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Nachrichten Polizei will intensiver gegen Einbrecher vorgehen 
Region Burgwedel Nachrichten Polizei will intensiver gegen Einbrecher vorgehen 
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02:27 09.03.2018
Quelle: dpa/Symbolbild
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Burgwedel/Isernhagen

 Die Angst vor Wohnungseinbrüchen und Autodiebstahl treibt viele Bürger in der Region um.  Das Polizeikommissariat Großburgwedel hat im vergangenen Jahr 71 Straftaten mehr gezählt als noch 2016. Die bekannt gewordenen Delikte stiegen in Burgwedel und Isernhagen von 2424 auf 2495. Am Dienstag stellten der Leiter des Polizeihauptkommissariats Günter Heller und Ralf-Emil Bahn Leiter vom Ermittlungsdienst Großburgwedel die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vor. „Der leichte Zuwachs ist hauptsächlich durch Vermögens- und Fälschungsdelikte in der Gemeinde Isernhagen zu erklären“, sagt Heller. Mit 64,39 Prozent ist aber auch die Aufklärungsquote der Großburgwedeler Polizei um knapp fünf Prozent gestiegen.

Sorgen bereitet den Beamten weiterhin die Kriminalitätsentwicklung bei Einbrüchen, auch wenn die Zahl von Wohnungseinbruchsdiebstählen im Jahr 2017 auf 116 gesunken ist – 2016 hatte es noch 155 Einbrüche gegeben. Großburgwedel und Altwarmbüchen wurden am häufigsten heimgesucht. Für die Polizei wird dieses Thema auch in Zukunft ein Schwerpunkt bleiben: „Wir sind damit nicht zufrieden. Wohnungseinbruchdiebstähle bereiten den Bürgern Sorgen.“ Mit vermehrten Streifen durch Wohngebiete sollen Einbrecher abgeschreckt werden. Ebenso wichtig sei, dass Eigentümer bei der Haussicherheit nachrüsten. „Außerdem sind wir auf die Hinweise von Anwohnern angewiesen“, sagt Hauptkommissar Heller. „Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge in seiner Nachbarschaft wahrnimmt, sollte uns alarmieren.“ Die gute Nachricht: In 49 Fällen scheiterten Einbrecher bei dem Versuch, in die Wohnung zu gelangen.

In Zukunft sollen die Einbruchszahlen durch Prävention und Aufklärung weiter gesenkt werden. So laden die Polizeidirektion Hannover, die Stadt Burgwedel und das Netzwerk „Zuhause sicher“ am Dienstag, 13. März, um 18.30 Uhr in den Amtshof zu einem Informationsabend in Großburgwedel ein. „Schon potenzielle Hausbauer sollten über die Sicherheitsmöglichkeiten Bescheid wissen.“

Vermehrt schlugen Einbrecher im vergangenen Jahr in Dienst- und Büroräumen zu: 72 Diebstähle zählte die Polizei, 33 Delikte mehr als noch 2016. „Kindertagesstätten, Arztpraxen oder Jugendzentren waren vor allem in der ersten Jahreshälfte das Ziel. Hier spielt Beschaffungskriminalität eine große Rolle“, sagt Bahn. 

Einen zweiten Schwerpunkt sehen die Beamten in der Bekämpfung von Autodiebstählen (28 Fälle, das sind drei mehr als im Vorjahr) und dem Ausschlachten von Fahrzeugen: 108-mal wurden Geräte wie Airbags, Navigationsgeräte und Radios gestohlen, 2016 waren es noch 136. „In den Isernhagener Ortsteilen stehen etliche teure Autos direkt an der Straße“, sagt Heller. Das mache es den Dieben leicht. Erst Anfang März waren in Isernhagen zwei und Ende Januar in Großburgwedel drei VW-Transporter gestohlen worden. Kurz vor der polnischen Grenze wurden die Isernhagener Autodiebe von der Polizei gefasst. „Autodiebe haben verschiedene Maschen“, sagt Bahn von Kriminal- und Ermittlungsleitung. „Einige versuchen, die Fahrzeuge noch in Deutschland zu zerlegen. Andere wollen mit den Autos schnellstmöglich über die Grenze.“ Im Gegensatz zu Nachbargemeinden der Region und dem hannoverschen Stadtgebiet sei die Diebstahlquote von Fahrzeugteilen gering. „Der sicherste Ort für Autos ist immer noch die Garage“, sagt Heller.

Mehr Körperverletzungen und häusliche Gewalt

2017 nahm die Polizei insgesamt 217 Körperverletzungsdelikte auf. Das sind 27 mehr als im Jahr davor. Mit 24 Anzeigen stieg auch die Zahl der sexuellen Belästigungen um sieben Vorfälle. Häufiger angezeigt wurde auch häusliche Gewalt: 106 Taten gingen bei der Polizei ein, 2016 waren es 71. Nicht in der Statistik erfasst sind Trickbetrügereien falscher Polizisten, vermeintlicher Handwerker oder Täter, die den sogenannten Enkeltrick anwenden. Die Polizei mahnt hier zu besonderer Vorsicht. 

In Hannover haben falsche Polizisten in den vergangenen Wochen mehrfach große Geldsummen erbeuten können. Die Trickdiebe hatten vor allem Senioren angerufen, sie aufgefordert, Geld abzuheben und an die falschen Beamten zu übergeben. „Die Polizei ruft nicht bei Bürgern an, um solche Forderungen zu stellen“, stellt Ermittler Bahn fest. Wer verdächtige Anrufe erhält oder unangekündigten Besuch von vorgeblichen Beamten bekommt, solle die Polizei unter der Durchwahl 110 verständigen.

Von Manuel Behrens

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