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Hier in der Straße Am Mühlenfeld ist das Parken verboten, trotzdem sorgen wild geparkte Autos täglich für gefährliche Situationen.

Hier in der Straße Am Mühlenfeld ist das Parken verboten, trotzdem sorgen wild geparkte Autos täglich für gefährliche Situationen.
© Martin Lauber

Großburgwedel

Anlieger am Mühlenfeld leiden unter Falschparkern

Autos, die wild auf dem Bürgersteig parken, machen am Mühlenfeld Fußgängern und Radlern das Leben schwer. Die Stadt tue zu wenig, klagen Anlieger, das Rathaus verweist auf regelmäßige Kontrollen.

Großburgwedel. Wild geparkte Autos vor ihrer Haustür, bisweilen sogar auf dem ohnehin schmalen Bürgersteig – das ist eine Nebenwirkung der florierenden Gastronomie, die bei Anwohnern der Straße Am Mühlenfeld fast täglich für Frust sorgt. Sie werfen der Stadt Untätigkeit vor,  während Bürgermeister Axel Düker auf regelmäßige Kontrolle des ruhenden Verkehrs verweist. 

Parkplätze müssen besser gekennzeichnet werden

Limousinen der Oberklasse auf dem Bürgersteig: Das kennt man auch aus dem Mitteldorf, wo mittags und abends immer wieder mal der Parkplatz der „Trattoria“ überläuft. Aber noch konzentrierter tritt das Phänomen Am Mühlenfeld auf – insbesondere seit das vor zwei Jahren im einstigen „Merlin“ neu eröffnete „Il Casale“ viel Zuspruch findet, der „Merlin“-Parkplatz aber von Rossmann bebaut wurde.

Rechtlich sei der Status quo in Ordnung, erklärt die Region Hannover auf Anfrage: Die laut Niedersächsischer Bauordnung (NBauO) vorgeschriebene Zahl an Stellplätzen habe das Lokal nachgewiesen. Allerdings seien die Betreiber aufgefordert worden, „die Stellplätze entsprechend zu kennzeichnen“.  Im Augenblick sind sie – eher versteckt auf dem Grundstück hinter dem Lokal – als Restaurantparkplätze kaum wahrzunehmen, sodass sogar die Stadtverwaltung die Bauaufsichtsbehörde darauf hingewiesen hat.

Anliegerin: Warum kein Parkverbot-Schild?

Aus Sicht der Anlieger handelt es sich um Pseudo-Parkplätze, die zur Entlastung der Misere nichts beitragen. Es seien die Autos der Restaurant-Kundschaft, die dafür sorgen, dass sich Kinder auf dem Nachhauseweg von der Schule oder Rentner mit Rollator auf dem Gehweg an Autos vorbeidrücken müssen. „Das ist verdammt ärgerlich“, findet Axel Gottsleben. Als Fußgänger könne es einem passieren, auf dem Gehweg angefahren zu werden, wenn Fahrzeuge sich im Begegnungsverkehr ausweichen. Zudem werde auf der westlichen Straßenseite zu Spitzenzeiten so geparkt, dass Autos, die von der Ortsdurchfahrt ins Mühlenfeld einbiegen, die Verkehrsinsel nur auf der linken Spur passieren könnten. 

Wie Gottsleben hat auch Anliegerin Cornelia Dangers wiederholt die Stadtverwaltung angeschrieben und angerufen. Ordnungsamtsleiterin Stroker wisse alles, es tue sich aber nichts, ärgert sie sich. Unverständlich findet Dangers, dass dem notorischen Falschparken nicht mit einem Verbotsschild ein Ende bereitet wird. 

Auch im Mitteldorf werden Verstöße geahndet

Den Vorwurf der Untätigkeit lässt Andrea Stroker nicht auf sich sitzen. Ihr einziger Außendienstmitarbeiter kontrolliere am Mühlenfeld den ruhenden Verkehr  von Montag bis Freitag – wann immer möglich – zur Mittagszeit sowie zweimal wöchentlich nach 18 Uhr. Acht Knöllchen würden dort im Durchschnitt pro Monat verteilt, auch im Mitteldorf seien in diesem Jahr bisher 32 Verstöße geahndet worden. 

Für eine zusätzliche Beschilderung am Mühlenfeld hatte Stroker sich bisher nicht eingesetzt, weil es wegen der abgesenkten Bordsteine und der schmalen Straßenbreite offensichtlich sei, dass dort nicht geparkt werden darf. Zwischenzeitlich hat sich die Position der Stadtverwaltung aber verändert. „Wir sind im Gespräch darüber“, sagt Bürgermeister Düker. Allerdings müsse die Region als Verkehrsbehörde die Schilder anordnen.

Baurecht steht zusätzlichem Parkplatz im Wege

Il-Casale-Geschäftsführer Sami Khiari machen die Beschwerden der Anlieger zu schaffen – zumal er sich bemüht habe, über das gesetzliche Muss hinaus Parkraum zu schaffen. Denn der fehle überall in Großburgwedel.  „Die Lösung ist dort“, sagt er und weist über die Straße auf das 1.370 Quadratmeter große, mittlerweile verwilderte Brachgelände im Dreieck Meineworth/Dammstraße. 2016 hatte er das Areal gepachtet –nicht nur exklusiv für Gäste des Il Casale, er wollte es der Allgemeinheit als Parkplatz zur Verfügung stellen. 

Nach Anliegerbeschwerden musste der Gastronom Ende 2016 das Gelände, auf dem auch bis dahin immer geparkt worden war, allerdings absperren. Der Grund: Im Bebauungsplan ist die Fläche „allgemeines Wohngebiet“, die Nutzung als Parkplatz wurde untersagt. Nach HAZ-Informationen gibt es jetzt die Idee, auf einem Teil der Fläche Stellplätze auf Zeit auszuweisen. Die Abwägung müsste die Region treffen.

Von Martin Lauber


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Burgwedel ist ...

  • ... eine Stadt im Nordosten von Hannover, die aus sieben Stadtteilen besteht und mehr als 20.000 Einwohner hat
  • ... schuldenfrei (!)
  • ... die Heimat von Martin Kind, Präsident von Hannover 96
  • ... Sitz der Drogeriemarktkette Rossmann
  • ... Geburtsort von Schauspielerin Bettina Zimmermann
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