias Wolf trägt Unterrichtsmaterial in den Umzugslastwagen.

Mathias Wolf trägt Unterrichtsmaterial in den Umzugslastwagen.
© Martin Lauber

Großburgwedel

Die Krankenpflegeschule ist Geschichte

Fast 50 Jahre diente der rechte Gebäudeflügel neben dem Rathaus als Schwesternwohnheim und Krankenpflegeschule. Am Donnerstag wurde ausgeräumt. Beide Hälften waren dereinst Krankenhaus.

Großburgwedel.  Der Letzte macht das Licht aus. Und dieser Letzte war am Donnerstag  Mathias Wolf, zuständig für Qualitätsentwicklung und Fachweiterbildung in der neuen hannoverschen Akademie für Gesundheitsberufe des Regionsklinikums. Weil dort ab Mitte Januar der gesamte pflegerische Nachwuchs aller KRH-Häuser zentral ausgebildet wird, ist die Krankenpflegeschule in Großburgwedel, bislang untergebracht im Gebäudeflügel rechts neben dem Rathaus, mit dem Leerräumen des Kellergeschosses nun Geschichte. 

Über das anno 2010 energetisch sanierte Gebäude kann die Stadt Burgwedel, die es  vor einem Jahr für 2,1 Millionen Euro dem KRH abgekauft hatte, aber erst Ende Januar 2018 komplett verfügen. Bis dahin werden aus den darüber liegenden Etagen auch die letzten KRH-Azubis ausgezogen sein. 51 Zimmer – das alte Klingelbrett neben dem Eingang beweist es – waren früher einmal von angehenden Krankenschwestern und Krankenpflegern bewohnt, teilweise auch von Zivildienstleistenden und sogar von jungen Ärzten. 

Fast ein halbes Jahrhundert diente das Haus diesem Zweck – seit 1969. Damals zog das Krankenhaus ins neu erbaute topmoderne Klinikgebäude an der Fuhrberger Straße um. Ein Teil des alten Standortes wurde Schwesternwohnheim und Krankenpflegeschule. Den anderen Teil kaufte die damalige Gemeinde Burgwedel zum Vorzugspreis, um es nach einem Umbau im Jahr 1977 als Rathaus in Betrieb zu nehmen. Jetzt gehört ihr auch der Rest.

Zwei Klassenräume und ein simuliertes Krankenzimmer, das nicht mehr ganz zeitgemäß ausgestattet war – das war der Kernbereich des Schule, in der jährlich in drei Kursen jeweils 20 Nachwuchskräfte ihren Theorie-Blockunterricht absolvierten. Vier festangestellte Lehrer waren vor Ort – zum Vergleich: In der neuen Akademie sind 55 Lehrkräfte tätig. „Dort sind wir unheimlich breit aufgestellt in der Expertise“, verweist Wolf auf die Vorteile der Zentralisierung. Schon seit mehr als zehn Jahren gehe der Trend dahin, Kleinstschulen zusammenzuführen. 

Auch, dass angehende Mitarbeiter der Krankenhäuser in der Peripherie kasenenähnlich in Wohnheimen untergebracht sind, ist längst ein Auslaufmodell. Wohnen in der Stadt sei gefragt, auch wenn die Ausbildungsstelle, wo die Praxis abgeleistet wird, in der Provinz liegt. So standen im Schwesternwohnheim an der Kleinburgwedeler Straße immer mehr Zimmer leer.

Von Martin Lauber


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Burgwedel ist ...

  • ... eine Stadt im Nordosten von Hannover, die aus sieben Stadtteilen besteht und mehr als 20.000 Einwohner hat
  • ... schuldenfrei (!)
  • ... die Heimat von Martin Kind, Präsident von Hannover 96
  • ... Sitz der Drogeriemarktkette Rossmann
  • ... Geburtsort von Schauspielerin Bettina Zimmermann
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